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Oase Fayoum

Oase ist ein wenig geflunkert, da es sich in Wirklichkeit um eine Halboase handelt und schon seit Pharaonenzeit durch einen unterirdischen Kanal (Josefskanal)  mit Nilwasser gespeist wird und sich nicht nur durch eigenes Grundwasser versorgt. Auch von unserer naiven Vorstellung, eine Oase sei ein kleines, fruchtbares Fleckchen inmitten der Wüste mit einem See und einigen Palmen, wo die Kamele getränkt werden, müssen wir uns verabschieden. Das Gebiet Fayoum ist etwa 1500 qkm groß und hat 2,5 Mio. Einwohner. Fayoum ist eine der fruchtbarsten Gegenden in Ägypten und u.a. bekannt für sehr gute Oliven und der Tonwaren.

Morgens um 3.00 Uhr starten wir in Richtung Kairo, da die Fahrzeit ab Hurghada sechs Stunden mit einem kleinen Zwischenstopp beträgt. Zuerst fahren wir am Meer entlang bis zu unserer „Autobahnraststätte“ Zafarana, wo wir uns mit einem leckeren Cappuccino stärken und aus der Vielzahl des Angebotes etwas zu Essen kaufen kann.

 

Tipp: In Ägypten ist es erlaubt, selbst mitgebrachtes Essen in Raststätten zu verzehren. Also gerne ein Frühstück mitbringen.

Ab jetzt geht es Richtung Bani Suwaif. Wir sind überrascht, wie gut diese Strecke ausgebaut ist und kommen deshalb zügig voran. Ab dem Checkpoint Fayoum, an dem wir angeben müssen, wo genau wir hinwollen, werden wir von der Polizei eskortiert.

Unser erstes Ziel ist der Palast „Qasr Qarun“.  Nach der Besichtigung    machen wir uns  weiter auf den Weg zu Maria und Mohamed ins Casa Beyoum. Bei einem sehr leckeren Mittagessen und einer Shisha tanken wir neue Energie um am Nachmittag  ins Naturschutzgebiet Wadi-ar-Raiyan (45m unter dem Meeresspiegel gelegen) zu fahren. Der Salz-  und Süsswassersee mit den Wasserfällen war ein absolutes Highlight! Ich hoffe, wir können die Schönheit der Natur ein wenig wiedergeben! Eine kleine Bootsfahrt rundet die Eindrücke ab.

Auch das Abendessen nehmen wir bei Maria ein, die in der Wüste seit über sieben Jahren lebt. Sie schwärmt von ihren Olivenbäumen und dem Öl, was natürlich in unserem Gepäck landet.

Ganz früh morgens geht es quer durch die Wüste bis wir das Naturschutzgebiet Wadi Al Hitan – Whale Valley erreichen. Es gehört seit 2005 zum UNESCO Weltnaturerbe und gehört zu einem der Highlights, die man besuchen muss, wenn man nach Fayoum fährt. Alleine die 40 km lange Fahrt durch die Wüste in das Wadi ist ein landschaftliches Erlebnis. Zur Einstimmung wird man mit einem Film in das Zeitalter der Wale und anderer Tiere, die teilweise vor 5000 Jahren dort lebten, versetzt. Anschließend kann man das Gelände in einem etwa dreistündigen Rundgang erkunden. Sonnencreme und Kopfschutz sind absolutes muss!

 

Hinweis: Der Film läuft nur in Englisch.

Zum Abschluss unserer Tour besuchten wir noch das koptische Kloster St. Macarius. Ein sehr spiritueller Ort mit einer Kirche, die dem Erzengel Michael geweiht ist, ca 400 Jahre alt ist und im inneren eines Berges gelegen ist. Auch die Mönche haben ihre Unterkünfte zum Teil innerhalb des Berges.

Was bringe ich, außer unbezahlbare und ganz besondere Eindrücke, mit aus der (Halb)Oase Fayoum??