Schlagwort-Archiv: Auswandern

Die Weißwurst in Ägypten

Wie die Weißwurst nach Ägypten kam, wo alles begann und warum wir seit 6 Jahren diesen Brauch hier pflegen, das war sogar schon Thema bei Antenne Bayern gewesen. Deshalb wird es Zeit, darüber auch mal in eigener Sache ausführlich darüber zu berichten!

Wie alles begann

 

Bereits 2011 hatten wir unsere Wohnung in Hurghada gekauft. Immer, wenn es das Zeitfenster zuließ, packten wir unsere Sachen und verbrachten unsere freien Tage in Ägypten. Das praktische: Wir mussten nicht viel mitnehmen, da unsere Kleidung bereits vor Ort war.

Wenn man hier lebt, vermisst man eine Sache ganz schnell: das deutsche Essen. Natürlich zählen dazu auch die guten Wurst und bayrische Spezialitäten. Besonders wenn wir wiedermal bei Bertls Weißwurststammtisch in Zwiesel eingeladen waren, dort, wo auch der Weißwurstäquator entlang läuft. Bei seinen Stammtischen in Niederbayern kam uns damals die Idee: Für gute Freunde in

Ägypten haben wir „Leckerlies“ aus Deutschland eingepackt, uns mit diesen getroffen und Bayern nach Ägypten gebracht. Wir haben die Weißwürste und den Senf spendiert, Thomas Huth hatte im damaligen Steigenberger Al Dau Club den Platz, die Getränke und die Brezen spendiert. Das Ganze fand damals noch im kleinen Kreis der besten Freunde statt. Doch von Mal zu Mal wurde die Runde größer und  auf einmal waren  auch Freunde von Freunden dabei. Dann war es an der Zeit, sich etwas anderes einfallen zu lassen.

Wo ist eine würdige Location?

Die bayrischen Farben Weiß und Blau finden sich natürlich in Ägypten wieder: Das türkise Meer mit den weißen Schaumkronen, der strahlendblaue Himmel mit den weißen Wolken. Unter den deutschen Residenten gab und gibt es einen Geheimtipp, wo man sich trifft: die Caribbean Bar im Hotel Bella Vista.

Auf Stelzen ist diese Location auf das Rote Meer gebaut worden und spontan dachten wir: Dies ist einem Weißwurststammtisch würdig. Cello Lauck, der Manager dieser Bar, war von unserer Idee begeistert und so starteten wir einen Aufruf in Facebook: „Wer möchte unter ägyptischen Sonne bayrische Weißwürste genießen?“ Und siehe da! Ganz schnell waren 70 Personen verbindlich angemeldet, die den deutschen Brauch, Weißwurst vor 12.00 Uhr mittags essen, mit uns pflegen wollten. Wir waren begeistert.

Im Februar 2012 war es dann soweit, der erste Stammtisch wurde vorbereitet.  Es war toll zu sehen, wie man aus einer Strandbar eine Weißwurstbar zauberte. Eine große bayrische Fahne und kleine Tischfahnen hat unser großes Vorbild Bertl gesponsert. Um Stilecht zu bleiben, haben wir bei Ebay sogar das König Ludwig Weißwurstservice ersteigert!

Auch wenn das Wetter noch etwas kalt war, auch in Ägypten gibt es Winter, so zieht man einen dicken Pulli an und Heizpilze werden aufgestellt.

Wir freuten uns, dass Thomas Huth den bayrischen Wimpel, unser Symbol für den Weißwurststammtisch,  an Cello weitergereicht hatte. Dieser wird seit dem immer an unserem Tisch aufgestellt.

Highlights

Sechs Jahre Weißwurststammtisch Zwieseler Winkel Aussenstelle Hurghada birgt einige tolle Erinnerungen. Immerhin mussten inzwischen über 2000 Weißwürste und 70 Kilogramm Weiwurstsenf nach Afrika gebracht werden. Ich kann mich noch gut erinnern, als wir das erste Mal recherchierten, ob man überhaupt Weißwürste einführen darf!

Das Internet ist ein bisschen widersprüchlich: Einerseits sind bei verbotenen Gegenständen nur Fleisch und Schweinefett erwähnt, andererseits ist bei erlaubten Gegenständen Schweinefleisch ausgeschlossen. „Weißwurst ist doch aus Kalb!“, wollte Andreas argumentieren. „Klar, deshalb steht überall auf dem Etikett Schweinefleisch!“ Egal, wir nehmen aus Deutschland, wenn es unser Freigepäck zulässt, immer zwischen 100 und 150 Weißwürste mit, müssen diese auch bei der Einreise zeigen, doch bisher hat uns noch nie jemand diese weggenommen. Andreas zeigt immer auf seinen Bauch und meint: „All i can eat!“ oder: „Kersh kibir!“ was dicker Bauch bedeutet.

 

Ursprünglich war geplant, dass unsere Auswanderung für Goodbye Deutschland aufgezeichnet werden sollte, doch leider konnten wir erst 2013 unseren Traum verwirklichen, und das dauerte VOX zu lange.  Trotzdem wurde der zweite Weißwurststammtisch im August 2012 von den Kameraleuten begleitet und dann bei RTL ausgestrahlt.

Extra für Hurghada wurden Weißwurst-Shirts angefertigt und natürlich haben wir uns auch sofort mit der Weißwurst Armbanduhr geschmückt, als wir diese zum Kauf angeboten bekamen.

 

Und am meisten begeistert uns, dass es viele Auswanderer gibt, die hier in Ägypten bayrische Tracht hängen haben! Ein bisschen Modenschau ist immer dabei.

Ende letzten Jahres wurde Andreas von einer fremden Telefonnummer regelrecht verfolgt. Als seine Neugier dann doch zu groß wurde, nahm er das Telefonat mit ausländischer Vorwahl an. „Hallo, hier ist Antenne Bayern. Wir haben recherchiert und gelesen, dass ihr in Ägypten regelmäßig einen Weißwurststammtisch macht! Morgen ist Tag der Weißwurst und wir würden gerne darüber berichten.“ Rums, sogar bis zum Radio eilt unser Stammtisch.

 

Der Weißwurststammtisch heute

 

Viel hat sich nicht verändert: Wir sind wieder in der Caribbean Bar, hängen weiter die Fahne auf und auf den Tischen sind immer noch die bayrischen Fahnen. Der Wimpel ziert unseren Tisch doch Andreas raucht inzwischen seine Shisha dazu. Aus den Tischdecken sind Tischsets geworden, heute verteilt nicht mehr Cello sondern Petra Herold und manchmal passen wir in unsere Tracht, manchmal nicht. Der große Weißwurst Topf ist immer noch voll nur das Wasser ist manchmal heißer, so dass wir manchmal „Mädeln“ (geplatzte Würste) ausgeben mussten. Weißbier wird nicht mehr so viel in Ägypten hergestellt, so dass wir meist Stella trinken und da die Gläser mit Senf nicht so gut zu transportieren sind, besorgen wir Händlmeier Portionssenf.

Und die Gäste? Schaut genau hin, auch die sind teilweise seit dem ersten Stammtisch treu.

Zwei- bis dreimal im Jahr pflegen wir diesen Brauch. Und wenn ihr das nächste Mal auch dabei sein wollt, dann meldet euch bei uns in FB.  Wir freuen uns jetzt schon auf den 15. Weißwurststammtisch!

Urlaub als Senior – kleine Hilfen und Tipps

Gibt es vielleicht ältere Menschen, die gerne einmal alleine in den Urlaub fliegen würden, sich aber nicht trauen? Wir selbst erleben es regelmäßig, wenn unsere Eltern uns besuchen wollen: Es gibt Hürden, die mit Wissen zu bewältigen sind. Hier ein paar praktische Tipps und allgemeine Hinweise.

Vorab einige Gründe, warum Ägypten ein wunderbares Land für 60+ ist:

Klima

Wir haben eine trockene Hitze, die durch den Wind im Sommer sehr gut auszuhalten ist. Wer es lieber kühler möchte, der fühlt sich in den Monaten November bis Februar hier sehr wohl, da tagsüber die Temperaturen nicht über 30 Grad klettern, abends es sich angenehm auf bis zu 10 Grad abkühlt und man ohne Klimaanlage schlafen kann. Schaut euch die Klimatabelle an!

Gesundheit

Poollandschaft Club

Durch die salzhaltige Luft werden Atemwegserkrankungen hier gelindert. Ich selbst bin Asthmatiker und brauche hier keinerlei Medikamente. Auch Allergiker können wörtlich aufatmen, denn es gibt hier wenig Pollen. Das Meer ist sehr salzhaltig, so dass Hauterkrankungen hier Linderung erhalten. Welche Aspekte dazu führen, dass Schmerzpatienten hier weniger Probleme haben, weiß ich nicht, doch ich kenne mehrere Menschen, die hier teilweise schmerzfrei sind. Natürlich helfen dazu auch die Möglichkeit, sich ganzjährig im Meer oder Pool sich gelenkschonend bewegen zu können.

Preis-Leistungsverhältnis

Wer Einnahmen aus Rente hat, hat hier einfach mehr für sein Geld. Eine Person kann hier mit 700 Euro sehr gut leben, Miete, Nebenkosten Restaurantbesuche, Cafes, Ausflüge und Taxifahrten und Extras eingeschlossen.

Geographische Lage

Ägypten liegt fast auf demselben Längengrad, so dass nur im Winter eine Stunde Zeitverschiebung ist, die sich im Sommer mit der europäischen Sommerzeit aufhebt, solange Ägypten keine Sommerzeit mehr einführt.

Ägypten liegt direkt gegenüber von der Türkei am Mittelmehr und hat südwestlich das Rote Meer.  Mit 4,5 Stunden Flugzeit gehört es zu den nächsten Urlaubsländern.

Und hier sind die drei Punkte, die manchen davon abhalten, diese vielen Vorteile nicht zu nutzen:

  1. Gefühlte Unsicherheit
  2. Unsicherheit vor dem Fliegen (nicht Flugangst)
  3. Sprachbarriere
  4. Was tun, wenn ich krank werde?

Ist Ägypten sicher?

Diese Frage wird fast täglich in den sozialen Foren bei Ägyptenliebhaber gestellt. Die Frage wird meist sehr subjektiv beantwortet und es wäre das gleiche, einen Metzger zu fragen, ob er meint, dass Schweinefleisch ungesund ist.

Die globale Weltsicherheit hat sich geändert. Terroristische Anschläge, das haben wir in den letzten Monaten gesehen, können auch in den vermeintlich sichersten Ländern durchgeführt werden. In diesem Punkt behaupte ich sogar, dass in einem Staat wie Ägypten es schwieriger ist, einen Anschlag durchzuführen.

Durch Medien, auch Reisebüroangestellte oder dem Gespräch mit dem Nachbarn wird man jedoch so beeinflusst, dass man subjektiv das Gefühl bekommt, in eine Kriegsgegend reisen zu wollen.

Eine allgemeine Antwort darauf,  wird sogar vom Auswärtigen Amt gegeben. Wir sind abgestumpft. Tägliche Schlagzeilen von Überfällen, Anschlägen oder Attentaten berühren uns nicht mehr so. Der Spiegel hat in seinem Beitrag über die, sichersten Reiseländer, einen interessanten Absatz geschrieben:

„Anschläge mit terroristischem Hintergrund – etwa in NizzaParisBerlin und Brüssel – hätten in der jüngeren Vergangenheit in West- und Südeuropa zwar für eine veränderte Wahrnehmung von Sicherheit gesorgt, schreibt die Schweizer Stiftung (WEF). Doch die Auswirkung auf das Reiseverhalten internationaler Urlauber sei zuletzt nur von kurzer Dauer gewesen.“

Was empfinden wir als sicher?

Obwohl Deutschland bei Punkto sicheres Reiseland auf Platz 51 abgefallen ist, Frankreich auf Platz 67 und Italien auf Platz 70 ist, fühlen wir uns dort sicherer als in dem vermeintlich 2. sichersten Reiseland Dubai oder Ruanda von Platz 9!

Gewohnte Umgebung, Kultur, Sprache, Gepflogenheiten helfen uns, gut mit einer eventuellen neuen Situation klar zu kommen. Wenn ich zum Beispiel in dem Einkaufszentrum bin, welches ich gut kenne, und ein Feuer ausbricht, macht mir das weniger Angst als in einem fremden Gebäude.

Bei einem Urlaub in Ägypten oder einem anderen, für mich fremden Land, habe ich vermeintlich gar keinen Anker mehr, auf den ich zurückgreifen kann. Doch Information kann schon helfen, sich sicherer zu fühlen.

Grundsätzliches zu unserer gefühlten politischen Sicherheit:

Es gibt keine Reisewarnung für Ägypten, nur eine Teilreisewarnung für den nördlichen Sinai, besonders die Grenze zu Israel und dem Gazastreifen. Wer hat sich den schon einmal die geographische Karte unter diesem Aspekt angesehen?

 Übrigens: auch für Israel gibt es keine Reisewarnung, außer für den Gazastreifen. Und jetzt bitte die Entfernung zum nördlichen Sinai im Verhältnis in Deutschland:

Zum nördlichsten Punk (Asha) bis Hurghada sind es 621 KM, zwischen Sharm el sheik (südlicher Sinai) bis zum Gazastreifen 500 KM. Diese Touristischen Orte sind etwa die Strecke München Berlin vom nördlichen Sinai entfernt.

 Wie komme ich in mein Flugzeug und wie wieder raus?

Ich erinnere mich noch, wie ich vor 25 Jahren meine damals 85 jährige Großmutter von München nach Aschaffenburg holte und alleine mit dem Zug zurück fahren ließ, mit umsteigen. Ich wartete stündlich auf eine Radiodurchsage: „Ältere Frau irrt in Nürnberg umher und hat die Orientierung verloren. Wer vermisst diese Frau?“ Und wie soll man sich dann heute auf den Flughäfen zurechtfinden? Wie bekomme ich mein Flugticket, wer hilft mir den Koffer tragen? Was muss ich bei der Ausreise beachten? Wo muss ich hin?

Fragen über Fragen und eine ganz einfache Lösung:

Die großen Fluggesellschaften haben einen Mobilitätsservice, meist kostenlos. Wir haben diesen über Condor getestet und meine Mama (80) war begeistert. Diesen Service bestellt man mindestens 48 Stunden vor Abflug telefonisch direkt bei der Fluggesellschaft. Man bekommt eine Bestätigung per Mail oder Post. Mit dieser Bestätigung bin ich in Hurghada zum Sicherheitspersonal. Daraufhin wurde über Funk ein Rollstuhl mit Betreuungsperson geschickt, der meine Mutter vom Auto abholte. Er ging mit ihr durch die Sicherheitskontrollen, hat natürlich den Koffer mitgenommen, zum Check in. Hat ihr Ticket geholt, die Ausreisekarte ausgefüllt, den Ausreisestempel geholt und sie beim Gate zum Warten abgegeben. Dort wurde sie von einer Stewardess in Empfang genommen, mit einem separaten Bus zum Flugzeug gefahren worden und dort als erstes mit einer Hebebühne im Rollstuhl eingecheckt. Zum Platz ist sie dann alleine gegangen. In Deutschland wartete wieder ein Betreuer mit Rollstuhl am Gate, holte sie ab und brachte sie durch den Zoll, Koffer abholen,  bis zum Ausgang, wo sie vom Taxi erwartet wurde.

Fazit: „Ich werde immer mit diesem Service fliegen!

Wer nur ansatzweise Schwierigkeiten hat, mit Treppen oder Gehen, der sollte telefonisch sich diese Unterstützung holen!

Ansonsten bieten einige Fluggesellschaften und Flughäfen Guids an, die einem begleiten. Dieser Seniorenservice  ist jedoch meist gegen Bezahlung.

Wie verständige ich mich?

Sogar die Shopbesitzer sprechen deutsch

Natürlich sind Englischkenntnisse immer von Vorteil. Wer über keine Fremdsprachenkenntnisse verfügt und im Ausland Urlaub machen möchte, sollte sich ein Hotel aussuchen, welches überwiegend deutsche Gäste hat. Die Ägypter sind in meinen Augen „Sprach Chamäleons“, sie passen sich den Touristen an. Inzwischen lernen sie sogar chinesisch. Am Flughafen wird man von einem deutschsprechenden Reiseleiter empfangen, im Hotel gibt es meist eine deutschsprachige Gästebetreuung und auch die Rezeptionsmitarbeiter und Kellner können meist ein wenig deutsch.

Wer sich überlegt, hier vielleicht zu überwintern oder sogar seinen Lebensabend hier zu verbringen, der sollte dann ägyptisch lernen, am besten vor Ort.

Gesundheit

Das Gesundheitssystem für die Ägypter ist nicht gut was jedoch nicht an der Qualität der ärztlichen Versorgung liegt, sondern daran, dass die guten Ärzte und Krankenhäuser privat bezahlt werden müssen.

Bei Egyptair wird im Magazin sogar für Urlaub in Kliniken geworben, um sich durchchecken zu lassen, Augen- oder Zahnoperationen zu erledigen.

Da ärztliche Eingriffe für Europäer hier günstiger sind als zu Hause, wundert es mich, dass es noch keinen Gesundheitstourismus gibt. Es muss keiner Angst haben, wenn hier etwas passiert. Egal, ob eine Brücke aus dem Zahn bricht, sich die Augen lasern lassen will oder eine Dialyse im Urlaub braucht, tatsächlich können geplante Eingriffe hier günstig und mit hervorragenden Ärzten erledigt werden.

Ein Unfall ist so ziemlich der Super Gau im Urlaub, doch dieser ist in Ägypten nicht großartig anders zu händeln als in Österreich: Am besten man schließt in Deutschland eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ab. So kann man sich hier im nächsten Krankenhaus versorgen lassen:

El Sallam – Hurghada Mitte (Dialysestation)

Royal Hospital  – nächstes zum Flughafen

Nilhospital – nah zum Flughafen mit Ausstellung eines Rückflugscheines

El Gouna Hospital – El Gouna (Dialysestation)

Hypermed – Airportroad, bei Hals-, Nasen- und Ohrenprobleme, auch Tauchunfällen.  Frau Dr.  Hanaa spricht deutsch und es kann telefonisch Kontakt aufgenommen werden unter 01226391450

 

Ein persönlicher Hinweis

Die Deutschen sind hier in Ägypten sehr angesehene Gäste. Sie lieben uns, weil wir respektvoll mit ihnen umgehen, weil wir gute Umgangsformen haben und nicht zuletzt, weil wir guten Fußball spielen und tolle Autos produzieren. Deshalb ist jeder um die deutschen Touristen besonders besorgt. Geben Sie die Anerkennung mit einem Lächeln und vielleicht einem Dollarschein zurück. (Münzen wechselt keine Bank, deshalb wird man oft darum gebeten!).

Das ist mein ganz persönliches Statement dazu für interessierte, die Ägypten noch nicht kennen. Ich würde mich freuen, unseren „Neuen“ damit geholfen zu haben, sich für Ägypten zu entscheiden!

Für weitere Fragen und Anregungen stehen wir euch natürlich zur Verfügung

Eurer Fairholiday Team

 

 

 

 

Astrid und Andreas

Wir leben in Ägypten

Wir fühlen uns sicher in Ägypten, auch wenn wir wissen, dass Fanatiker, Politiker oder wer auch immer dem Land die Luft zum Atmen nehmen will und das geht am Besten, wenn man den Tourismus angreift. Warum? Vielleicht, weil damit mehr Armut herrscht und man hofft, schneller Menschen für die eigene Ideologie zu gewinnen. Es geht wie immer um Macht und Geld und ich verstehe schon lange die Zusammenhänge und Abhängigkeiten von Öl, Drogen, Religion und Politik nicht mehr.
Die einen nennen es Naivität, die anderen in die Tasche lügen, ich nenne es Selbstschutz um in dieser Welt glücklich zu überleben. Meiner Meinung nach ist die Menschheit in einem Umbruch, der nicht mehr aufzuhalten ist und ich habe für mich entschieden, das Beste daraus zu machen. Nämlich in der Sonne leben.
Vor einigen Wochen haben wir tatsächlich einen Gewaltakt in Hurghada erleben müssen. Wie immer ist das World Wide Net Segen und Fluch gleichzeitig. Dass etwas passiert ist, wussten wir schnell, doch wie in einer Flüsterpost gingen die Geschichten durch die sozialen Netzwerke:
Erst war es eine Bombe. Das wunderte uns sehr, da wir in unmittelbarer Umgebung des Hotels zu der fraglichen Zeit waren. Eine Bombe? Die hätten wir hören müssen. Auf der von uns zu sehenden Hauptstraße war normaler Verkehr, so dass uns diese Meldung nicht überzeugte. Nein, im Gegenteil, wir dachten, es sei gar nichts. Dann hieß es ein terroristischer Anschlag. Die Attentäter vermehrten sich in den social Medien wie die Karnickel. Aus zwei mach drei, dann acht zum Schluss sprach man von elf! Genauso wie von Toten. Es waren immer noch keine Sirenen zu hören oder ein Rückstau auf der Straße, darum planten wir, direkt hinzufahren.
Tatsächlich: kurz vor Erreichen des Hotels war eine Umleitung eingerichtet worden. Doch der Polizist war weder an einer Fahrzeugkontrolle interessiert, noch war er mit schusssicherer Weste ausgestattet. Daraus folgerten wir, es kann kein Terroranschlag gewesen sein. Würde sonst nicht Polizei und Armee bereits vor Ort sein und agieren? Doch etwas war passiert.
Inzwischen wurde auch in den Foren darum gebeten, nur von Augenzeugen bestätigten Berichten zu schreiben. Über Mitarbeiter und Angehörige des Hotelinhabers, den wir kennen, versuchten wir Informationen aus erster Hand zu erfahren.
Leider hielten sich die Medien nicht an diese Vorgehensweise. Sogar in den Nachrichten wurden Fehlinformationen publiziert, die bis heute nicht alle korrigiert wurden.
Tatsächlich handelte es sich um zwei Männer, die mit Messer, Bombengürtelattrappe und einer Paintball-Pistole Geld von Gästen im neben gelegenen Restaurant erbeuten wurden. Durch die couragierten Mitarbeiter, die sofort die Gäste beschützten, wurde von den Beiden je ein Gast als Geisel genommen, um wieder fliehen zu können. Doch das Restaurant hatte einen zweiten Ausgang, direkt in die Lobby des Hotels. Das brachte die beiden in noch mehr Bedrängnis, denn dort war neben dem Security auch ein Touristenpolizist. Trauriges Ende: bei der Überwältigung der Täter kam einer zu Tode.
Ich will diesen Vorfall nicht kleinreden oder bagatellisieren. Es ist schlimm, dass Menschen in einem Hotel Angst und Schrecken erleiden mussten. Es ist noch schlimmer, dass es dabei auch Verletzte und einen Toten gab. Doch wir haben hautnah miterlebt, wie aus einer Mücke ein Elefant gemacht wurde. Wie die sensationsgeilen Medien wieder das publizieren, was in das Schema passt. Wie Angst und Unsicherheit geschürt wird was zur Folge hat, dass der Tourismus damit stirbt. Warum gerade Ägypten? Es passieren täglich schlimme Dinge. Würde alles mit gleicher Intensität verfolgt werden, würde keiner mehr in die Türkei, nach Frankreich oder sogar Deutschland fahren, um Urlaub zu machen.
Die Menschen die hier leben, gehen mit der Angst anders um. Und auch wir lassen uns nicht davon abhalten, weiter an den Strand zu gehen, nach Luxor oder Kairo zu fahren oder abends in einer Bar zu sitzen. Wer Lust hat, uns zu begleiten, der kann uns in Ägypten treffen oder hier die Geschichten mit lesen! Ich freue mich auf euer Feedback, am liebsten persönlich!

http://www.fairholiday.com/fairholiday/fun-more/service.html