Ich lerne von meinen Schülern

Eine Freundin rief mich ganz überrascht an und meinte: „Ich habe von der Mutter einer Mitschülerin meines Kindes DEINE Telefonnummer bekommen mit der Bitte, dich zu fragen, ob du ihrer Tochter Nachhilfe in Deutsch geben kannst.“ Mein Erstaunen darüber war mindestens genauso groß, hatte ich noch  nie einen Gedanken daran verschwendet, Nachhilfe zu geben. Und die Frage, woher sie meine Telefonnummer hatte, ist bis heute ungeklärt.

Da ich in Deutschland viele Jahre Schulungen gegeben hatte, traute ich mir Nachhilfe in Deutsch zu. Außerdem hatte ich jetzt die Gelegenheit, Kinder in Ägypten zu unterstützen.  Ich überlegte vor dem ersten Termin, wie ich mich mit der Kleinen unterhalten sollte. Mit meinen drei Brocken arabisch? Oder in Englisch? Schon bei der Begrüßung hatte sich diese Frage erledigt, ich wurde von der 10 jährigen Schülerin in fließendem Deutsch begrüßt.

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Die Mutter sprach englisch mit mir und meine naive Vorstellung, dem Kind etwas Deutsch beizubringen,  zerplatzte wie eine Seifenblase. „What should i teach her? She speaks fluently german?“, sprach ich meine Gedanken laut aus. Schnell kristallisierte sich der Grund heraus: Salma geht auf die Deutsche Schule Hurghada und beide Elternteile sind Ägypter und sprechen kein Deutsch. So ist es schwierig, bei den Hausaufgaben zu helfen oder auch mit ihr zu üben. Salma war damals in der 3. Klasse und ich traute mir noch zu, in diesem Level Unterstützung zu geben.  Schnell klärte mich die Mama von Salma auf, dass noch eine Mutter jemanden sucht, ob ich auch für diese Kinder Zeit hätte. Na, ob ich mir jetzt für ein Kind Gedanken mache, oder für zwei ist egal.

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Ich ließ mir die Schulunterlagen geben, um mich zu orientieren. Zwar hatten wir uns vor vier Jahren schon mit der Deutschen Schule auseinander gesetzt, da wir unsere Tochter auch auf diese Schule getan hätten, wenn sie mit ausgewandert wäre, doch wann hatte ich das letzte Mal Schulbücher in der Hand? Stoff der dritten Klasse: Präsens, Präteritum, Perfekt, Nomen, Verben, Adjektive, Prädikat, Subjekt, Objekt…. . Der Vorteil ist,  ich kann mich einlesen und frische mein Wissen wieder auf.

Bei der zweiten Familie werde ich dann wieder überrascht: es geht nicht nur um ein Kind –  nein drei süße Knirpse im Alter zwischen 5 und 10 Jahren warten auf mich. Galil, der kleinste, geht noch nicht zur Schule, sondern in den Kindergarten. Er schafft es geschickt, nicht zu reden, sondern lieber Zeichensprache zu entwickeln. Die neue Herausforderung: Tatsächlich die Sprache unterstützend beizubringen.

Cilia war in der ersten Klasse, so dass das Schreiben noch ein Auftrag ist. Schnell stelle ich fest, dass heute die Schreibschrift anders geschrieben wird als zu meiner Zeit. Also immer erst ins Übungsbuch schauen, bevor etwas vorgeschrieben wird. Ich möchte nicht noch einmal von meiner Schülerin korrigiert werden, weil ich etwas lustig aussehendes schreibe.

Kareem, Gott sei dank in der selben Klasse wie Salma, so dass ich da den gleichen Stoff bearbeiten kann. Ich brauche einige Stunden, um einen roten Faden zu entwickeln. Als Unterstützung hole ich mir Übungensaufgaben vom Internet und kaufe Übungshefte in Österreich, das war ein Zufall beim Besuch unserer Freundin. Doch in Österreich lernt man ja auch Deutsch :-).

Auch hier holt mich schnell die deutsche Rechtschreibreform ein, besonders bei der Regelung ß/ss oder die Silbentrennung muss ich manchmal in den Duden schauen.  Es macht Spaß und ich merke, wie schwierig meine Muttersprache ist.

Die Mitte, aber:  Ich stehe in der Mitte.

Der Tisch, aber: Der Teller steht auf dem Tisch.

Bus mit einem s, Kuss mit doppel s,

wissen und ich weiß

Und dann noch die Vergangenheit!

Ich begann, du??? ihr ???

Ich wuchs, du ???, Ihr???

Manchmal hört es sich so seltsam an, dass wir alle lachen müssen, weil wir uns fast die Zunge brechen.

Dann weitete sich das Spektrum aus:  Ein Test in Mathe muss vorbereitet werden.  Oh mein Gott, jetzt komme ich gerade mit den Fachbegriffen in Deutsch klar, jetzt beginnt das gleiche in den Grundrechnungsarten!

Wenn der Dividend 8 ist und der Quotient 2, wie heißt der Divisor?

Wie heißt das Produkt von 8 und 3?

Was ist die Differenz von 20 und 7?

Wenn der eine Summand 7 ist und die Summe 10, wie hoch ist der andere Summand?

Puh, da kommt man wieder ganz schön ins Schwitzen. Doch Gott sei Dank ist im Lehrbuch wirklich alles gut beschrieben, so dass ich schnell einmal nach blättern kann.

Last but not least kommt dann noch Sachkunde dazu. Die Himmelsrichtungen kenne ich ja noch.  Doch jetzt braucht Andreas sich nicht mehr mit mir zu streiten, wo Süden ist. Ich kenne in fast allen Lebenslagen die Bestimmung der Himmelsrichtungen!

Die Vogelhäuschen werden meist nach Osten aufgehängt (nicht zur Wetterseite)

Das Moos an Bäumen wächst meist im Westen hoch (Wetterseite)

Gebetet wird übrigens auch im christlichen Glauben nach Osten, somit sind die Altare Richtung Osten gebaut. Mekka liegt auch im Osten und damit man in die richtige Richtung beten kann, findet man an Flughäfen und Hotels in arabischen Ländern Hinweise.

Die Satelitenschüsseln zeigen Richtung Süden.

Ja, da staunt man, welche interessanten Dinge doch gelehrt werden!

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Inzwischen habe ich 8 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die von mir Hausaufgabenhilfe erhalten. Es macht Spaß und ich bin gespannt, bis zu welcher Klasse ich mithalten kann.

Warum gehen diese Kinder in die deutsche Schule, wenn keines der Eltern deutsch spricht? Die Eltern möchten eine gute Ausbildung für ihre Kinder und sind der Überzeugung, das die Europäischen Schulsysteme besser sind als die staatlichen von Ägypten, obwohl diese viel mehr kosten.  Da die Eltern sehr viel in ihre Kinder investieren, möchten sie auch möglichst gute Resultate.  Die Kinder gehen bis halb fünf in die Schule, kommen dann nach Hause und müssen nicht nur mit mir, sondern oft noch in weiteren Fächern abends und ein Teil am Wochenende lernen.  Dann und wann diskutiere ich dann mit den Eltern, das eine vier, also  ausreichend,  für ein Kind, was in einer fremden Sprache gelehrt wird, ein gutes Ergebnis ist.   Ich überlege mir, wie viele Kinder gehen in Deutschland auf eine internationale Schule? Überwiegend ist dies Akademiker- oder Diplomatenkindern vorenthalten. Hier bin ich in ganz normalen Familien, die ihren Kindern einen besseren Start ins Leben geben möchten. Und manchmal muss ich die Erwartungshaltung der Eltern etwas herunter schrauben.  Wenn sie sich gar nicht erweichen lassen, erzähle ich ganz ungeniert, dass ich auch nur Vierer hatte, und dann frage ich nach den Noten der Eltern. Spätestens jetzt dürfen die Kinder wieder etwas Kind sein und wir lassen in den Ferien wenigstens die eine oder andere Stunde ausfallen.

Übrigens: Ich überlege jetzt ernsthaft, selbst in der Schule die Bank zu drücken und mit den Kidds arabisch zu lernen!

 

 

 

 

 

Doha – eine Welt im Glanz

Ich folge meinem Kind überall hin auf der Welt, wenn sie ein Engagement hat. Dieses Mal war sie für vier Wochen in Doha, was nicht weit von uns entfernt ist. Über Egyptair bekomme ich einen Flug und genieße Service. Es hat einfach auch Vorteile, wenn ein Land ein bisschen hinterher hinkt. Hier bekommen wir noch das Auto betankt und im Flugzeug gibt es noch Essen und Trinken. Und wir sind 30 Minuten schneller gewesen, als geplant.

Relaxed und zufrieden steige ich deshalb nach insgesamt knappen 4 Stunden Flug, mit kurzem Stopp in Kairo, gerade genug Zeit um umzusteigen, in Doha am Flughafen aus. Ich halte meinen Pass bereit zur Einreise. Schnell ins Internet einloggen, damit ich Sarah schreiben kann, dass ich jetzt schon ausgestiegen bin. Sie ist ganz entsetzt, da sie nicht so früh mit mir gerechnet hat. Macht nichts, ich bin ja noch nicht draußen und die Wege sind länger und deshalb packe ich den Pass in meine Hosentasche, um die Hand für Iphone und Handgepäck frei zu haben. Ich weiß nicht warum, doch beim Anblick einer Toilette nach dem Flug  setzt bei mir automatisch Druck ein, obwohl ich fast nichts getrunken habe. Also gehe ich in die Behinderten Toilette, denn da bin ich erstens alleine, und zweitens habe ich genug Platz für meine Taschen.

 

Erleichtert laufe ich weiter auf Laufbändern und Rolltreppen bis ich die an dem Ende der Schlange stehe, um mein Visum zu bekommen. Meine Hand greift zur Hosentasche – leer. Prima, das hatte ich noch  nicht. Pass am Flughafen verloren. Ich versuche den Weg zurück zu gehen, denn ich bin mir sicher, diesen in der Behinderten Toilette zu finden. Schnell stehe ich vor einem roten Kreis mit weißem Balken und versuche dem Sicherheitspersonal zu erklären, dass ich meinen Pass auf dem Weg vom Flugzeuch zum Einreisestempel verloren habe. Ein kleines Elektromobil bleibt neben mir stehen und nimmt sich meiner an. Jetzt muss ich ihm erklären, dass ich die Toilette suche, die Behinderten Toilette. Es ist mir ein bisschen peinlich doch ich zeige auf mein Handgepäck und meine, da ist genug Platz. Ich wusste gar nicht, wie viele Toiletten auf dem Weg waren! Ich ging in jede, die von der äußeren Optik stimmte, um „meine“ zu finden. Nach bestimmt 10 Minuten fragte er nach meiner Flugnummer, damit wir geziehlt zum Gate fahren konnten. „You are confused! Relax, we will find your Passport!“, versuchte er mich zu beruhigen, da ich doch schon langsam Schnappatmung bekam, da ich sicher war, er fährt in die falsche Richtung! Doch tatsächlich: die nächste Behindertentoilette war meine. Die Wassertropfen am Boden waren immer noch nicht weg doch mein Pass schon. Enttäuscht kam ich raus und schüttelte mit dem Kopf. In der Zwischenzeit bimmelt es in meiner Hosentasche. Sarah schreibt mir, dass sie jetzt endlich da sei und wo ich wäre. Kurz informiere ich sie über die aktuelle Situation.

Der junge Mann fragt mich jetzt eindringlich, ob ich sicher sei, den Pass aus dem Flugzeug mitgenommen zu haben, sonst hätte ich tatsächlich ein Problem. Nein, ich bin sicher. Da strahlt er mich an: „No Problem, we will find your Passport! Don’t be afraid!!“ Nein, bin ich nicht. Wir schauen auf dem Weg zurück überall auf den Boden, doch durch die Laufbänder und Rolltreppen glaube ich nicht, ihn zu finden. „Where I have to bring a Passport, if I find one??“ Er nickt und wir fahren zum Qatar – Counter. Wir erklären das Dilemma und der Angestellte meint: “Ich habe jemanden gesehen, der einen Pass gefunden hat.“

Die beiden setzten mich auf einen Sessel an der Seite und ordern, hier zu warten. Jetzt nehme ich in Ruhe mal mein Iphon und kläre Andreas uns Sarah auf. Klar, es kommt kein Wort des Bedauerns. Andreas meint, man könne mich nicht alleine weglassen, Sarah meint, sie wartet unten, wir würden uns dann schon finden.

Da kommen meine beiden Helden freudestrahlend und nehmen mich mit zu einem Schalter, an dem mein Passport liegt. Ich muss nur noch den Empfang quittieren und die Rechtmäßigkeit als Besitzer beweisen, durch die Vorlage meines Passen und Dokumentation meiner Passnummer. Ich schaue den Mitarbeiter an und deute auf den Pass. Er grinst und schiebt ihn mir zu.

In zwischen ist die Schlange an den Einreiseschaltern so geschrumpft, das nur noch einer geöffnet ist. Freudestrahlend gehe ich hin. Der junge Mann scannt mich und möchte meine Kreditkarte. Fragend schaue ich ihn an. „Ich habe keine Kreditkarte!“

Wie ich mein Visum zahlen möchte, fragt er. Na nur bares ist wahres! Dann müsste ich zurück an den Bankschalter und dort mein Visum kaufen. Meine Güte, da hätte ich ja auch selber drauf kommen können. Also wieder zurück zum Bankschalter. Ich bezahle 35 Euro und bekomme ein Visum für 2 Jahre!! Prima, in Ägpten hätte ich das gerne!

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Jetzt geht es wieder zu dem Beamten, der versucht, das Visum, welches eine kleine Karte ist, durch zu ziehen. Nix geht. Ich glaube, die wollen mich nicht hier haben. Wir gehen zu einem anderen Schalter, nix, wir gehen zum nächsten – da klappt es endlich. Doha, ich bin da!!

Doch ich ahnte nicht, dass es mein billigster Urlaub jemals werden würde!!

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Als erstes sind wir zum Souk gefahren. Sarah erklärt mir, dass ganz Qatar neu gebaut ist, nach dem großen Vorbild Dubai. Tatsächlich ähneln sie sich stark, nur dass noch viele Kräne dort an den unfertigen Hochhäusern stehen. Es kommt Sturm auf, so dass wir beschließen, unsere Sightseeing Tour zu beenden und mit dem Taxi ins Hotel fahren. Ich lerne den Umrechnungskurz 1:4, also kostet das Taxi 10 €, was ich nicht unverschämt finde. Die Shisha hatte am Souk 5 € gekostet und der Zitronensaft 2,50€. Sarah erzählt mir, die teuerste Shisha versehentlich im Hotel bestellt zu haben: 40€! Da ist doch sogar die Schweiz ein Schnäppchen dagegen!

Sie hatte mich schon vorgewarnt, dass Essen und Trinken im Hotel extrem teuer sind: 40€ das Frühstück, 10€ der Tee oder Kaffee. Da wäre die Übernachtung mit 100 € ja verhältnismäßig günstig gewesen. Ich habe den Besuch bei ihr auch nur gemacht, da ich in Ihrem Zimmer mit übernachten darf. Essen kann Sarah drei Mal am Tag inclusive einem Softgetränk. Die Kontrolle ist gut,  jeder bekommt eine Rechnung zum Unterschreiben, bei Frühstück, Mittagessen und abends, so ist es nicht möglich, sich einfach „durchzuschmuggeln“, wie in vielen anderen Hotels.  Ich habe beschlossen, einfach wenig die Tage zu essen und dann außerhalb des Hotels.

Die erste Nacht sind wir im Nachbarhaus vom Hotel untergebracht. Sarah musst schon mehrmals umziehen, wenn das Hotel ausgebucht ist. Vorteil: man bekommt immer wieder einen  Obstteller ins Zimmer gestellt. Nachteil, man muss immer alles packen und die Mädels haben ja neben dem privaten Gepäck das Equipment für die Auftritte, was mehr Aufwand ist.

Das Apartment ist super groß mit Wohn- Esszimmer, zwei Schlafzimmer, kleine Einbauküche, Gäste WC, Bad mit WC. Da kann man es aushalten, doch wir sind ja nur eine Nacht da. Sie zeigt mir den Pool auf der Dachterasse, welchen wir wegen schlechtem Wetter jetzt nicht nutzen. Gegenüber ist ein Restaurant, was Sarah noch nicht besucht hat. Jetzt gehen wir über die Tiefgarage rüber ins Hotel. Wir betreten die Welt der Schönen und Reichen.

Die Gäste sind überwiegend aus dem Orient, Frauen schwarz gecouvert, Männer in weißen Gewändern mit der  typischen Kopfbedeckung die wir mit reichen Scheichs in Verbindung bringen. An jeder Türe steht ein Page in ordentlicher Kleidung und öffnet dir freundlich die Türe. Die Lobby ist opulent groß und ein Blumenbukett aus Rosen empfängt uns. Wir schlendern nach links wo mich ein Oldtimer fasziniert. Weiter geht es in eine Art Kaffee, wo ich sehnsüchtig nach einen Cappuccino schmachte, doch 10 € ist mir das nicht wert. Draußen im Freien sind Aschenbecher, so dass ich wenigstens den Nikotinentzug entgegenwirken kann. Sarah zeigt mir das Restaurant, in dem sie täglich ihre Mahlzeiten einnimmt. Wir schlendern von der anderen Seite jetzt wieder Richtung Lobby und machen uns auf den Weg zurück ins Apartment, denn eigentlich müsste sie heute Arbeiten. Ihr Arbeitsplatz ist auf der Dachterrasse und da es neben dem Sturm jetzt auch noch regnet, glauben wir nicht, dass etwas stattfindet.

Im Apartment ist jetzt auch ihre Kollegin. Die beiden richten sich zusammen, um  Essen zu gehen. Ich nehme meine Zigaretten und das Laptop und werde die Zeit zum Schreiben nutzen. Wir verabreden uns gegen halb elf wieder zu sehen.

Es regnet, deshalb kann ich mich nicht auf die Dachterrasse setzen sondern muss ins Restaurant. Vollkommen abgeschreckt wegen der hohen Preise verneine ich, als der Kellner mich fragt, ob ich was wollte. Doch ein Cappuccino wäre jetzt so schön. Ich lasse mir die Karte geben und beginne zu rechnen: Heinekenbier 15 Rial, 4 €; Cappuccino 10 Rial, 2,50 €, Wasser 10 Rial; dass sind ganz normale Preise!! Ich mache einen Luftsprung und frage, ob ich auch mit Euro zahlen kann, da ich kein Geld mitgenommen hatte, wußte ja nicht, dass es hier bezahlbar ist. Nein, kann man nicht und auch nicht aufs Zimmer schreiben. Mir egal, Cappuccino muss her und Wasser, dann muss Sarah halt kommen und mich ablösen.

Ein Genuß, den Schaum an den Lippen zu spüren. Ich packe meinen Laptop aus und merke, wie mein Handy vibriert. Erst noch die obligatorische Zigarette zum Kaffee, dann einen Blick aufs Display. „Hey Mama, du bist heute Abend eingeladen, komm zu uns ins Restaurant!“

Na, das ist ja eine freudige Überraschung, ich schaue auf mein volles Wasser und die Tasse Cappuccino. Das antworte ich Sarah, auch dass ich nicht bezahlen kann. Sie meint, ich hätte Zeit, da es bis elf Uhr abends Essen gibt. Ein Blick auf die Uhr, halb zehn. Also trinke ich meinen Kaffee, rauche noch eine Zigarette, rufe den Kellner und erkläre, dass ich später komme, um zu zahlen. Als Pfand lasse ich die volle Flasche Wasser und meinen Laptop da, der stört jetzt sowieso nur. Ich mache mich auf den Weg zum Restaurant.

Sofort finde ich die beiden in einer kleinen Nische des unspektakulär eingerichteten Restaurants. Die ganze Aufregung ist mir auf den Magen geschlagen, so dass ich keinen wirklichen Hunger empfinde. Doch wer braucht schon Hunger zum Essen?

Ich gehe ans Büffet und verstehe, warum es so teuer ist: frische Austern, Riesengarnelen, Roastbeef warm und kalt, Schokoladenbrunnen, Obst, Petifour, Käse, Suppen, orientalisches Essen …. Ich bin überwältigt. Ich nehme mir nur vom Besten, denn wenn ich schon keinen Hunger habe, möchte ich nicht noch das Essen, was ich sonst auch bekomme. Ich habe noch nie Austern ohne ein Glas Wein oder Champus gegessen, doch dieses Mal verkneife ich es mir. Es ist ein Gefühl, einfach nicht am richtigen Ort zu sein. Ich komme aus der Gastronomie und habe immer gesagt, wenn du dir das Hotel nicht leisten kannst, dann lass es lieber. So fühle ich mich jetzt, nur dass ich es mir nicht freiwillig ausgesucht hatte. Sarah weiß jetzt zumindest, auf was sie beim nächsten Vertrag achten muss: freie Getränke!

Wir gehen noch in die Jazzbar, wo eine Band spielt. Auch hier komm ich mir vor, wie mit 15 Jahren, als ich in der Disko war, und mir nur eine Cola leisten konnte. Nur mit dem Unterschied, dieses Mal nicht einmal die Cola. Die Mädchen sind schon bekannt, sie werden gar nicht nach Getränken gefragt. Ich Gott sei dank auch nicht, sonst wäre ich im Erdboden versunken, und dass kommt bei mir nicht oft vor! Die Band ist hervorragend, so dass ich meine missliche Situation vergesse und mich der Stimmung hingebe. Ich erfahre, dass diese Bar auch von Gästen außerhalb des Hotels besucht wird. Das finde ich eine gute Sache. Eintritt wird nicht verlangt, das amortisiert sich locker über den Getränkeumsatz, ist ja nicht jeder so dreist wie wir, uns essen nur die Nüsse ohne ein Getränk zu bestellen.

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Um viertel nach elf ist die Vorstellung zu Ende und ich erinnere Sarah daran, mich noch auslösen zu müssen. Wir laufen wieder zum Nachbarhaus und gehen in das Restaurant, wo ich stolz Sarah die Preise zeige. Sie ist tatsächlich seit drei Wochen hier und hat sich nicht die Karte hier angesehen. Dafür bestellen wir jetzt noch zum Wasser ein Bier, holen das Taula raus und spielen noch eine Runde.

Am nächsten Tag ist das Wetter nicht besser. Regen, trüb und kalt regt uns nicht an, großartig was zu unternehmen. Wir pendeln zwischen Hotel und Apartmenthaus, das wir immer wieder vertröstet werden, unser Zimmer sei in einer Stunde fertig. Also entscheiden wir uns, schon mal ins Fitnessstudio zu gehen. Wir ziehen die Trainingssachen an und nehmen Ersatzkleidung mit.

Nach dem wir uns an der Rezeption der Fitnessarea eingetragen haben, kommen wir erst einmal in einen großen, hellen Raum mit kleinen Sitzgruppen, Tageszeitungen, einer Bar zum Sitzen in der Mitte mit Äpfeln und Nüssen sowie eine kleine Küchenzeile mit Wasser im Kühlschrank und Heißwasserkocher mit verschiedenen Tees. Ich wusste gar nicht, wie gut so ein Apfel mit Walnüssen schmeckt. Die Nüsse waren Ruck Zuck leer und ich wusste, was ich die nächsten Tage frühstücken würde. Die kleinen Wasserfläschchen standen überall herum, so dass wir beruhigt unsere Tasche damit füllen konnten, so dass wir übern Tag genug zu trinken hatten.

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Wir gingen in die Umkleide. In jedem Spind befinden sich ein Bademantel, Badeschuhe und Badetuch. Doch erst wird trainiert. An der Anmeldung bekommt man auch Ohrhörer von Phillips zur Verfügung gestellt.  Langsam entwickele ich mich zum Kleptomanen und überlege, ob ich den wieder zurückgeben soll. Der eigentliche Fitnessraum ist so groß wie ein kleines Studio. Ich zähle 15 Geräte für die Ausdauer und 8 für Krafttraining. In jedem Gerät steckt eine Flasche Wasser und ein Schweißtuch. Der Ausblick ist grandios auf den Pool des Hotels und das daran angrenzende Meer. Da schlechtes Wetter ist, ist keine Liege belegt, doch ich freue mich schon auf unseren ersten Beachtag. Mit diesem Ausblick macht das Training fast schon Spaß und wir laufen 60 Minuten. Im Anschluss gehen wir natürlich in die Saune, die relativ klein ist. Doch wir waren die einzigen beim Training und somit auch in der Sauna. Drei große Duschen, eine Dusche mit eingebautem Steamer und eine riesige Dampfsauna runden das Angebot ab. Überall stehen Wasserflaschen, Handtücher, Saunatücher, Körperlotionen und natürlich Shampoo und Seife in der Dusche. Die Verführung ist schon groß, so ein Frotteetuch mit einzupacken. Gott sei Dank habe ich nur meinen Handkoffer dabei, der bereits voll ist. Ich glaube, ich hätte der Verführung nicht standgehalten.

Jetzt entdecke ich noch kleine Accessoires wie Nagelfeile, Rasierer, Ohrstäbchen, Zahnbürsten und Wattepads. Ich erinnere mich an den Standard, den ein fünf Sterne Hotel bieten muss. Nach der ausgiebigen Körperpflege sind wir sicher, dass unser Zimmer bezugsfertig ist. Denn irgendwann müssen wir auschecken. Also bestellen die Mädels, die beim Zimmerumzug jetzt schon Routine haben, ein Wagen geholt, der das Gepäck und uns rüberbringt und nehmen den Trolley selbst mit ins Zimmer, um die Sachen runter zu bringen. Es erscheint mir schon etwas dekadent, diese 20 Meter mit einem Jaguar zu fahren! Doch wir haben 7 Koffer und die Mädchen möchten ihre Utensilien nicht alleine lassen.

Als wir vorgefahren werden begrüßt man uns wie normale Hotelgäste und öffnet die Wagentüre. Ein Page holt die Koffer aus dem Auto und fährt sie im Kofferwagen ins Hotel. Da unser Zimmer immer noch nicht bezugsbereit ist, wird der Wagen gecovert, bekommt die Zimmernummer drangeklebt und bleibt hier so lange stehen, bis alles hoch gebracht werden kann. Da es nur noch trüb ist, entscheiden wir uns, die Touristenattraktion neben an zu besuchen, wo Sarah eine Woche lang bei dem Umzug und anschließender kleinen Show mit gemacht hatte.

Es ist eine Mischung aus Vergnügungspark für Kinder und Markt. Es wird fast alles angeboten, was man als Tourist nicht braucht: Essen und Trinken, Kleidung, Spielsachen, Honig, Nüsse, Gewürze, Schals … .

Wir schlendern durch und setzten uns auf ein Getränk mitten ins Geschehen mit unserem Taulaspiel. Wir schauen uns den Umzug an, der mit 10 Teilnehmern ziemlich übersichtlich ist. Wir entscheiden, die Showeinlage nicht abzuwarten sondern lieber einzuchecken. Das Zimmer müsste jetzt ja fertig sein.

Im Vergleich zu der Großzügigkeit des ganzen Hotels fallen die Zimmer richtig bescheiden aus. Auf etwa 40 qm hat man 2 Kingsize Betten, einen Schreibtisch, einen runden Tisch, eine Kofferablage, ein Sideboard mit Minibar und großem Fernseher. Gleich am Eingang ist gegenüber vom Bad der Kleiderschrank. Das Bad hat als Eingang zwei Schiebetüren aus Glas. In den bestimmt 15 qm ist ein Doppelwaschbecken, eine Badewanne und rechts eine separate Dusche und ein separates WC. Ich packe meinen Koffer aus und öffne die Türen des rechten Kleiderschrankes. Oben alles mit Fächern und unten sechs große Schubladen. Darin befinden sich auch 2 Kleidersäcke aus Stoff. Die, so erklärt mir Sarah, braucht sie, da sie täglich 7 Teile zur Reinigung geben darf. Das ist doch ein Service! Ich freue mich über den Safe und kann nun endlich meine wenigen Wertsachen einsperren. Nicht aus Angst, sie könnten geklaut werden, nein, damit ich sie wieder finde!

Der andere Kleiderschrank hat die Hängevorrichtung. Als ich mein erstes Teil platziere, geht wie von Zauberhand das Licht an. Bewegungsmelder im Kleiderschrank, hat schon was! Auf der Anrichte zwischen den beiden Schränken befindet sich ein Wasserkocher. Endlich kann ich mir morgens wieder meinen Kaffee machen! Schnell sind alle Schränke besetzt und das Zimmer belebt. Heute Abend ist das Wetter wenigstens trocken und nicht stürmig, so dass meine Kleine ihren Auftritt hat. Ruck Zuck sind die Betten mit der Künstlergardarobe belegt, Schuhe und Reifen stehen im Zimmer. Und wenn ich mich so umschaue, frage ich mich, von wem sie das nur hat!!

Sie geht um sieben zum Essen. Da ich heute keine Einladung erhalte, mache ich mich auf den Weg zu meinen Geheimtipp und gönne mir eine Pizza, da ich wirklich hungrig bin. Um 22.00 Uhr treffen wir uns im Zimmer, wo sich meine Tochter schon zur Diva verwandelt hat. Ich gehe mit ihr auf die Dachterrasse des Hotels und warte gespannt auf ihren Auftritt. Das St. Regis Hotel gehört tatsächlich zu einigen wenigen Hotels, der für ihre Gäste professionelle Künstler zur Unterhaltung engagieren.  Ich habe nirgends Werbung für diesen Abend entdeck und parallel dazu ist in der Jazz Bar genau neben an auch wieder Lifemusik, so dass ich mich nicht wundere, dass sich höchstens dreißig Leute in der Roof Bar befinden. Die Kälte lädt auch nicht wirklich zum Verweilen ein. Sarah hat hier eine Aufhängemöglichkeit für Kette, Seil und Reif mit Motorbetrieb. Schade nur, dass kein Techniker in der Nähe ist. Also wieder Warten, bis nach 15 Minuten der Mann mit dem Wissen, wie dieser Hebekran zu betätigen ist, auftaucht.  Zu meinem Erstaunen kommt Sarah einfach herein, ohne Ansage, ohne dass sich die Musik verändert. Sie improvisiert auf diese moderne Diskomusik und schafft es dennoch, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Es zücken die Handys für Film und Foto, die Menschen stehen auf und geben sogar Zwischenapplaus. Als Sarah nach etwa 5 Minuten fertig ist und ich stolz mit ihr rein gehe freut sie sich. „Heute haben die Zuschauer geklatscht! Das kommt ganz selten vor, dass sie sich begeistern lassen! Das hab ich nur letztes Mal auch mit den Ketten geschafft.“ Ja, das ist meine Tochter Sarah !

Sie macht noch weitere zwei Darbietungen im Abstand von je 40 Minuten. Ich werde müde, so dass ich sie zur letzten Nummer nicht mehr begleite sondern Bettfertig mache. Ich bin so tot, dass ich nicht einmal mehr mitbekomme, wann sie zurückkam.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir entscheiden, den Pool zu genießen. Der Anblick ist von oben schon berauschend. Das Schwimmerbecken hat 50 mal 20 Meter. Die Liegen um den Poos sind in Rattan Optik mit Auflagen und zwischen Meer und Pool sind so eine Art französische Betten.

Sarah geht frühstücken, ich packe schon mal meine Badesachen und gehe Richtung Pool. Zuvor noch einen Abstecher ins Fitnessstudio. Jetzt kenne ich mich ja schon aus. Ich erkläre, nur mal reinschauen zu wollen. Schnell an den Tresen, zwei Äpfel einpacken und Nüsse sowie vier Flaschen Wasser. Ich bedanke mich freundlich und gehe Richtung Pool. Auf dem Weg dorthin merke ich, wie verschwenderisch hier mit Platz umgegangen wird. Der Gang ist bestimmt 50 Meter lang und vier Meter breit. Und in den Nischen ist jeweils eine Sitzbank und ein riesen Bild darüber. Das ganze 5-mal! Dafür ist der Treppenabgang nur der Notausgang. Ich gehe zielstrebig zum Handtuchboy der mich überschwänglich begrüßt. Ich bekomme noch eine gekühlte Flasche Wasser und er begleitet mich zu meiner Wunschliege, die ich mir von oben schon ausgesucht habe. Es liegen auf jeder Liege bereits ein großes Badetuch zum unterlegen, eines bekommt man noch dazu zum Abtrocknen. Ja, Luxus kann sich auch gut anfühlen. Mit einem schnellen W-Lan kann ich meine Begeisterung schon mal im Netz verbreiten, bis Sarah auch schnell kommt. Es wird ein richtiger fauler Sonnentag mit schwimmen im Meer und im warmen Pool, Taula und viel Wasser mit Äpfel. Am Abend entscheide ich mich, nochmal das Hotelbüffet zu kosten. Ich weiß ja jetzt, was alles geboten wird und dafür zahle ich gerne 40 Euro. Und meine Süße meint, sie will mich unbedingt dazu einladen. Also machen wir den Deal: nach Sonne ins Training, dann hübsch machen, dann zusammen schlemmen gehen. Sarah hat jetzt frei, so lange ich noch da bin.

Ich genieße das gemeinsame Abendessen mit ihr und fühle mich seltsam, da ich von meinem Kind eingeladen werde. Heute kann ich das Büffet auch viel besser auskosten: Ich teste nochmal die Austern und Riesengarnelen, Oktopus Salat, Cocktailsauce und selbstgebackene Ciabatta. Zum Hauptgang nehme ein Stück Roastbeef im Chillimantel, versuche auch den Mixed Grill und den Safranreis. Zum Dessert teilen wir uns einen süßen Teller und eine Käseuhr.

Am nächsten Tag haben wir wieder Sonnenschein. Ich begutachte meinen Sonnenbrand vom Vortag und creme mich heute mit Sonnenschutzfaktor 30 ein. Wir wiederholen den Lazzy Tag von gestern, nur dass wir am Nachmittag ein bisschen an den Hafen gehen und uns das Kunstviertel gemeinsam ansehen. Sehr modern alles. Es ist wohl ein Event angesagt und wir fragen einen kleinen Scheich mit vielleicht acht Jahren, der uns im fließenden Englisch Auskunft erteilt.  Am nächsten Tag beginnt ein Fischerwettbewerb auf großem Holzschiffen, die wir bereits bestaunt haben. Deshalb auch die vielen kleinen Verkaufsstände. Wir spazieren in die Siedlung, die noch nicht fertig gestellt ist. Der ausgeschriebene Supermarkt steht noch im Rohbau. Doch dafür schauen wir uns eine Anti-Krieg-Ausstellung an und bewundern das Amphitheater.

Sarah möchte eine Shisha rauchen und wir haben ein hübsches, libanesisches Restaurant gesehen, die Shisha anbieten. Den Preis vom Souk im Kopf, setzen wir uns. Nach dem wir die Karte studiert haben, stehen wir wieder auf und gehen. 22 € für die Shisha und 10 € für den Kaffee gibt unser Budget einfach nicht her. Wir erklären es dem Kellner freundlich und gehen Richtung Terrassen Café.

Da es unser letzter gemeinsamer Abend ist, trinken wir jeder drei Bier, Essen beide eine Kleinigkeit und spielen Taula bis zum Abwinken. Um Mitternacht sind wir angetrunken und haben die nötige Bettschwere. Sie bezahlt genau 180 Rial, was wir auch für mein Essen im Hotel ohne Getränke bezahlt hätten.

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Am Nächsten Morgen noch einmal Fitness vor dem Flug, letzter Apfel mit Nüsschen. Die Handtücher habe ich liegen gelassen. Um elf Uhr haben wir ein Taxi bestellt. Zufällig ist es kein Limousinen Service, sondern wirklich ein Taxi, das doch um 5 € günstiger ist.

Am Flughafen checke ich dieses Mal ohne Zwischenfall ein und genieße einen Cappuccion, der zum erstren mal gündstiger ist, als außerhalb vom Airport. Nein, Doha ist definitiv nicht meine Schuhgröße, doch es war interessant, einmal die Luft von Glimmer und Luxus zu schnuppern.

 

 

Polizei – dein Freund und Helfer

Luxor war wie immer ein Erlebnis und, wie immer, ist die Zeit davon gerannt. Den Checkpoint hinter Luxor müssen wir um 18.00 passiert haben, deshalb verzichtet Andreas sogar auf seine Shisha SO spät sind wir.

Unser Guide fährt mit uns noch bis zum Stadtrand und soll uns noch eine Tankstelle zeigen, da wir bereits auf Reserve fahren und wir Angst haben, dass in Quena die Tankstellen schon geschlossen sind. Die kurze Nacht fordert ihren Tribut und mir fallen bei dem Rhythmus zwischen bremsen, Bumb überqueren und anfahren nach kurzer Zeit die Augen zu. Unsanft weckt mich Andreas mit der Aufforderung: „Rechne mal mit Mohamed ab!“ Aha, die Bezahlung darf ich übernehmen. Wie in Trance öffne ich die Türe und gehe an meine Handtasche im Kofferraum. Nein –  ich muss meinen Geldbeutel nicht suchen. Schnell hat Mohamed alles im Kopf zusammen addiert, präsentiert mir die Summe auf dem Handy, kassiert ab und ich kann es mir endlich auf dem Beifahrersitz bequem machen. Kaum habe ich meine Augen geschlossen, fällt Andreas ein, dass wir nicht getankt haben. Ich blinsle zur Tankuhr und erkenne, dass die Warnleuchte bereits leuchtet. „Toll, und jetzt?“

Zum Zurückfahren reicht die Zeit nicht mehr, denn wir müssen über den Checkpoint. „Es wird ja hoffentlich auf dem Weg nach Qena noch eine Tankstelle kommen?“

„Hoffentlich, bis Qena schaffen wir es nicht mehr!“

Huch, doch eine beruhigende Situation, dass wir nicht in den Bergen stehen bleiben, sondern höchstens auf der Straße zwischen Qena und Luxor, die reichlich befahren ist. Die Gedanken werden unterbrochen, da wir jetzt an der Kontrolle sind. Wie immer, werden wir gefragt, welche Staatsangehörigkeit wir haben und wohin wir wollen. Bevor wir weiter gewunken werden, fragt Andreas nach der nächsten Tankstelle. „Mafish benzyin!“

Der Beamte zeigt uns, immer gerade aus. Doch von hinten kommt ein weiterer angeschossen, winkt einem Jeep  und meint zu uns, wir sollen folgen und setzt sich selber in das Auto. Irritiert fahren wir dem Wagen nach.

„Was soll das jetzt?“ Andreas schaut mich fragend an.

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„Ich weiß nicht!“ Jetzt bin ich hellwach, denn einer der jungen Männer im Heck des Jeeps, die mit Gewehr und Helm Rücken an Rücken sitzen, schaut immer scheu in unser Auto und erwidert dann mein breites Grinsen. „Mein Gott ist der süß!“

„Na, das wird er von dir nicht denken!“

Der andere schaut stur geradeaus. Auf einmal macht der hübsche ein OK Zeichen mit dem Daumen und Zeigefinger. Ich antworte mit Daumen hoch. Andreas schaut mich entsetzt an: „Der meint nicht dich, sondern den Mann da draußen!“

Ich folge mit den Augen dem Finger von ihm und tatsächlich steht da ein älterer Mann mit Galabea und Maschinengewehr, der sich durch Zeichen mit MEINEM Bodygard unterhält! Ich muss lachen und der junge Polizist grinst jetzt auch, und zwar zu uns ins Auto.

„Ich weiß nicht, wie lange das Benzin noch reicht.“

Jetzt frage ich Tante Google. Bei der Kartenfunktion habe ich vorher irgendwie einen Knopf gedrückt, bei dem nach Sonderzielen gefragt wurde. Da, ich hab‘s und gebe Tankstelle ein. Obwohl ich nicht glauben kann, dass hier in der Wüste Tankstellen verzeichnet sind, warte ich gespannt auf das Ergebnis. „ Das glaub ich nicht! Hier sind Tankstellen! Die nächste in 20 Minuten!“

„So weit reicht es nicht!“

Fachmännisch schau ich auf die Tankuhr. „Die hat sich ja noch gar nicht bewegt!“

„Du schaust bestimmt auf die Temperatur daneben.“

Ich schau noch mal genau hin. Könnte sein: Blau zu rot und „C“ zu „H“; ich lehne meinen Kopf etwas mehr vor Andreas um die Anzeige daneben zu erkennen. „Ach, da ist doch noch eine Menge drin! Da kommst du locker noch 50 Kilometer!“

„Na du Spezialist musst es ja wissen!“

Mein Blick geht wieder zu den Jungs. Huch, beide bewegen sich. Wie auf Kommando nehmen sie ihre Helme ab und tauschen diese gegen eine Art Baseballkappen. Vorsichtig schielt der eine wieder zu uns, als ob er fragen möchte: „Sehe ich gut aus?“

Ich nicke anerkennend und mache Daumen hoch. Er grinst. Dann gebe ich mit ernster Miene ein Zeichen, es soll mit seinen Augen die Gegend überwachen, nicht zu uns schauen. Sofort schaut er geradeaus, bevor sein Blick wieder grinsend seitlich in unser Auto schweift. Jetzt holen die Beiden einen Glimmstängel aus der Tasche. Er bietet mir auch eine an, doch ich schüttle den Kopf. Sie rauchen beide und wirken entspannt im Gegensatz zu Andreas, der gefühlt das 10te mal sagt, dass das Benzin bald leer ist.

„Laut meinem Navi musst du auf die Parallelstraße hier links, um an eine Tankstelle zu finden.“

„Deiner Orientierung glaube ich keine Wort und ich werde einen Teufel tun, hier auszuscheren. Übrigens ist hinter uns auch ein Polizeiwagen. Wir werden also vorne und hinten eskortiert!“

„Na hoffentlich haben die uns verstanden!“

Der nächste Checkpoint kommt und unser Jeep vor uns fährt rechts ran. Wir machen das Fenster auf und fragen noch mal nach Benzin. Er deutet wieder, gerade aus zu fahren. Wir bedanken uns und wollen gerade starten, als wir sehen, dass der Jeep vor uns vor uns losfährt.

„War das jetzt fliegender Wechsel?“

„Sieht so aus!“, meint Andreas. „Und hinter uns der Wagen ist auch wieder da.“

So geht die Fahrt weiter und wie bei einem Staffellauf lösen sich die Jeeps, denen wir folgen, an den Checkpoints ab. Obwohl keiner meiner Weisung folgt, einmal links auf die Straße zu wechseln, taucht vor uns eine kleine Tankstelle auf. Oder es soll eine sein. Ein Eselkarren steht vor der Zapfsäule und der Besitzer sitzt auf einem Anhänger. Der Polizist steigt aus und fordert ihn auf, uns zu tanken. Da stellt sich heraus, das er nur Diesel hat.  Andreas zeigt schon fast hibbelig auf seine Tanknadel, als der Officer erklärt: „In ten KM is a big station!“

Zehn Kilometer, ja, das schaffen wir. „Aber wir müssen links abbiegen!“, beharre ich auf Tante Google’s Kartensysthem.

„Gar nicht’s mach ich!“ Oh, da ist jemand gereizt!

„Hier müssten wir abbiegen!“, versuche ich es ein letztes Mal, bevor ich mein Internet schone und das Programm beende. Doch zu meinem Erstaunen stehen wir bereits vor einer Tankstelle! Wir fahren an die Zapfsäule, der Jeep wartet, das Polizeiauto hinter uns fährt mit ran. Der Polizist steigt aus und verunsichert den Tankwart total. Wir wollen für 100 Gynih tanken. Normalerweise wird dann für 98 LE Benzin getankt, der Rest ist Trinkgeld. Unter den Augen des Gesetzes wurde bei exakt 100 LE aufgehört zu tanken und nur unter Protest nahm er das Trinkgeld an. Jetzt verabschiedeten wir uns von unserem Eskorte, denken wir. Doch w“ieder wartet der Polizeijeep auf uns.

Auf einmal blinkt er, um bei einem U-Turn zurück zu fahren.

„ Jetzt lässt er uns fahren!“

„ Oh, das glaub ich nicht!“ Ich deute auf das Fahrzeug, dass vor uns beschleunigt. „Hier steht schon der nächste, der auf uns wartet!“

„Du siehst, das Militär und die Polizei funktionieren. Mitten in der Wüste wird fliegender Wechsel gemacht, die müssen sich mit Funk vorab verständigt haben. Wie bringen wir denen jetzt bei, dass wir einen Shishastopp machen?“

„Na, indem du einfach abbiegst?“

Egal, was wir gemacht hatten, unser Polizeiwagen hat immer auf uns gewartet. Wir vermuten schon, wir werden bis Safaga begleitet. Doch kurz vor Ausbau der neuen Straße bog der Polizeijeep ab und es wartete niemand mehr auf uns. Eigentlich Schade, es war ein gutes Gefühl!

Hallo, hier ist die rosarote Brille

„Da sieht mal wieder jemand was durch die rosarote Brille!“, diesen Einwand bekomme ich öfter, wenn ich mich zum Beispiel positiv über Ägypten als Urlaubsland äußere. Man will mir damit sagen: „Hey, schau mal genau hin, da sind eine Menge Dinge, die nicht so gut sind, vergisst du die?“

Nein, ich vergesse sie nicht, aber ich gewichte sie anders. Das ist meine Lebenseinstellung und ich nenne sie „optimistisch“, mir geht es dabei sehr gut. Jeder hat eine rosarote Brille, es kommt nur darauf an, wie oft er sie benutzt.

Natürlich gefällt es mir nicht, dass die blauen Mülltüten meinen Weg nach Hause zieren, aber der Blick in die Berge mit den Farben bei Sonnenuntergang ist unschlagbar.

Sonnenuntergang

Was soll ich machen, wenn auf meinem geparkten Auto Bananenschalen liegen, die aus dem Fenster darüber entsorgt wurden? Ich nutze in Zukunft halt die Bauruine neben an als Carport. Nein, ich verstehe nicht, warum es tausende von Bauruinen gibt, und es immer mehr werden. Doch ich bewundere den Optimismus der Ägypter die weiterbauen, als ob die ganze Welt hier her kommen möchte.

Wie sieht es bei dir aus? Stehst du morgens auf und freust dich, einen lieben Mensch bei dir zu haben, einen guten Kaffee trinken zu können oder etwas Schönes an diesem Tag zu machen?

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Oder ärgerst du dich über das Geschirr vom Vorabend, was nicht weggeräumt ist, das Toilettenpapier, was zum falschen Zeitpunkt zu Ende ist oder über den bevorstehenden Stau auf dem Weg zur Arbeit?

Das ist nur ein kleines Beispiel für Sichtweisen. Doch ich denke, das zieht sich wie ein roter Faden durch die persönliche Einstellung. Und Menschen, die sich darüber aufregen, dass man eine Urlaubsdestination natürlich mit positiven Eindrücken bewirbt, gehören vielleicht auch zu denjenigen, die am Urlaubsort mit der Kamera nicht lustige, schöne Eindrücke festhalten, sondern den ganzen Tag Sherlock Holmes spielen, um Indizien zu sammeln, damit man dann vom Urlaubspreis auch noch was zurückbekommt.

Jetzt stellt man sich natürlich die Gretchenfrage: „Geht es mir so gut, weil ich optimistisch bin oder bin ich optimistisch, weil es mir gut geht?“

Jeder von uns hat sein Packet zu tragen. Es gibt niemanden, dem alles geschenkt wird oder der keine Sorgen hat. Es kommt auch wieder darauf an, wie man es gewichtet. Ich kenne so viele Geschichten des Lebens, von Menschen, die man auf den ersten Blick beneidet. Und das ist auch ein Gefühl, welches man mit rosaroter Brille nicht bekommt: Neid!

Wenn ich meine eigene Lebenslage optimistisch sehen kann, dann muss ich nicht auf andere Menschen neidisch sein.

Wie oft wurde mir bei Einstellungsgesprächen von Bewerbern gesagt: „Ja Sie haben es ja gut! Sie sind ihr eigener Chef!“

Das erinnerte mich immer an meine kleinen Kinder, die meinten, wenn sie erwachsen sind, können sie tun und lassen, was sie wollen. Ja glauben die denn wirklich, als Chef hat man keine Pflichten???

Der Neid kann sogar so weit gehen, dass man nach dem Motto lebt: „Wenn ich meine Situation nicht verbessern kann, dann soll es dem anderen schlechter gehen!“ Da wird gemobbt und intrigiert.

Deshalb: Wenn die rosarote Brille hilft, zufriedener zu sein, dann schenke ich hiermit jedem eine – viel Spaß beim Testen und teilen!

Wo stehst du?

Der Albtraum – Zahnschmerzen im Urlaub

„Was um Himmelswillen soll ich tun, wenn ich in Ägypten Zahnweh bekomme?“

In meinem Kopf entwickeln sich Bilder von museumsreifen Instrumenten bis hin zur Beißzange, mit der ohne Betäubung ein Backenzahn gerissen wird. Da lässt der Schmerz doch schnell nach!

Gibt es gute Zahnärzte in Hurghada? Diese Frage haben auch wir uns immer wieder gestellt und verdrängt, bis die Situation eingetroffen ist. Ein Stück Zahn ist abgebrochen und man kann nicht bis zum nächsten Deutschlandaufenthalt warten. Also vertrauen wir den Empfehlungen und suchen Dr. Nayer auf.

 

Die Praxis ist einfach zu finden: Gleich von der Flughafenstraße rechts zum „Bankenviertel“ abbiegen, dann befindet sich die Praxis in der zweiten Etage zu Beginn der Mohammady Howaydak street.

Das typische Bauchgefühl vor einem Zahnarztbesuch aktiviert meinen Schweinehund, als ich vor dem Ramadacafe stehe und den Eingang zum Haus suche. „Setz dich doch lieber und trinke einen Tee mit einer Shisha!“, höre ich ihn flüstern. Die Versuchung ist groß, doch ein stechender Schmerz erinnert an den Grund und ich gehe rechts am Haus entlang zu der Türe, die zum Treppenhaus führt. Den Aufzug ignoriere ich meistens, da ein Stromausfall immer einzuplanen ist. Mutig trete ich in den Empfangsraum der Praxis und grüße auf Arabisch.

Hinter der hellen Rezeption erwidert die Angestellte Polina  freundlich in Deutsch mit ihrer Kollegin Mary in Englisch. Das lässt die Adrenalinproduktion ein wenig sinken. Das Anliegen in meiner Heimatsprache vorzutragen erleichert die Sache immens. Notfälle werden in der Regel in den Morgenstunden angenommen, doch ich habe Glück, ich darf auch am Nachmittag bleiben.

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Das Wartezimmer ist geschmackvoll eingerichtet. Im Gegensatz zu den mir aus Deutschland bekannten Räumen stehen hier Wohnzimmermöbel, keine Stapelstühle. Jetzt wird es ernst, ich werde ins Behandlungszimmer gebracht.

Behandlung

Kein Unterschied zu Deutschland festzustellen. Ein typischer Stuhl mit Spuckbecken, Monitore und die Zahnarztbeleuchtung. Dr. Nayer begrüßt mich in Englisch doch ohne weißen Kittel, sondern im dunklen Outfit.

Er schaut sich mein Malheur an und diagnostiziert eine Krone. Das Schlimmste kommt jetzt – die Betäubungsspritze. Doch wirklich, sogar der Einstich war erträglich.  Und während wir auf die Wirkung warten, verblüfft er mich: Dieser Zahnarzt erklärt mir, dass er mit einem digitalen High-Tec-Verfahren arbeitet und ich auf die Krone warten kann! Der Zahn wird abgeschliffen, dann mit einem Art Stift abgescannt und der Computer berechnet das zukünftige 3  D Model welches dann aus einem Keramikblock gefräst wird. Dieses wird noch angepasst und nach eineinhalb Stunden kann ich die Praxis verlassen. Bei meiner Verabschiedung fehlt auch der mir noch bekannte Spruch: „Bitte in den nächsten zwei Stunden nichts Essen!“ Nein, wir können zur Feier des Tages sofort den jetzt beruhigten Magen füllen. Dieses mal gebe ich meinem Schweinehund auch nach: „Wie wäre es jetzt mit einem Hawoushi??“

Cerec 3 D Kronen

Da die komplette Behandlung inclusive Keramikkrone weniger kostet, als in Deutschland die 300 € Selbstbeteiligung für eine Teilkrone, wäre es eine Überlegung wert, ein geplantes Inlay mit einem Urlaub in Ägypten zu verbinden!

 

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Übrigens: ein Kaugummi hat mir meine Krone gezogen, also war ich im März 2017 wieder da! Eine junge Zahnärztin unterstütz Dr. Nayer und hat mir schnell und unkompliziert die Krone wieder eingesetzt.  

Wir leben in Ägypten

Wir fühlen uns sicher in Ägypten, auch wenn wir wissen, dass Fanatiker, Politiker oder wer auch immer dem Land die Luft zum Atmen nehmen will und das geht am Besten, wenn man den Tourismus angreift. Warum? Vielleicht, weil damit mehr Armut herrscht und man hofft, schneller Menschen für die eigene Ideologie zu gewinnen. Es geht wie immer um Macht und Geld und ich verstehe schon lange die Zusammenhänge und Abhängigkeiten von Öl, Drogen, Religion und Politik nicht mehr.
Die einen nennen es Naivität, die anderen in die Tasche lügen, ich nenne es Selbstschutz um in dieser Welt glücklich zu überleben. Meiner Meinung nach ist die Menschheit in einem Umbruch, der nicht mehr aufzuhalten ist und ich habe für mich entschieden, das Beste daraus zu machen. Nämlich in der Sonne leben.
Vor einigen Wochen haben wir tatsächlich einen Gewaltakt in Hurghada erleben müssen. Wie immer ist das World Wide Net Segen und Fluch gleichzeitig. Dass etwas passiert ist, wussten wir schnell, doch wie in einer Flüsterpost gingen die Geschichten durch die sozialen Netzwerke:
Erst war es eine Bombe. Das wunderte uns sehr, da wir in unmittelbarer Umgebung des Hotels zu der fraglichen Zeit waren. Eine Bombe? Die hätten wir hören müssen. Auf der von uns zu sehenden Hauptstraße war normaler Verkehr, so dass uns diese Meldung nicht überzeugte. Nein, im Gegenteil, wir dachten, es sei gar nichts. Dann hieß es ein terroristischer Anschlag. Die Attentäter vermehrten sich in den social Medien wie die Karnickel. Aus zwei mach drei, dann acht zum Schluss sprach man von elf! Genauso wie von Toten. Es waren immer noch keine Sirenen zu hören oder ein Rückstau auf der Straße, darum planten wir, direkt hinzufahren.
Tatsächlich: kurz vor Erreichen des Hotels war eine Umleitung eingerichtet worden. Doch der Polizist war weder an einer Fahrzeugkontrolle interessiert, noch war er mit schusssicherer Weste ausgestattet. Daraus folgerten wir, es kann kein Terroranschlag gewesen sein. Würde sonst nicht Polizei und Armee bereits vor Ort sein und agieren? Doch etwas war passiert.
Inzwischen wurde auch in den Foren darum gebeten, nur von Augenzeugen bestätigten Berichten zu schreiben. Über Mitarbeiter und Angehörige des Hotelinhabers, den wir kennen, versuchten wir Informationen aus erster Hand zu erfahren.
Leider hielten sich die Medien nicht an diese Vorgehensweise. Sogar in den Nachrichten wurden Fehlinformationen publiziert, die bis heute nicht alle korrigiert wurden.
Tatsächlich handelte es sich um zwei Männer, die mit Messer, Bombengürtelattrappe und einer Paintball-Pistole Geld von Gästen im neben gelegenen Restaurant erbeuten wurden. Durch die couragierten Mitarbeiter, die sofort die Gäste beschützten, wurde von den Beiden je ein Gast als Geisel genommen, um wieder fliehen zu können. Doch das Restaurant hatte einen zweiten Ausgang, direkt in die Lobby des Hotels. Das brachte die beiden in noch mehr Bedrängnis, denn dort war neben dem Security auch ein Touristenpolizist. Trauriges Ende: bei der Überwältigung der Täter kam einer zu Tode.
Ich will diesen Vorfall nicht kleinreden oder bagatellisieren. Es ist schlimm, dass Menschen in einem Hotel Angst und Schrecken erleiden mussten. Es ist noch schlimmer, dass es dabei auch Verletzte und einen Toten gab. Doch wir haben hautnah miterlebt, wie aus einer Mücke ein Elefant gemacht wurde. Wie die sensationsgeilen Medien wieder das publizieren, was in das Schema passt. Wie Angst und Unsicherheit geschürt wird was zur Folge hat, dass der Tourismus damit stirbt. Warum gerade Ägypten? Es passieren täglich schlimme Dinge. Würde alles mit gleicher Intensität verfolgt werden, würde keiner mehr in die Türkei, nach Frankreich oder sogar Deutschland fahren, um Urlaub zu machen.
Die Menschen die hier leben, gehen mit der Angst anders um. Und auch wir lassen uns nicht davon abhalten, weiter an den Strand zu gehen, nach Luxor oder Kairo zu fahren oder abends in einer Bar zu sitzen. Wer Lust hat, uns zu begleiten, der kann uns in Ägypten treffen oder hier die Geschichten mit lesen! Ich freue mich auf euer Feedback, am liebsten persönlich!

http://www.fairholiday.com/fairholiday/fun-more/service.html

 

Hallo Welt!

Ich beginne einen Blog, wie gewünscht! Neben persönlichen Erlebnissen werden natürlich auch touristische Höhepunkte vorgestellt! Wer liest mit???

Insidertipps und das Leben kennenlernen