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Dendera Tempel – Das Haus der Hathor

Natürlich ist der Hauptgrund, einen Ägyptenurlaub zu buchen, die Sonnengarantie, der  schöne Strand und das glasklare Meer. Doch Ägypten hatte bereits 3000 v. Chr. eine Hochkultur. Die Pyramiden zählen zu eines der Weltwunder und in der Schule haben wir alle in Geschichte über diese Zeit Einiges erfahren. Wer heute dieses Land bereist, hat die Möglichkeit,  ein bißchen in die Welt der Pharaonen und Götter einzutauchen und das Gelernte hautnah zu erleben.

Ich bin ein Mensch, den einerseits die Geschichte und Kultur anderer Länder sehr interessiert, andererseits schnell einen Kulturschock bekommt, besonders wenn zu viele Informationen auf mich einfallen. Wenn ihr euch jetzt angesprochen fühlt, dann besucht wirklich nur einen kulturellen Schauplatz. Hier einige markante Informationen über das Haus der Hathor, den Dendera Tempel.

Was sind Tempel?

Pharaonen sind Kinder der Götter. Deshalb haben diese zu Ehre Ihres „Vaters oder Mutter“ einen Tempel bauen lassen, um diesen zu Ehren, Opfer darzubringen, Nachkommen zu gebären und zu feiern. Betreten durften diesen nur Priester und Angehörige der Pharaonen.

Die Bauten und Aufzeichnungen an den Wänden erzählen uns vom Leben, Glauben und Riten der damaligen Zeit.

Hinweis:

Natürlich kann man einen Tempel ohne Führung besichtigen. Unsere  Guids verfügen über so viel Wissen und beschreiben die Geschichte, als ob ihr Großvater der Pharao gewesen wäre,  übrigens in deutscher Sprache.

Tipp:

Der Besuch von Tempeln und Gräbern ist wie ein Besuch in der Oper: es ist immer von Vorteil, sich vorher schon mit der Geschichte befasst zu haben. Am Besten kauft ihr euch vorher bereits ein Buch über die Sehenswürdigkeiten. Erstens, könnt ihr so gut auswählen, was ihr sehen wollt, zweitens taucht man noch besser in die Vergangenheit ein.

 

Was ist das Besondere an diesem Tempel?

Der Tempel steht in Quena, einer Stadt in Oberägypten, etwa 70 KM vor Luxor und 180 KM hinter Safaga. Es ist eines der besterhaltenen Tempel, den ihr bei eurer Planung für Besichtigungen unbedingt mit einbeziehen solltet.

Die erste Besonderheit liegt darin, dass dieser Tempel nicht zu den Standard Angeboten gehört und deshalb fast ein Geheimtipp ist.

Die nächste Besonderheit ist der außerordentlich gute Zustand des Tempels. Die Farben der Decken- und Wandbemalungen erscheinen in großen Teilen so kräftig, dass man meint, es wäre jemand mit dem Pinsel darüber gegangen und hätte diese aufgefrischt. Diese Pracht wurde lediglich mit dem „Restaurierungspinsel“ freigelegt. Und was mir am besten gefallen hat: Die Tempelanlage hat einen anderen „Baustil“ als zum Beispiel Karnak- oder Luxortempel und man kann in einen unterirdischen Gang gehen sowie auf dem „Dach“, wo man einen herrlichen Ausblick hat.

Natürlich gibt es auch geschichtliche Besonderheiten: zum Beispiel sind die Säulenkapitelle, nicht wie bei den meisten Tempeln, in Form von Lotusknospen oder Papyrusblättern gestaltet, sondern aus riesigen Köpfen der Kuhgöttin, ein Symbol der Göttin Hathor.

 

Tipp:

Ihr werdet die Möglichkeit bekommen, durch eine kleine Luke nach unten zu steigen. Keine Angst davor und runtergehen: Es sind etwa 15 Stufen, die leiterähnlich sind und am besten mit Gesicht zur Wand hinabgestiegen werden. Danach kann man sich frei bewegen und aufrecht gehen! Es ist wirklich sehenswert.

Hinweis:

Für gehbehinderte ist der Tempel nicht gut geeignet. Kinderwagen und Gehhilfen nur in den Gärten.

 

Wie kommt man zum Dendara Tempel?

Wir fahren mit dem Bus oder PKW in etwa 3 Stunden selbst mit euch hin.  Nach der Abzweigung Richtung Luxor  hinter Safaga durchfährt man das Gebirge, welches euch bestimmt schon bei der Fahrt vom Flughafen zum Hotel aufgefallen ist. Diese Eindrücke zur Morgensonne sind einfach unbeschreiblich schön. Die Durchquerung dauert etwa eine Stunde, 800 Höhenmeter und ungefähr 50 KM. Meist wird hinter dem Gebirge eine kleine Kaffeepause eingelegt um dann die restlichen 100 KM gemütlich genießen zu können.

Übrigens: entgegen der allgemeinen Meinung gibt es in Ägypten Geschwindigkeitsbegrenzungen. Der Fahrer wird nicht schneller als 90 Stundenkilometer fahren, denn auf dieser Strecke werden mehrere Radarkontrollen durchgeführt. Auch erkennt man einen guten Fahrer daran, ob er sich anschnallt, denn es besteht für die Fahrer Anschnallpflicht und die Strafen dafür sind empfindlich hoch! (etwa 2 Monatsgehälter eines Fahrers)

Tipp:

Wenn euer Fahrer euch sicher und angenehm zurückgebracht hat, wäre es schön, wenn ihr für den Fahrer sammeln würdet. Er ist das kleinste Glied in dieser Kette und bekommt vom Ausflugspreis am wenigsten ab. 20 bis 50 Pfund von jedem ist angemessen. Wenn Euros gegeben werden, bitte wechselt es ein und gebt ihm von allen in Pfund.

Hinweis:

Bei der Fahrt muss der Checkpoint in Safaga überquert werden. Für diese Überquerung brauchen die Reiseveranstalter bereits eine Anmeldung, mit wie vielen Gästen sie wohin reisen. Der Checkpoint darf von Ausländern nicht vor 6.00 Uhr morgens überquert werden und schließt abends um 19.00 Uhr. Deshalb ist auch eine Anreise nach Luxor nachts nicht möglich.

 

 

Was nehme ich zu diesem Ausflug mit?

Geld: Bei allen Ausflügen empfehlen wir, etwas Landeswährung mitzunehmen. Natürlich kann man bei der Kaffeepause in Euro bezahlen, doch erstens: Die Ägypter haben keine Möglichkeit, Münzen in Landeswährung zu tauschen, so dass die Touristen wieder angesprochen werden, Münzen in Scheine zu tauschen, zweitens ist ein Euro für einen Toilettengang eindeutig zu viel. Es reicht, wenn man dort 2 Pfund bezahlt. Bitte nehmt auch immer Tempos mit, da in den Toiletten oft kein Papier ist.

Tipp:

Alle Toiletten in Ägypten haben ein integriertes Bidet. Entweder gibt es rechts eine Schlauchdusche oder rechts hinten an der Schüssel einen Drehknopf. Da es sehr wenige Kläranlagen gibt, sollte man mit dem Papierverbrauch sparsam sein. Üblicherweise „wäscht“ man sich mit der Podusche und trocknet sich dann mit Papier. Dieses Papier wirft man in den Abfalleimer.

Hinweis: Natürlich sind auch an den Raststätten Händler, die euch etwas verkaufen wollen. Von Tücher über Zigaretten, von Kekse über Chips. Wenn ihr etwas mitnehmen wollt, könnt ihr das dort kaufen. Eurer Reiseführer hilft euch, den richtigen Preis zu finden, sprecht ihn einfach an.

Kleidung: Man könnte meinen, Tempelanlagen sind schattig und kühl, doch dies ist nicht der Fall. Natürlich gibt es Schatten, doch auch dort staut sich die Hitze. Eine Dreiviertelhose oder dünne lange Hose, dünne Bluse oder T-Shirt sind die passende Kleidung. Sonnenbrille und Kopfbedeckung gehören in Ägypten zur Standartausstattung!

Sonstiges: Wasser, Snack oder was Süßes als Reiseproviant.

Wenn der Reiseführer einen tollen Job gemacht hat, freut er sich auch über eine Anerkennung in Form von Trinkgeld!

 

Fazit:

Ich würde sogar meinen 5 jährigen Enkel dorthin mitnehmen! Der Vorteil an diesem Tempelbesuch ist, dass er wirklich viele verschiedene Facetten hat. Von Ruinen der Grundmauern, über guterhaltene Bauten bis hin zu spannenden Krypten. Auch ohne geschichtliche Informationen hat man bereits viele unterschiedliche Eindrücke, drinnen und draußen, unten und oben. Man könnte einfach ein bis zwei Stunden dort spazieren gehen.

Doch wenn man schon einmal die Möglichkeit hat, sich auch zu informieren, wie dieser Tempel aufgebaut ist, wie die Menschen früher dort gelebt haben, die Ruinen im Kopf zum Erleben erwecken und zu erfahren, wo die Geburtshäuser sind, wie man sich in der Bibliothek bildete, wie man damals bereits ärztliche Versorgung kannte und natürlich, wer die Göttin Hathor war, deren Haus es ja ist, was man besucht, dann sollte man dies auch wahrnehmen.

 

Luxor Theben West und Ost

Unsere Zeitreise nach Luxor für 2 Tage wird am besten samstags, sonntags, dienstags oder Mittwoch gestartet, damit die Sound&Lightshow in Deutsch besucht werden kann. Wir machen diesen Ausflug individuell und die Programmpunkte können deshalb auf persönliche Wünsche angepasst werden!

Los geht es morgens um 6.00 Uhr mit dem Minibus. Es liegen 320 Kilometer vor uns, die durch wunderschöne Landschaften führen. Beginnend am Roten Meer entlang, bis man vor Safaga den Weg einschlägt durch die Berge. Ja, die arabische Wüste mit den Trockentälern, ist von hohem Gebirge ein gezäumt und es fasziniert uns immer wieder, diese zu durchqueren. Inzwischen sind die Straßen gut ausgebaut doch man muss beachten, das für Touristen der Checkpoint in Safaga erst ab 6.00 Uhr morgens öffnet und der Ceckpoint Qena um 18.00 Uhr abends passiert sein muss.

Qena ist eine Universitätsstadt mit etwa 220.000 Einwohnern. Wir besuchen mit unseren Gästen bei dem 2-Tagesausflug immer den Denderatempel. Er ist eines der besterhaltensten Tempelanlagen und besonders die Krypta stellt ein Highlight dar.

Dannach fahren wir an der westlichen Seite weiter bis Luxor. Erinnern wir uns, was wir über Theben in Geschichte gelernt haben? West Theben ist die Seite von Luxor, in der die Pharaonen begraben wurden, Ost Theben, in der sie in ihren Tempeln gelebt haben. Deshalb beginnen wir auch mit dem eindrucksvollen Thal der Könige. Die Besonderheit hier: es darf in den Gräbern nicht fotographiert werden, Kameras bleiben deshalb besser im Bus. Mohamed, unser deutschsprachiger Guide ist ein wandelndes Geschichtsbuch und schafft es immer wieder, die Fakten eindrucksvoll mit den historischen Ausgrabungen zu verbinden.

Weiter geht unsere Reise zum Tempel der Hatschepsut, der einzige weibliche Pharao. Die Geschichte von ihr ist so interessant, weil sie doch eine Vorreiterin der Gleichberechtigung der Frau war.

Ein Fotostop an den Memnonkolossen ist obligatorisch bevor wir unser gemeinsames ägyptisches Mittagessen einnehmen.

Weiter geht es mit unserem Bus über die einzige Brücke die in den östlichen Teil von Luxor führt direkt in unser Hotel Mercure. Eine kurze Pause sei den Gästen jetzt vergönnt, bevor wir um halb sieben abgeholt werden, um mit Sound&Lightshow des Karnaktempels Eindrücke zu gewinnen, mit denen man sich fast in die Zeit der Pharaonen zurückgesetzt fühlt.

Der Abschluss findet in einem Restaurant statt, wo wir unseren ersten Tag noch mal Revue passieren lassen.

Jetzt kommt es darauf an, ob man sich das Highligt einer Ballonfahrt entgehen lassen will, dann kann man am nächsten Tag etwas länger schlafen, oder an diesem unvergesslichen Erlebnis teilnimmt, und aus etwa 200 Metern Höhe den Sonnenaufgang über Luxor erleben nöchte! Dazu wird man gegen 5.00 Uhr vom Hotel abgeholt, doch es ist jeden Weckruf wert!

Jeder hat dann noch genügend Zeit, sich im Hotel für diesen Tag bei einem gemütlichen Frühstück zu stärken.

Am zweiten Tag kann man dann die Geschichte des Vorabends wörtlich in einem anderen Licht“ sehen, wenn der Karnaktempel bei Tag besichtigt wird.

Und wenn man meint, Tempel sei Tempel, der kann sich im Luxortempel davon überzeugen, das jeder Pharao seine eigene Note hatte.

Nach den vielen kulturellen Eindrücken kann man jetzt eine Fahrt auf dem Nil genießen, die uns zu Banana Island führt. Dort gibt es die beste Bananenmilch aus frisch geernteten Bananen.

Die gemeinsame Heimfahrt verläuft dann meist sehr ruhig, da man in Gedanken schwelgt oder den Schlafdefizit ausgleicht.

Bei dem eintägigen Angebot enfällt der Denderatempel und die Sound & Lightshow, sowie die Möglichkeit zur Ballonfahrt.

Wir freuen uns, wenn wir euch persönlich die Schönheiten des Landes näherbringen dürfen!

Astrid und Andreas

www.fairholiday.com

Sicher fühlen und sicher sein?

Die sichersten Reiseländer 2017 überraschen doch und ich nehme diesen Anlass, um die „Sicherheit“ in Ägypten wieder neu zu betrachten. Tatsächlich wird für die Ermittlung der sichersten Reiseländer nicht nur das terroristische Risiko mit eingebunden, sondern auch Sicherheit im Straßenverkehr, allgemeine Kriminalität und die Gesundheitsvorsorge. Auch auf diese Punkte möchte ich hier eingehen.

Nach den jüngsten Schlagzeilen wurde Menschen am Flughafen gefragt: „Fliegen Sie trotzdem nach Ägypten?“ war die Antwort:

„Ja, wo ist es heute noch sicher?“

Eine allgemeine Antwort darauf,  wird sogar vom Auswärtigen Amt gegeben. Wir sind abgestumpft. Tägliche Schlagzeilen von Überfällen, Anschlägen oder Attentaten berühren uns nicht mehr so. Der Spiegel hat in seinem Beitrag über die, sichersten Reiseländer, einen interessanten Absatz geschrieben:

„Anschläge mit terroristischem Hintergrund – etwa in Nizza, Paris, Berlin und Brüssel – hätten in der jüngeren Vergangenheit in West- und Südeuropa zwar für eine veränderte Wahrnehmung von Sicherheit gesorgt, schreibt die Schweizer Stiftung (WEF). Doch die Auswirkung auf das Reiseverhalten internationaler Urlauber sei zuletzt nur von kurzer Dauer gewesen.“

Was empfinden wir als sicher?

Obwohl Deutschland bei Punkto sicheres Reiseland auf Platz 51 abgefallen ist, Frankreich auf Platz 67 und Italien auf Platz 70 ist, fühlen wir uns dort sicherer als in dem vermeintlich 2. sichersten Reiseland Dubai oder Ruanda von Platz 9!

Gewohnte Umgebung, Kultur, Sprache, Gepflogenheiten helfen uns, gut mit einer eventuellen neuen Situation klar zu kommen. Wenn ich zum Beispiel in dem Einkaufszentrum bin, welches ich gut kenne, und ein Feuer ausbricht, macht mir das weniger Angst als in einem fremden Gebäude.

Bei einem Urlaub in Ägypten oder einem anderen, für mich fremden Land, habe ich vermeintlich gar keinen Anker mehr, auf den ich zurückgreifen kann. Doch Information kann schon helfen, sich sicherer zu fühlen.

Grundsätzliches zu unserer gefühlten politischen Sicherheit:

Es gibt keine Reisewarnung für Ägypten, nur eine Teilreisewarnung für den nördlichen Sinai, besonders die Grenze zu Israel und dem Gazastreifen. Wer hat sich den schon einmal die geographische Karte unter diesem Aspekt angesehen?

Übrigens: auch für Israel gibt es keine Reisewarnung, außer für den Gazastreifen. Und jetzt bitte die Entfernung zum nördlichen Sinai im Verhältnis in Deutschland:

Zum nördlichsten Punk (Asha) bis Hurghada sind es 621 KM, zwischen Sharm el sheik (südlicher Sinai) bis zum Gazastreifen 500 KM. Diese Touristischen Orte sind etwa die Strecke München Berlin vom nördlichen Sinai entfernt.

Ich möchte weder etwas beschönigen, noch verharmlosen, nur relativieren. Es ist nämlich auch etwa die gleiche Entfernung wie zwischen Zypern und Aleppo, doch hat jemand Angst, nach Zypern zu fliegen?

Kriminalität – Ägyptisches Rechtssystem:

Vor 10 Jahren war die Kriminalität in Ägypten nicht erwähnenswert. Heute ist sie etwas gestiegen, jedoch im Vergleich zu Handtaschenraub in Italien, Organhandel in Europa oder sogar London, welches eine Kriminalität von über 30% hat, immer noch nicht nennenswert.

Ägypten ist kein rechtsfreier Raum, wie vielleicht manche meinen. Die meisten Gesetze wurden von Frankreich übernommen, wie zum Beispiel das Straßenverkehrsrecht, Wirtschaftsrecht oder auch Strafrecht. Ein Ägypter sagte einmal zu uns: Was bei dir in Deutschland verboten ist, ist zu 99% auch hier verboten. Also, gar nicht so anders. Wenn man ein Problem hat, geht man zur Touristenpolizei (Tel. 126 Landesweit) oder, bei wirklich ernsten Problemen, zur deutschen Botschaft nach Kairo. Doch die meisten anfallenden Problemchen können durch den Reiseleiter geklärt werden!

Tipp: Sollte man in eine Situation kommen, die einen Angst macht, laut schreien beginnen! Es wird sofort eine Ansammlung von Menschen kommen, die sich um den Touristen kümmern. Die Reputation ist auch den Ägyptern wichtig und sie wollen als guter Gastgeber gesehen werden. Bei einer Menschenansammlung kommt dann auch ganz schnell die Polizei.

Risiko im Verkehr

Qena

Tatsächlich sehe ich dabei das höchste Risiko.  Die Problematik beginnt bei unzureichend technische einwandfreien Fahrzeugen über eine schlechte Ausbildung der Fahrer bis hin zum chaotischen Fahrverhalten mit riskanten Ablenkungen durch die Nutzung des Handys. Deshalb empfehle ich bei Fahrten mit dem Taxi auf den angebotenen LimousinenService des Hotels zurück zu greifen, auf Empfehlungen oder ABC Taxi. Alle weiteren Fortbewegungsmittel empfehle ich erst, wer hier sein gefühltes 2. Zuhause hat und die Ägypter und die Risiken gut einschätzen kann.

Gesundheit und Hygiene

Das Gesundheitssystem für die Ägypter ist nicht gut was jedoch nicht an der Qualität der ärztlichen Versorgung liegt, sondern daran, dass die guten Ärzte und Krankenhäuser privat bezahlt werden müssen.

Bei Egypt Air wird im Magazin sogar für Urlaub in Kliniken geworben, um sich durchchecken zu lassen, Augen- oder Zahnoperationen zu erledigen.

Da ärztliche Eingriffe für Europäer hier günstiger ist als zu Hause, wundert es mich, dass es noch keinen Gesundheitstourismus gibt. Es muss keiner Angst haben, wenn hier etwas passiert. Egal, ob eine Brücke aus dem Zahn bricht, sich die Augen lasern lassen will oder eine Dialyse im Urlaub braucht, tatsächlich können geplante Eingriffe hier günstig und mit hervorragenden Ärzten erledigt werden.

Ein Unfall ist so ziemlich der Super Gau im Urlaub, doch dieser ist in Ägypten nicht großartig anders zu händeln als in Österreich: Am besten man schließt in Deutschland eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ab. So kann man sich hier im nächsten Krankenhaus versorgen lassen:

El Sallam – Hurghada Mitte (Dialysestation)

Royal Hospital  – nächstes zum Flughafen

Nilhospital – nah zum Flughafen mit Ausstellung eines Rückflugscheines

El Gouna Hospital – El Gouna (Dialysestation)

Hypermed – Airportroad, bei Hals-, Nasen- und Ohrenprobleme, auch Tauchunfällen.  Frau Dr.  Hanaa spricht deutsch und es kann telefonisch Kontakt aufgenommen werden unter 01226391450

Hygiene

Viele meinen, es wird unhygienisch gearbeitet und nehmen als Indiz dafür, die Magenkrämpfe, die oft bei Urlaubsaufenthalten zu schaffen machen. Natürlich werden auch in den Hotels regelmäßige Untersuchungen und Hygienechecks gemacht, siehe dazu unseren Beispielfilm. Dazu folgende Hinweise: Unser Wasser kommt aus dem Nil über Pipelines. Teilweise wird es mit Chlor versetzt. Das Wasser aus dem Hahn kann zum Zähneputzen benutzt werden, sollte nicht getrunken werden. Dieses Wasser wird auch für das Waschen von Salaten genutzt, verursachte jedoch bei mir noch nie Magenprobleme. Diese resultieren meist vom Klimawechsel, zu kaltem Trinken (nicht die Eiswürfel sind schuld, sondern die Temperatur) und das Essen mit fremden Gewürzen. Übrigens: Wenn wir nach Deutschland fahren, bekommen wir auch Durchfall und Magenprobleme.

Tipp: bei kleineren Beschwerden in die El Ezaby Apotheke auf der Airportroad oder in der Senzomall aufsuchen. Sie ist staatlich und es ist immer ein Arzt vor Ort.

Ein Urlaub in einer Hotelanlage:

Der Tourismus hat sich darauf eingestellt, dass sich die Menschen einen Tapetenwechsel wünschen, aber doch viel von zu Hause wiederfinden wollen. Diesem paradoxen Wunsch wird gerade bei Pauschalurlauben Rechnung getragen.

Deutschsprachige Reiseführer, die einem vom Flughafen bis zum Hotel begleiten und wieder zurück.

Der deutschsprachigen Gästebetreuung und teilweise auch die Angestellte, die unserer Sprache mächtig sind, kann ich meine Wünsche sagen, ohne Sprachbarriere.

Die Essens- und die Getränkeauswahl ist international, so dass ich neue Gerichte versuchen kann, aber nicht muss.

Übrigens: Wenn man es allen recht machen will, so muss man den kleinsten gemeinsamen Nenner finden, und das ist wenig Würze.

 

Außerhalb der Hotelanlage

Niemand muss Angst haben, die Hotelanlage zu verlassen. Wagen Sie den Schritt in eine fremde Kultur. Das unangenehmste, was einem dabei passiert ist, von den Shop Besitzern angesprochen zu werden. Da die Geschäfte zurückgegangen sind, meinen die Kaufleute, mit aktiven Verkaufsgesprächen die Touristen in ihr Geschäft holen zu müssen. Sie verstehen nicht, dass es die Kunden eher abschreckt. Wer das nicht möchte, sollte in El Gouna flanieren, dort ist es den Händlern untersagt aktiv zu werben, oder auf dem ägyptischen Markt, da ist ein Tourist einfach ein Fremder, kein potentieller Kunde. Wer an touristischen Shops vorbei geht, sollte einfach nicht reagieren und sich das ansehen, was ihn interessiert. Übrigens: die Souvenirläden von Cleopatra sind ausgepreist. Da kann man weder handeln, dafür wird man auch nicht in ein Verkaufsgespräch gezwängt.

Ausflüge:

Sie können unbesorgt alle Ausflüge, die angeboten werden, buchen. Weder ist eine Fahrt nach Luxor noch nach Kairo gefährlich. Im Gegenteil, ich finde besonders die Fahrten immer wieder schön. Nach Luxor führt die Straße durch die Berge, welche eine einzigartige Kulisse bietet,  nach Kairo lange Zeit am Roten Meer entlang.

Die Checkpoints, die an den Ein- bzw. Ausfahrten von Hurghada eingerichtet sind, sollten Ihnen keine Angst machen. Es ist eine Kontrolle, wer in oder aus dem Ort will. Touristischen werden selten kontrolliert. Es ist wirklich überwiegend für die Ägypter zur Überprüfung, was sie in die Stadt führt. Auf der ägyptischen ID ist unter anderem der Arbeitgeber eingetragen, so dass die Polizei damit sehr wohl überprüfen kann, wenn jemand geschäftlich hier zu tun hat. Wer keinen vernünftigen Grund nennen kann, wird wieder zurückgeschickt.

 

Ein persönlicher Hinweis

Die Deutschen sind hier in Ägypten sehr angesehene Gäste. Sie lieben uns, weil wir respektvoll mit ihnen umgehen, weil wir gute Umgangsformen haben und nicht zuletzt, weil wir guten Fußball spielen und tolle Autos produzieren. Deshalb ist jeder um die deutschen Touristen besonders besorgt. Geben Sie die Anerkennung mit einem Lächeln und vielleicht einem Dollarschein zurück. (Münzen wechselt keine Bank, deshalb wird man oft darum gebeten!).

Das ist mein ganz persönliches Statement dazu für interessierte, die Ägypten noch nicht kennen. Ich würde mich freuen, unseren „Neuen“ damit geholfen zu haben, sich für Ägypten zu entscheiden!

Für weitere Fragen und Anregungen stehen wir euch natürlich zur Verfügung

Eurer Fairholiday Team

Abu Simbel

Astrid und Andreas

Ballonfahrt über dem Nil

Die Ballonfahrt zu Sonnenaufgang über Luxor ist inzwischen schon fast das moderne Markenzeichen von Luxor.

Zwei Punkte haben mich bisher daran gehindert, diese mitzumachen:

  1. Der Ausflug beginnt morgens um halb vier,
  2. Ich habe Höhenangst.

Tatsächlich werden wir mit dem Bus gegen halb vier morgens abgeholt. Der Abflug mit dem Ballon wird in der Nähe von den Memnonskolossen sein, also auf der westlichen Nilseite. Wir fahren deshalb zum Nil an die Feluken Haltestelle, den Wassertaxen, und überqueren diesen. Während der Fahrt bekommen wir Kaffee und Tee und müssen uns den Sicherheitshinweis und Haftungsausschluss bei Unfällen für die Ballonfahrt durchlesen und unterschreiben.

Ist wie bei einer Operation: Es wird schon nichts passieren, doch wenn, dann bist du selber schuld. Wir lesen die Hinweise deshalb schon aufmerksam durch, besonders, weil wir den Ablauf auch schon von einer Freundin erklärt bekommen haben, und unterschreiben.

Am anderen Nilufer fährt man noch ein kurzes Stück mit dem Auto bis man zu dem Startplatz der Ballons kommt.

Wir zählen 5 Ballons, die alle nebeneinander am Boden ausgebreitet sind. So groß haben wir uns die nicht vorgestellt. Klar, wir haben die Ballons bisher immer nur am Himmel gesehen, mal höher, mal tiefer, da kann man die Größe nicht gut einschätzen.

Wir werden in Gruppen von 24 Teilnehmern eingeteilt, so viele passen in einen Korb.

Wir gehen näher an „unseren Ballon“ und beobachten, wie sich diese langsam mit heißer Luft füllen und durch den physikalischen Vorgang sich zu heben beginnen. Immer wieder wird mit einer Gasflamme heiße Luft erzeugt, um dem Ballon den letzten Kick auch noch zu geben, dass er senkrecht über dem Korb steht. Jetzt heißt es Yallah, yallah, denn ab diesem Moment wird aus dem vollen Ballon ein wildes Tier, was in die Freiheit möchte und der Kapitän erinnert mich deshalb ein bisschen an einen Dompteur, der seinen Ballon wirklich gut im Griff hat.

Es gibt keine Leiter in den etwa 1,40 hohen Ballon, dafür jedoch kleine Löcher, die man wie ein Steigeisen nutzen kann. Der Korb ist in sechs gleich große Felder eingeteilt, in die je 6 Personen steigen müssen. Sobald ich hoch genug bin, dass ich meinen Po auf den Rand setzen kann, mache ich das und schwinge elegant beide Beine nach innen. Jeder von uns kommt auf die eine oder andere Weise in den Korb. Ein bisschen belustigt beobachte ich eine sehr korpulente Frau, deutlich jünger als wir, wie sie keine Technik für sich findet, die etwa 120 Kilo in den Korb zu befördern. Das übernehmen die Ägypter dann zu viert: Zwei greifen unter die Arme, jeder nimmt noch ein Bein, und so schnell konnte sie gar nicht reagieren, wie sie die Beine im Korb hatte.

Alle Mann an Bord, doch man möchte mit den anderen Ballons in etwa gleich starten. Also werden alle wilden Tiere noch gebändigt, bis auch der letzte Gast in seinem Korb sitzt.

Durch meine Höhenangst halte ich mich ausnahmsweise im Hintergrund und bleibe in der zweiten Reihe stehen, so dass ich keine Möglichkeit habe, direkt nach unten zu sehen. Am Horiizont ist schon deutlich ein heller Streifen zu sehen, die Nacht verabschiedet sich als unser Kapitän jetzt dem wilden Tier die Erlaubnis gibt, sich in die Höhe zu bewegen und deshalb noch einen guten Feuerstrahl mit dem Gas zündet. Es ist bestimmt heiß, denn er hat Handschuhe an. Es ist das erste Mal, dass ich einen Ägypter mit Schutzkleidung sehe!

Fast spürt man es gar nicht, wie sich der Ballon hebt und ganz ruhig zu schweben beginnt. Langsam wird das Feld, von dem wir gestartet sind, kleiner und dadurch das Blickfeld größer. Es ist ein ergreifender Moment, der durch klatschen und Johlen gefeiert wird. Tatsächlich kann ein Ballon gelenkt werden. Unser Kapitän erklärt uns, wo sich welches Monument am Boden befindet und sorgt dafür, dass wir uns langsam drehen, um alle Perspektiven genießen zu können.

Viel zu schnell vergehen die 45 Minuten, bis wir zur nächsten, spannenden Etappe kommen: die Landung!

Wir wurden alle eingewiesen, was wir bei dem Komando „Landingposition“ zu tun haben: Jeder muss sich in die Richtung drehen, dass er den blau-roten Karabinerhaken sehen kann. Dann muss er sich mit beiden Händen eine Halteschlaufe suchen, die im Korb rundherum in Zweierreihen befestigt sind und in die Hocke gehen und nach hinten lehnen. Wenn sich alle an die Instruktionen halten, hat er ein optimales Gegengewicht zum Ballon und man kann nicht kippen.

Als das Komando kam, setzen wir uns also alle in die Hocke und konnten dadurch nur noch Korb sehen, oder, beim Blick nach oben beobachten, wie im Ballon sich ganz oben die Decke öffnete und der Blick zum Himmel frei wurde. Jetzt konnte die warme Luft entweichen und der Ballon verlor schnell an Höhe. Doch unser Kapitän landete uns ganz sanft, ohne zu holpern. Dieses Mal applaudierten auch wir nach der gelungenen Landung den diese ist nicht so selbstverständlich wie in einem Flugzeug.

Alleine die Erinnerungen erzeugen bei mir Glückshormone! Diese Fahrt werden wir mit Sicherheit wiederholen!

Kommt doch mit!

Astrid und Andreas Fair holiday

 

Theben/Luxor ost


Im Gegensatz zu einer Kreuzfahrt auf dem Meer, wo meist mit einem Relaxtag begonnen wird, beginnt die Flusskreuzfahrt um 6.00 Uhr morgens mit Frühstück und Abfahrt zum ersten Ausflug um 7.00 Uhr. Vage beginnen meine Gehirnzellen zu arbeiten und ich erinnere mich darn, was der Reiseleiter gestern erklärt hat:

“ Schauen sie an der Tafel, in welcher Gruppe sie sind.“

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Schon entflammen die ersten Diskussionen von Gästen, die morgens auch noch einen Tunnelblblick haben: „Ich steh nicht drauf!“Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Die Gruppen werden aufgerufen, jeder bekommt einen Boardpass, damit niemand vergessen wird.

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Auch wenn wir mehrmals im Jahr nach Luxor fahren, bringt jeder Ausflug mit Reiseführer ein Stück Erinnerung aus dem Geschichtsunterricht aus den Tiefen des Unterbewusstseins hoch. Wer erinnert sich nicht an Theben? Dieser Name kam von den Griechen, ca. 300 v. Chr. Erst als die Araber 600 n. Chr. die Stadt übernahmen, nannten sie diese Luxor, die Stadt der hohen Häuser, die Tempel.

Wo die Sonne aufgeht, im Osten,  wird Luxor die Stadt der Lebenden genannt. Dort sind die Gebetstempel erbaut worden.

imageimageEingang karnak Tempel

Die größte Tempelanlage, die 1350 Jahre erbaut wurde, ist der Karnaktempel. Besonders zu empfehlen ist abends die Sound and Light Show, bei der man in die Geschichte mit Illumination der einzelnen Abschnitte und einer Erzählung eintaucht.

Nach etwa zwei Stunden ist der beeindruckende Besuch zu Ende und wir werden in einen Papyrusshop gefahren. Auch bei mir schrillen jetzt alle Alarmglocken: oh je, bin ich jetzt auf einer Kaffeefahrt, bei der ich genötigt werde, etwas zu kaufen?

Etwas skeptisch betrete ich den Laden. Zu meinem Erstaunen werden wir in eine Art Ausstellung geführt, die mit einer Erklärung der Herstellung von Papyrus beginnt und damit Endet, dass man einfach in Ruhe und ohne von jemanden angesprochen zu werden, die wunderschönen Bilder begutachten kann. Alle zu erwerbenden Teile sind in ägyptische Pfund ausgezeichnet. Vorher wurde uns noch erklärt, wie der aktuelle Wechselkurs ist, und dass man natürlich auch mit Kreditkarte zahlen kann. Wer gar kein Geld dabei hat, bezahlt auf dem Schiff. Die Preise bewegen sich zischen 10,00 € und 700,00€,  je nach Größe. Verpackt wird das ganze in einer Papprolle, Flugsicher. So kann man wirklich ein Souvenier für zu Hause kaufen, ohne Angst zu haben, einem willkürlichen Preis ausgeliefert zu sein. Und wer sich heute noch nicht entscheiden kann, hat am Ende der Kreuzfahrt noch einmal die Chance!

Als nächstes Highlight steht der Luxortempel auf dem Programm. Wir entscheiden uns, die Stunde für einen kleinen Abstecher in eine Shishabar zu machen. Natürlich werden wir sofort von einem Kutschenbesitzer angesprochen, mit ihm eine Fahrt zu machen. Mir geht es, wie vielen Touristen: Die Pferde sehen abgemagert aus und ich will ihnen die Last des Fahrens nicht antun. Doch andererseits, wenn niemand fährt, dann bekommen die Menschen und Tiere noch weniger.

Der Pferdekutscher bietet uns an, für 5 Pfund zum Cafeshop zu fahren.  Ich sage ja, Andreas läuft, doch  er lässt sich überreden, auch mit zu fahren. Es sind etwa 100 Meter, dann sind wir da. Unser Kutscher ist geschäftstüchtig, bestellt für uns Shisha und Tee, er bekommt natürlich auch einen. Er bleibt bei uns sitzen, so ist unsere Rückfahrt gesichert. Er erzählt uns, sein Pferd hätte seit 10 Tagen nichts zu essen bekommen. Entsetzt gebe ich ihm das Rückgeld bei der Bezahlung im Cafeshop als Trinkgeld und suche schon mal nach meinem Apfel, den ich mir statt Frühstück mitgenommen hatte. Als wir die 100 Meter zurückgefahren wurden, meint er, wo die Bezahlung sei, es wäre jetzt teurer, da er gewartet hatte. Schlitzohr, denke ich mir, doch was sind schon 15 Pfund? Also zücke ich nochmal 20 Pfund. Er grinst mich an und meint: „Und für das Pferd?“ Also, bekommt das Pferd auch 10 Pfund und den Apfel, den ich ihm sofort vor die Nase halte. Nun, für ein hungerndes Pferd hatte es wenig Appetitt, der Apfel wurde verschmäht. Ich lache und gebe den Apfel auch seinem Herrn und gehe mit einem guten Gefühl zum Bus. Ich hatte ein nettes Erlebnis für wenig Geld und er hatte ein wenig Umsatz, einen Tee und einige Zigaretten.

Die Hitze steigt auf über 40 Grad und wir freuen uns auf den klimatisierten Bus und die Fahrt zu unserem Schiff. Dort werden wir mit einem kühlem, nassen Tuch begrüßt und einem warmen Zitronensaft. Dieser ist besser, als aufgeheizt Kaltes zu trinken. Wir freuen uns auf unseren ersten „Seetag“

Freut euch mit!

Astrid und Andreas fairholiday

 

Check in

Nur eine halbe Stunde vom Flughafen entfernt kommen wir am Viking Port an.  Die Schiffe stehen hintereinander und um auf unser Schiff zu kommen, müssen  wir durch die Bäuche der beiden davor geparkten gehen.

Wie in einem Hotel stehen wir in der Lobby und werden direkt auf deutsch begrüßt. Kurze Formalitäten und schon können wir auf unsere Kabine gehen. Da es keine Aufzüge gibt, beneide ich die Kofferboys nicht, da sie alle Koffer über die drei Etagen schleppen müssen.

Die Größe des Zimmers überrascht mich und das Bad ist deutlich größer als auf Kreuzfahrtschiffen. Wir verabschieden unseren fleißigen Begleiter mit einem Trinkgeld, um sofort zur Tat zu schreiten: Nachttisch raus und die beiden Betten zusammen schieben. Wir machen das öfter und hatten schon manche Entdeckungen dabei gemacht: alte Taschentücher waren da noch das harmloseste. Heute war ich positiv überrascht: noch nicht einmal ein Staubrand war zu sehen!!

Es gibt genügend Platz für unsere Sachen, die schnell eingeräumt sind. Was entdecke ich? Einen Safe! Genau der richtige Platz für meinen Geldbeutel.  Rein und meinen Code eintippen – es blinkt seltsam. Kein Knopf mit Stern oder Raute? Aber ein Drehknopf, den ich betätige währen Andreas ruft, während er mir ein Schild vor die Nase hält,: „Da ist doch eine Beschreibung!“

Zu spät, der Safe ist verschlossen un zwar mit dem Code des Vorgängers. Laut Beschreibung hätte ich erst einen Reset machen müssen, belehrt mich Andreas, nachdem ER gelesen hat. Ich schaue den verschlossenen Wandtressor an und entscheide, dass wir so wenigstens einen Notgroschen haben!!

Wir schauen auf die Uhr. Noch knapp zwei Stunden Zeit bis zur Information. In die Stadt sind es knapp 30 Minuten, also zu kurz um noch eine Shisha zu rauchen. Es hat noch weit über 30 Grad deshalb entscheiden wir uns, ein Bier auf der Sonnenterasse zu trinken. Wir sind mit Freunden und FB Bekannten verabredet, wo der erste Teil bereits die gleiche Idee hatte. Nabil, der Barmanager gibt einen Tipp: die kleine Straße hoch zu Fuß dann erreicht man ein Cafe mit Fruchtshisha. Da ist der Abend doch schon für Andreas gerettet. Doch nicht vergessen: Um halb sieben ist Info!

Man kann wirklich gut auf dem Boot im Freien sitzen, die Themperatur ist jetzt angenehm und es gibt keine störenden Moskitos. Bei anregenden Gesprächen vergeht die Zeit schnell und wir brechen auf zur Bar im Schiffsbauch.

Assir, Mohamed und Ahmed stellen sich als unsere deutschsprachigen Reiseführer vor und erklären den Ablauf der nächsten Tage auf dem Nil mit Schwerpunkt der Ausflüge. Ich finde es sehr bemerkenswert, wie Assir es schafft, das heikle Thema Dumpingpreis wegen des ausbleibenden Tourismusses in Verbindung mit dem Kompliment an die Treue der Reiseveranstalter Sonnenklar.TV, FTI und BIG Xtra zur Sprache zu bringen. Das umfangreiche Kulturprogramm wurde mit dem uns bekannten Stolz der Ägypter erklärt und ich bin sicher, alle Gäste haben das Ausflugspaket gebucht. Dann schließt sich auch der Kreis, wo alle etwas gewonnen haben: Die Gäste haben einen günstigen Urlaub, die Reiseveranstalter volle Flugzeuge und alle Betten belegt und die Einheimischen verdienen an dem Trinkgeld, was Assir auch diplomatisch angesprochen hat, den Getränken, die bezahlt werden müssen und den gebuchten Ausflügen.

Sogar wir sind sehr gespannt auf die nächsten Tage und gehen angeregt mit vielen neuen Eindrücken und Erwartungen nach unten in das Restaurant.

Auf dem Büffet findet jeder der 100 Gäste Platz, wodurch die Verteidigung des Sitzplatzes durch einen, während die anderen sich am Büffet bedienen, ausfallen kann. So kann auch ich das Essen genießen, da man gleichzeitig aufstehen kann. Ich versuche alle Angebote: ägyptisches Shawerma, frisch am Büffet zubereitet, Fisch in Spinat mit viel Knoblauch und kleine Koftabällchen in Tomatensauce. Dazu die bestschmeckenden, ägyptischen Kartoffeln, Reis und Salat. Wer möchte, kann auch aus zwei Suppen wählen und natürlich krönnen frisches Obst und Süßspeisen das Menü ab.

Es ist halb zehn, so dass wir noch gelassen in die Stadt fahren können um am Nilufer der Innenstadt noch ein bisschen den Ausblick auf die illuminierten Berge und das Tal der Königinnen genießeb können.

Nach zwei Stunden bemerken wir, dass in sechs Stunden der Wecker läuten wird, um den Karnaktempel zu besichtigen. Ja, diese Woche wird richtig streßig!

So, jetzt ab ins Bett und gute Nacht! Astrid und Andreas

Astrid und Andreas

 

 

Unsere erste Nilkreuzfahrt

Fahrt nach Luxor

OK, jetzt leben wir seit drei Jahren in Ägypten und starten heute unsere erste Nilkreuzfahrt! Ich werde täglich unsere Eindrücke und Erfahrungen hier berichten! Ich hoffe, ihr schaut jeden Tag rein!!!

 

Los ging es an einem Donnerstag. Unsere Freunde saßen um 10.00 Uhr in Düsseldorf in der von Sonnenklar gecharterten Sunexpress, wir in unserem Auto. Wir fahren 320 Kilometer. Erst geht es durch die arabische Wüste mit den Trockentälern, die von hohem Gebirge ein gezäumt sind,  bis wir in Qena an den Nil stoßen. Den folgen wir flußaufwärts bis Luxor. Wir sind in dem Schiff Royal la Terrasse untergebracht, eines der drei Premium Schiffe, entsprechen 4 Sternen. Sonnenklar.tv  bietet auch Schiffe in 5 Sternekategorie an, ein bisschen teurer.

Unser Schiff ist 10 Jahre alt, gepflegt und sauber. Um auf unser Schiff zu gelangen, müssen wir andere Kreuzfahrtschiffe, die alle hintereinander festgemacht haben, durchqueren. In Hochzeiten waren das häufig sechs bis acht Schiffe, heute liegen maximal noch vier hintereinander. Der Weg ist wie eine kleine Schleuse, die immer wieder durch die Lobbies der einzelnen Schiffe erhellt werden.

In unserer Lobby werden wir dann an der Rezeption empfangen und hier ist auch der zukünftige Treffpunkt für die Ausflüge. Ein Aufenthalt auf einem Flußkreuzfahrtschiff ist nicht für Rollstuhlfahrer geeignet, da es keine Aufzüge gibt und auch der Zugang über mehrere Schiffe nicht barrierefrei sein kann.  Unser Gepäck wird von einem Pagen deshalb zu Fuß aufs Zimmer in der 4. Etage gebracht, wodurch er sich ein Trinkgeld verdient hat.

Unser Schiff hat zwei Suiten, die großzügig mit Wohn- und Schlafbereich ausgestattes sind sowie einen Balkon, auf dem man auch sitzen kann und auf der Fahrt die Landschaft genießen kann. Wir haben eine der 48 Kabinen, die einen großzügigen Schlafbereich haben mit zwei Sitzmöglichkeiten, einem Schreibtisch, den ich zum Schmiktisch umfunktioniere da ein großer Spiegel mit Beleuchtung geradezu danach schreit. Der Fernseher ist gerade mal Laptop Größe, dafür überrascht es mich, mitten in Afrika deutsche Sender zu empfangen.

Unsere Kleidung für eine Woche hat gut in dem zweitürigen Kleiderschrank Platz, in dem sich auch ein Safe befindet. 99% der Passagiere haben den Safe nicht auf der Innenseite der Türe entsperrt, so dass sie diesen mit dem Code des Vorgängers verschlossen hatten. Ich gehörte auch dazu.

Auch die Größe des Bades hat uns mit etwa 9 qm Meter positiv überrascht. Eine Sitzkabine in der Dusche dürfte auch allen älteren Menschen die Angst nehmen, dort ausrutschen zu können.

Das Restaurant befindet sich in der untersten Etage, trotzdem noch über dem Wasserspiegel, was wir gut erkennen können, wenn wir unterwegs sind und es draußen noch hell ist.

Die Kabinen teilen sich von der zweiten bis vierten Etage auf, wo sich dann auch die Bar befindet. Auf den Weg dorthin geht man an den Shopbesitzern vorbei, die von alltäglichen Gebrauchsgegenständen wir vergessenen Zahnbürsten (ich habe eine geschenkt bekommen) bis hin zu echtem Schmuck oder Kleidung alles bieten. Besonders verkaufen sie die Sachen, die man bei jedem Ausflug von den fliegenden Händlern angepriesen bekommt und zwar günstiger, ohne zu handeln!!

Von der obersten Etage kommt man auf das Sonnendeck mit Pool und Außenbar mit Schatten, welche auf der Fahrt nach Assuan wirklich notwendig ist. Bereits jetzt, Ende Mai, klettern die Temperaturen bis über 40 Grad im Schatten.  Jetzt wird der Pool wirklich zum Lebensretter. Es ist so heiß, dass man beim Barfusslaufen ohne Schuhe das Gefühl hat, Brandblasen zu bekommen und auf dem Rand des Beckens bestimmt die morgendlichen Spiegeleier gebraten werden könnten. Die Handbrause wird deshalb nicht nur zum Abkühlen des Körpers genutzt, sondern auch des Beckenrandes, um ohne Verbrennung in den Pool zu gelangen. Der Pool ist in der Mitte 1,60 Tief um sich komplett einmal abzukühlen, der andere Teil wird dafür genutzt, um sich ins Wasser zu setzen.

Die Preise für die Getränke sind normal. Eine eineinhalb Liter Flasche Wasser für 15,00 LE, alkoholfreie Getränke in 0,2 Liter Dosen 15 LE. Alkoholische Getränke sind etwa so teuer wie in Deutschland: Das Bier in der 0,5 Liter Dose für 32 LE und ein Cocktail 70 LE. Der Bailys wir hier „Bells“ ausgesprochen und kostet 52 LE, aber original!

Tipp: Die Landeswährung sind ägyptische Pfund (LE), Kurs derzeit 1 zu 10, das bedeutet ein Euro entspricht 10 ägyptische Pfund. Man kann auf dem Schiff Euros in Landeswährung zu einem guten Kurs wechseln. Die Einkäufe auf der Reise kann man natürlich auch mit Euro bezahlen. Man hat den Vorteil, ein besseres Gefühl für den Preis zu haben. Doch dann bitte viele Fünf- und Zehneuroscheine mitnehmen, damit man das Geld passend und in Scheinen hat. Für das Trinkgeld zwischendurch sind Eindollarscheine, die man in Deutschland auf der Bank bekommt, sehr praktisch. Münzen können von den Ägyptern in Fremdwährung nicht eingetauscht werden, so dass man ständig gefragt wird, ob man in Scheine wechseln kann. Dies sollte man gerne machen, sich jedoch das Geld in die eigene Hand zählen lassen.

Ausflüge:

Das Ausflugspaket beinhaltet für knapp 190€ alle Transfers, deutsche Reiseleitung, alle Eintritte zu den Tempelanlage an allen Anlegeplätzen, in Luxor zum Tal der Könige und den Karnaktempel.

Fakultativ können noch die Temel in Abu simbel und Qena gebucht werden, was beides sehr empfehlenswert ist.

Außer Tempelanlagen wird noch ein Besichtigung mit der Kutsche in Luxor angeboten und eine Ballonfahrt.  Die Kutschenfahrt hat einen gewissen Charme und wer Tierlieb ist unterstützt die Pferde am meisten, wenn er eine Rundfahrt bucht.

 

Die Ballonfahrt zu Sonnenaufgang über Luxor ist inzwischen schon fast das moderne Markenzeichen von Luxor und ein wunderbarer Abschluss!

Persönlicher Hinweis:

In den Buchungsunterlagen wird darauf hingewiesen, dass jeder 35€ Trinkgeld vor Ort zu bezahlen hat. Diese werden von den Reiseleitern am zweiten Tag eingesammelt und ich finde es beschämend, wenn er dafür mit Gästen diskutieren muss. Gerne haben wir natürlich zusätzliches Trinkgeld bezahlt für Personal, was besonders aufmerksam war, dazu zählten natürlich das Zimmerpersonal, welches täglich zweimal das Zimmer gereinigt hat und sehr phantasievoll die Badetücher faltete. Dazu zählte auch der Reiseleiter, der von der Trinkgeldpauschale nichts bekommt. Leider wurden für die Busfahrer keine Sammelaktionen gemacht, so wie wir das kennen.

Die Ägypter sehen in uns Deutschen freundliche, lustige und großzügigen Touristen, die gerne willkommen geheißen werden.

Wir haben einige erlebt, die die Mentalität des modernen „Geiz ist geil“ angenommen haben, ständig was zum Nörgeln haben und  dann glauben, mit ein paar Kupfermünzen besonders großzügig zu sein. Die Ägypter sind ein stolzes Volk und können zwischen Almosen und von Herzen gegebenem Trinkgeld unterscheiden!

In diesem Sinne freuen wir uns, wenn wir kulturinteressierte Menschen auf eine Nilkreuzfahrt Laune gemacht haben!

Zu buchen über Sonnenklar.TV

http://www.sonnenklar.tv/promo/flusskreuzfahrten.html

Eure Ägyptenspezialisten

Astrid und Andreas Fairholiday

 

Astrid und Andreas