Ballonfahrt über dem Nil

Die Ballonfahrt zu Sonnenaufgang über Luxor ist inzwischen schon fast das moderne Markenzeichen von Luxor.

Zwei Punkte haben mich bisher daran gehindert, diese mitzumachen:

  1. Der Ausflug beginnt morgens um halb vier,
  2. Ich habe Höhenangst.

Tatsächlich werden wir mit dem Bus gegen halb vier morgens abgeholt. Der Abflug mit dem Ballon wird in der Nähe von den Memnonskolossen sein, also auf der westlichen Nilseite. Wir fahren deshalb zum Nil an die Feluken Haltestelle, den Wassertaxen, und überqueren diesen. Während der Fahrt bekommen wir Kaffee und Tee und müssen uns den Sicherheitshinweis und Haftungsausschluss bei Unfällen für die Ballonfahrt durchlesen und unterschreiben.

Ist wie bei einer Operation: Es wird schon nichts passieren, doch wenn, dann bist du selber schuld. Wir lesen die Hinweise deshalb schon aufmerksam durch, besonders, weil wir den Ablauf auch schon von einer Freundin erklärt bekommen haben, und unterschreiben.

Am anderen Nilufer fährt man noch ein kurzes Stück mit dem Auto bis man zu dem Startplatz der Ballons kommt.

Wir zählen 5 Ballons, die alle nebeneinander am Boden ausgebreitet sind. So groß haben wir uns die nicht vorgestellt. Klar, wir haben die Ballons bisher immer nur am Himmel gesehen, mal höher, mal tiefer, da kann man die Größe nicht gut einschätzen.

Wir werden in Gruppen von 24 Teilnehmern eingeteilt, so viele passen in einen Korb.

Wir gehen näher an „unseren Ballon“ und beobachten, wie sich diese langsam mit heißer Luft füllen und durch den physikalischen Vorgang sich zu heben beginnen. Immer wieder wird mit einer Gasflamme heiße Luft erzeugt, um dem Ballon den letzten Kick auch noch zu geben, dass er senkrecht über dem Korb steht. Jetzt heißt es Yallah, yallah, denn ab diesem Moment wird aus dem vollen Ballon ein wildes Tier, was in die Freiheit möchte und der Kapitän erinnert mich deshalb ein bisschen an einen Dompteur, der seinen Ballon wirklich gut im Griff hat.

Es gibt keine Leiter in den etwa 1,40 hohen Ballon, dafür jedoch kleine Löcher, die man wie ein Steigeisen nutzen kann. Der Korb ist in sechs gleich große Felder eingeteilt, in die je 6 Personen steigen müssen. Sobald ich hoch genug bin, dass ich meinen Po auf den Rand setzen kann, mache ich das und schwinge elegant beide Beine nach innen. Jeder von uns kommt auf die eine oder andere Weise in den Korb. Ein bisschen belustigt beobachte ich eine sehr korpulente Frau, deutlich jünger als wir, wie sie keine Technik für sich findet, die etwa 120 Kilo in den Korb zu befördern. Das übernehmen die Ägypter dann zu viert: Zwei greifen unter die Arme, jeder nimmt noch ein Bein, und so schnell konnte sie gar nicht reagieren, wie sie die Beine im Korb hatte.

Alle Mann an Bord, doch man möchte mit den anderen Ballons in etwa gleich starten. Also werden alle wilden Tiere noch gebändigt, bis auch der letzte Gast in seinem Korb sitzt.

Durch meine Höhenangst halte ich mich ausnahmsweise im Hintergrund und bleibe in der zweiten Reihe stehen, so dass ich keine Möglichkeit habe, direkt nach unten zu sehen. Am Horiizont ist schon deutlich ein heller Streifen zu sehen, die Nacht verabschiedet sich als unser Kapitän jetzt dem wilden Tier die Erlaubnis gibt, sich in die Höhe zu bewegen und deshalb noch einen guten Feuerstrahl mit dem Gas zündet. Es ist bestimmt heiß, denn er hat Handschuhe an. Es ist das erste Mal, dass ich einen Ägypter mit Schutzkleidung sehe!

Fast spürt man es gar nicht, wie sich der Ballon hebt und ganz ruhig zu schweben beginnt. Langsam wird das Feld, von dem wir gestartet sind, kleiner und dadurch das Blickfeld größer. Es ist ein ergreifender Moment, der durch klatschen und Johlen gefeiert wird. Tatsächlich kann ein Ballon gelenkt werden. Unser Kapitän erklärt uns, wo sich welches Monument am Boden befindet und sorgt dafür, dass wir uns langsam drehen, um alle Perspektiven genießen zu können.

Viel zu schnell vergehen die 45 Minuten, bis wir zur nächsten, spannenden Etappe kommen: die Landung!

Wir wurden alle eingewiesen, was wir bei dem Komando „Landingposition“ zu tun haben: Jeder muss sich in die Richtung drehen, dass er den blau-roten Karabinerhaken sehen kann. Dann muss er sich mit beiden Händen eine Halteschlaufe suchen, die im Korb rundherum in Zweierreihen befestigt sind und in die Hocke gehen und nach hinten lehnen. Wenn sich alle an die Instruktionen halten, hat er ein optimales Gegengewicht zum Ballon und man kann nicht kippen.

Als das Komando kam, setzen wir uns also alle in die Hocke und konnten dadurch nur noch Korb sehen, oder, beim Blick nach oben beobachten, wie im Ballon sich ganz oben die Decke öffnete und der Blick zum Himmel frei wurde. Jetzt konnte die warme Luft entweichen und der Ballon verlor schnell an Höhe. Doch unser Kapitän landete uns ganz sanft, ohne zu holpern. Dieses Mal applaudierten auch wir nach der gelungenen Landung den diese ist nicht so selbstverständlich wie in einem Flugzeug.

Alleine die Erinnerungen erzeugen bei mir Glückshormone! Diese Fahrt werden wir mit Sicherheit wiederholen!

Kommt doch mit!

Astrid und Andreas Fair holiday

 

Abu simbel

 

Um 2.45 Uhr läutet das Telefon. Früher wäre ich aufgesprungen und hätte mich mit Firmennamen gemeldet, heute ignoriere ich das Geräusch, Dreh mich um und schlaf weiter. Um 3.15 Uhr weckt mich Andreas mit den Worten: “ in 15 Minuten fahren wir, ist das spät genug?“

Ja ist es. Ich steh auf, ins Bad, greife automatisch nach der Zahnbürste und mache Katzenwäsche. Wir gehen heute nur aus der Kabine rechts und sind in der Bar, wo Kaffee und „dunkekuchen “ bereitsteht. Da ich faul bin, nehme ich den ersten Platz ein. Großer Fehler: permanent sagt irgend jemand, der rein oder raus geht, freundlich guten Morgen zu mir und erwartet Antwort.

Treffpunkt libby, wo Lunchpakete und Wasser für uns vorbereitet sind. Abzählen, natürlich sind ein paar vorwitzige schon raus, und losgehen sollte es.

Such unsere Freunde sind schon unerträglich wach und gut gelaunt. Sie begutachten mein neues Oberteil, was mir gut passt. Eigentlich hätte es sich Andreas gekauft. Jürgen, dessen Hemden ihm auch zu eng sind, meint, seines hätte eine Brusttasche. Andreas daraufhin sucht irritiert ab mir die Brusttasche. Statt dessen findet er die Nähte. Entsetz reden jetzt drei Leute auf mich ein, ich hätte das Ding links herum an. Was für eine Hektik! Als ob es morgens um halb vier irgend jemanden stören würde, dass ein dunkelblaues Hemd richtig oder falsch angezogen wäre! Ich gehe in einen Gang und Dreh das Oberteil so schnell, das Andrea nicht mal ein Foto machen kann.

Es geht los. Wir nehmen jeder eine Sitzreihe. Manche sind echt schlau, sie haben ihr Bett Kissen mitgebracht, um im Bus weiter zu schlafen. Tatsächlich ist das heute möglich! Wir fahren zum Treffpunkt für den convoi und fahren als busnummer 88 um 4.10 Uhr gemeinsam mit Polizei Eskorte durch die Sahara. Licht aus, gute Nacht!!

Den Sonnenaufgang haben wir verschlafen, als ich gegen 6.00 Uhr nach draußen schaue. Weite Wüste doch Strommasten zeigen, das eine Stadt in der Nähe sein muss. Langsam beginnt es im Bus zu knistern und Geräusche zeigen, dass fast alle aufwachen. Mohamed nutzt die Gelegenheit, noch mal kurz Instruktionen zu geben.

Frühstücken im Bus, oder das Lunchpaket in einem Rucksack mitnehmen. Erläuterungen sind im Tempel nicht erlaubt, ebenso das berühren oder fotografieren innerhalb der tempelanlagen.

Der Unterschied zu den anderen Tempeln besteht darin, das der Tempel in einen Stein gehsuen wurde. Nachdem der Stausee errichtet war bestand die Gefahr, den Tempel für immer im Wasser zu verlieren. Die Unesco wurde um Hilfe gebeten.

Drei Möglichkeiten gab es, die Ausgrabungen zu retten:

  1. als Aquarium , was uns als Taucher natürlich gefallen hätte.
  2. Eine Schutzmauer zu bilden,
  3. die teuerste Variante wurde dan ab Juni 1964 umgesetzt: den Tempel in 120000 Einzelteile zu zerlegen und an einer höheren stelle wieder aufzubauen.

Innerhalb von 5 Jahren wurde dies mit Hilfe unter anderem von Amerika , Spanien und weiteren Ländern umgesetzt.

Heute ist Abu Simbels mit seinem großen und kleinen Tempel UNESCO Kulturerbe.

Übrigens: man darf nicht fotografieren und es gibt viele Aufpasser, die alle Fotos löschen bis hin zur Anzeige bei der Polizei.

Mit vielen neuen Eindrücken fahren wir mit Polizeieskorte zurück und werden uns im Pool etwas abkühlen und relaxen um am Abend für den image

orientalischen Abend für zu sein!

Bis dann Astrid und Andreas

 

 

Assuan und der philae Tempel

Für mich eine unchristliche Zeit: 5.00 Uhr frühstücken, 6 00 Uhr Abfahrt . Auf dem Weg zum Restaurant bin ich irritiert. Die eine Seite ist dunkel, auf der anderen Seite sehe ich durch das Fenster, dass es bereits hell ist. Ah, ich erkenne den Grund: Auf der einen Seite stehen wir an einem anderen Flussfahrtschiff, auf den anderen Seite stehen wir frei.

Schlaftrunken betrete ich das Restaurant. Kaffe ja – Frühstück nein. Die halbe Stunde reicht, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, so daß ich auf dem Weg zum Bus die Morgensonne und das Nilufer bei Tagesanbruch kurz genieße. Im Bus weiterschlafen geht nicht, weil unser deutschprachiger Guide zu viel zu erzählen weiß, über die große Stadt Assuan, Ägypten, den Bewohnern und das Leben.

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Assuan ist eine urtümliche, nubische Stadt mit über 100.000 Einwohnern. Der Staudamm wurde vom Präsident Nasr erbaut, um die Überschwemmungen durch das Hochwasser und die Dürreperioden auszugleichen. Der Nil wird durch das gestaute Wasser über Turbinen gespeist, welche Ägyptens Strom produzieren. Der Nachteil durch den Staudamm: durch die Überschwemmung kam immer frische, urbare Nilerde ins Land, die höhere Ernten erbracht haben.

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Weiter geht die Fahrt mit einer Feluke zum Philae Tempel. Natürlich können wir dem Charme der Ägypter nicht widerstehen und kaufen Hemden aus ägyptischer Baumwolle und ein Armband.

Der Tempel hat zwei Besonderheiten: Zum einen wurde Stein für Stein von dem ursprünglichen Platz im Nil abgetragen und weiter oben wieder aufgebaut, damit er vor Überschwemmungen geschützt war, zum anderen wurde der Tempel von den Griechen zu einer Gebetsstätte für Christen umgewandelt.

Der Tag heute ist richtig streßig. Tatsächlich kommen wir pünktlich zum Mittagessen an und fahren eine Stunde später bereits weiter mit dem Motorbot in Richtung Nubisches Dorf. Eine herrliche Umgebung vorbei am Mausoleum von Katarak und der Elefanteninsel, die den Namen durch die Steine bekam, die wie Elefanten aussehen.


Das nubische Dorf hatte auch das Schiksal, zum Bau des Staudammes umgezogen werden zu müssen. Krokodile werden dort noch als Haustiere gehalten, die Menschen leben in einfachen Verhältnissen.

Morgen geht es bereits um 3.30 Uhr los nach Abu simpel. Deshalb wünschen wir eine gute Nacht! Astrid und Andreas

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Seetag mit Kom Ombo Tempel

Jetzt fahren wir! Hier dreht man die Liegen nicht Richtung Sonne, sondern Richtung Ufer. Natürlich darf auch hier das seltsame Verhalten der Deutschen nicht fehlen: Alle Liegen werden mit Handtüchern reserviert, zumindest die im Schatten. In der Sonne waren bis abends noch welche frei, den nicht viele halten 40 Grad im Schatten aus, ohne Schatten.  Es ist so heiß, dass ich mir beim barfußlaufen die Fusssohlen verbrannt habe und den Hintern, wenn man sich auf den Beckenrand setzt. Also, wie in der Dampfsauna erst einmal den Rand mit der Brause abkühlen, um sich dann in das Nass zu legen, was tatsächlich die Hitze erträglicher macht.

Alkohol ist bei der Hitze nicht so gut, also bleiben wir bei Wasser und Zitronensaft. nachmittags einen Capuccino, der mit kleinen Gemälden verziert wird. Wenn man die Landschaft an sich vorbeiziehen sieht, kommt man fast in Versuchung zu denken, wir stehen und einer bewegt eine Fototapete.

Unterbrochen wurde das Schauspiel bei der Einfahrt zur Schleuse. 6 Meter Höhenunterschied werden ausgeglichen. Die Fahrt in die Schleuse ist Millimeterarbeit, doch der Kapitän schafft das souverän.

 

Das Programm sieht vor, dass um halb acht die Bordmanschaft vorgestellt wird. Vom Kapitän, der nicht wie am Traumschiff mit weißem Jakett und Seemannskappe kommt, sondern mit Galabea und Turban, bis hin zum Houskeepingmanager werden alle Stabstellen vorgestellt. Mit alkoholfreiem Cocktails und kleinen Häppchen wird die Fahrt und der Abend begrüßt.

Nach dem abendlichen Büffet wird noch ein Absacker an der Bar oder Capuccino, der mit kleinen Gemälden verziert ist, auf dem Sonnendeck getrunken und in netter Runde den Abend ausklingen gelassen.  Animation braucht heute keiner mehr, da jeder früh aufgestanden ist und die vielen Eindrücke einfach müde machen.

Ich freue mich auf eine Dusche in der Kabine. Beim Safe bin ich schon an meine Grenzen gestoßen. Jetzt stehe ich, wie Gott mich erschaffen hat, vor einer Dusche mit Brause, Oberdusche und seitlichen Duschstrahlern und zwei Knöpfen in der Mitte. Wie bekomme ich Wasser aus der Brause in angenehmer Tempertur?

Grundsätzlich ist die Dusche weder für Männer, noch für Frauen geeignet. Man braucht logisches Denken und die Funktionsbeschreibung umzusetzen und Fingerspitzengefühl, um die Temperatur einzustellen. Die eine Eigenschaft ist eher bei Männern, die andere bei Frauen zu finden. Bei mir liegt keine der beiden vor. Nachdem ich den unteren Knopf ohne eine sichtliche Reaktion der Brause gedreht hatte, bin ich zu der Überzeugung gekommen, er ist für die Themperatur. Deshalb stelle ich ihn in die Mitte. Den zweiten Knopf kann man drehen und nach oben verstellen. Drei Positionen für drei verschiedene Duschmöglichkeiten. Versehentlich schaffe ich es, die Duscha anzumachen. Das Ergebnis: kalte Wasserfontainen aus der Seite. Ich bewege den unteren Knopf in die falsche Richtung, Wasser eikalt. Ich bewege in die andere, jedoch zu stark, und verbrenne fast. Schnell rüttel ich an dem oberen Knopf, dass das Wasser ausgeht. Nochmal von vorne, wieder Temperatur in der Mitte. Ich beginne dieses Mal mit der Einsstellung des Wasserstrahls. Eine Stufe weiter – Dusche oben ist aktiv.  Mit der letzten Stufe habe ich endlich Wasser aus der Handbrause. Jetzt nochmal vorsichtig an die richtige Themperatur rantasten. Endlich, ich kann duschen!

Ab acht Uhr gibt es eine Stunde Frühstück, was für mich erstens zu früh und zweitens zu kurz ist. Ich begnüge mich deshalb mit einem Kaffe aus der Maschine, die mir eine überlaufende Kaffeetasse beschert. Ich überbrücke die Zeit am Vormittag mit Fitness und Massage, bis es Mittagessen auf dem Sonnendeck gibt. Jetzt ist die richtige Zeit, jetzt knurrt mein Magen.

Die Auswahl besteht immer aus Fleisch und Fisch, Kartoffeln und Reis, Gemüse, Salat und Nachtisch. Es ist praktisch, wenn es nicht so viel Auswahl gibt, so kann man sich besser entscheiden bzw. alles versuchen. Heute gab es sogar Wachteln.

Nachmittag um vier Uhr legten wir in Kom Ombo an. Der Tempel war bereits vom Schiff aus zu sehen. Es ist der Tempel von zwei Göttern: dem Gott der Fruchtbarkeit, dargestellt als Krokodil, und Gott des Schutzes, dargestellt als Falke. Wieder erfuhren wir interessante Geschichten über den ägyptischen Kalender, der Nilwassermessung und den ärztlichen Wissenstand. Bereits 3300 vor Chr. wurden Operationen durchgeführt.

Bei diesem Besuch erfuhren wir auch, das hier für den Gott Sobek sogar Krokodile mumifiziert wurden!

Der Abend endete mit einem wunderbaren Sonnenuntergang, bevor wir uns Chick machten, für das Candle light dinner.

Der nächste Bericht geht weiter aus Assuan!

Viele Grüße Andreas und Astrid Fair Holiday

Theben/Luxor ost


Im Gegensatz zu einer Kreuzfahrt auf dem Meer, wo meist mit einem Relaxtag begonnen wird, beginnt die Flusskreuzfahrt um 6.00 Uhr morgens mit Frühstück und Abfahrt zum ersten Ausflug um 7.00 Uhr. Vage beginnen meine Gehirnzellen zu arbeiten und ich erinnere mich darn, was der Reiseleiter gestern erklärt hat:

“ Schauen sie an der Tafel, in welcher Gruppe sie sind.“

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Schon entflammen die ersten Diskussionen von Gästen, die morgens auch noch einen Tunnelblblick haben: „Ich steh nicht drauf!“Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Die Gruppen werden aufgerufen, jeder bekommt einen Boardpass, damit niemand vergessen wird.

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Auch wenn wir mehrmals im Jahr nach Luxor fahren, bringt jeder Ausflug mit Reiseführer ein Stück Erinnerung aus dem Geschichtsunterricht aus den Tiefen des Unterbewusstseins hoch. Wer erinnert sich nicht an Theben? Dieser Name kam von den Griechen, ca. 300 v. Chr. Erst als die Araber 600 n. Chr. die Stadt übernahmen, nannten sie diese Luxor, die Stadt der hohen Häuser, die Tempel.

Wo die Sonne aufgeht, im Osten,  wird Luxor die Stadt der Lebenden genannt. Dort sind die Gebetstempel erbaut worden.

imageimageEingang karnak Tempel

Die größte Tempelanlage, die 1350 Jahre erbaut wurde, ist der Karnaktempel. Besonders zu empfehlen ist abends die Sound and Light Show, bei der man in die Geschichte mit Illumination der einzelnen Abschnitte und einer Erzählung eintaucht.

Nach etwa zwei Stunden ist der beeindruckende Besuch zu Ende und wir werden in einen Papyrusshop gefahren. Auch bei mir schrillen jetzt alle Alarmglocken: oh je, bin ich jetzt auf einer Kaffeefahrt, bei der ich genötigt werde, etwas zu kaufen?

Etwas skeptisch betrete ich den Laden. Zu meinem Erstaunen werden wir in eine Art Ausstellung geführt, die mit einer Erklärung der Herstellung von Papyrus beginnt und damit Endet, dass man einfach in Ruhe und ohne von jemanden angesprochen zu werden, die wunderschönen Bilder begutachten kann. Alle zu erwerbenden Teile sind in ägyptische Pfund ausgezeichnet. Vorher wurde uns noch erklärt, wie der aktuelle Wechselkurs ist, und dass man natürlich auch mit Kreditkarte zahlen kann. Wer gar kein Geld dabei hat, bezahlt auf dem Schiff. Die Preise bewegen sich zischen 10,00 € und 700,00€,  je nach Größe. Verpackt wird das ganze in einer Papprolle, Flugsicher. So kann man wirklich ein Souvenier für zu Hause kaufen, ohne Angst zu haben, einem willkürlichen Preis ausgeliefert zu sein. Und wer sich heute noch nicht entscheiden kann, hat am Ende der Kreuzfahrt noch einmal die Chance!

Als nächstes Highlight steht der Luxortempel auf dem Programm. Wir entscheiden uns, die Stunde für einen kleinen Abstecher in eine Shishabar zu machen. Natürlich werden wir sofort von einem Kutschenbesitzer angesprochen, mit ihm eine Fahrt zu machen. Mir geht es, wie vielen Touristen: Die Pferde sehen abgemagert aus und ich will ihnen die Last des Fahrens nicht antun. Doch andererseits, wenn niemand fährt, dann bekommen die Menschen und Tiere noch weniger.

Der Pferdekutscher bietet uns an, für 5 Pfund zum Cafeshop zu fahren.  Ich sage ja, Andreas läuft, doch  er lässt sich überreden, auch mit zu fahren. Es sind etwa 100 Meter, dann sind wir da. Unser Kutscher ist geschäftstüchtig, bestellt für uns Shisha und Tee, er bekommt natürlich auch einen. Er bleibt bei uns sitzen, so ist unsere Rückfahrt gesichert. Er erzählt uns, sein Pferd hätte seit 10 Tagen nichts zu essen bekommen. Entsetzt gebe ich ihm das Rückgeld bei der Bezahlung im Cafeshop als Trinkgeld und suche schon mal nach meinem Apfel, den ich mir statt Frühstück mitgenommen hatte. Als wir die 100 Meter zurückgefahren wurden, meint er, wo die Bezahlung sei, es wäre jetzt teurer, da er gewartet hatte. Schlitzohr, denke ich mir, doch was sind schon 15 Pfund? Also zücke ich nochmal 20 Pfund. Er grinst mich an und meint: „Und für das Pferd?“ Also, bekommt das Pferd auch 10 Pfund und den Apfel, den ich ihm sofort vor die Nase halte. Nun, für ein hungerndes Pferd hatte es wenig Appetitt, der Apfel wurde verschmäht. Ich lache und gebe den Apfel auch seinem Herrn und gehe mit einem guten Gefühl zum Bus. Ich hatte ein nettes Erlebnis für wenig Geld und er hatte ein wenig Umsatz, einen Tee und einige Zigaretten.

Die Hitze steigt auf über 40 Grad und wir freuen uns auf den klimatisierten Bus und die Fahrt zu unserem Schiff. Dort werden wir mit einem kühlem, nassen Tuch begrüßt und einem warmen Zitronensaft. Dieser ist besser, als aufgeheizt Kaltes zu trinken. Wir freuen uns auf unseren ersten „Seetag“

Freut euch mit!

Astrid und Andreas fairholiday

 

Check in

Nur eine halbe Stunde vom Flughafen entfernt kommen wir am Viking Port an.  Die Schiffe stehen hintereinander und um auf unser Schiff zu kommen, müssen  wir durch die Bäuche der beiden davor geparkten gehen.

Wie in einem Hotel stehen wir in der Lobby und werden direkt auf deutsch begrüßt. Kurze Formalitäten und schon können wir auf unsere Kabine gehen. Da es keine Aufzüge gibt, beneide ich die Kofferboys nicht, da sie alle Koffer über die drei Etagen schleppen müssen.

Die Größe des Zimmers überrascht mich und das Bad ist deutlich größer als auf Kreuzfahrtschiffen. Wir verabschieden unseren fleißigen Begleiter mit einem Trinkgeld, um sofort zur Tat zu schreiten: Nachttisch raus und die beiden Betten zusammen schieben. Wir machen das öfter und hatten schon manche Entdeckungen dabei gemacht: alte Taschentücher waren da noch das harmloseste. Heute war ich positiv überrascht: noch nicht einmal ein Staubrand war zu sehen!!

Es gibt genügend Platz für unsere Sachen, die schnell eingeräumt sind. Was entdecke ich? Einen Safe! Genau der richtige Platz für meinen Geldbeutel.  Rein und meinen Code eintippen – es blinkt seltsam. Kein Knopf mit Stern oder Raute? Aber ein Drehknopf, den ich betätige währen Andreas ruft, während er mir ein Schild vor die Nase hält,: „Da ist doch eine Beschreibung!“

Zu spät, der Safe ist verschlossen un zwar mit dem Code des Vorgängers. Laut Beschreibung hätte ich erst einen Reset machen müssen, belehrt mich Andreas, nachdem ER gelesen hat. Ich schaue den verschlossenen Wandtressor an und entscheide, dass wir so wenigstens einen Notgroschen haben!!

Wir schauen auf die Uhr. Noch knapp zwei Stunden Zeit bis zur Information. In die Stadt sind es knapp 30 Minuten, also zu kurz um noch eine Shisha zu rauchen. Es hat noch weit über 30 Grad deshalb entscheiden wir uns, ein Bier auf der Sonnenterasse zu trinken. Wir sind mit Freunden und FB Bekannten verabredet, wo der erste Teil bereits die gleiche Idee hatte. Nabil, der Barmanager gibt einen Tipp: die kleine Straße hoch zu Fuß dann erreicht man ein Cafe mit Fruchtshisha. Da ist der Abend doch schon für Andreas gerettet. Doch nicht vergessen: Um halb sieben ist Info!

Man kann wirklich gut auf dem Boot im Freien sitzen, die Themperatur ist jetzt angenehm und es gibt keine störenden Moskitos. Bei anregenden Gesprächen vergeht die Zeit schnell und wir brechen auf zur Bar im Schiffsbauch.

Assir, Mohamed und Ahmed stellen sich als unsere deutschsprachigen Reiseführer vor und erklären den Ablauf der nächsten Tage auf dem Nil mit Schwerpunkt der Ausflüge. Ich finde es sehr bemerkenswert, wie Assir es schafft, das heikle Thema Dumpingpreis wegen des ausbleibenden Tourismusses in Verbindung mit dem Kompliment an die Treue der Reiseveranstalter Sonnenklar.TV, FTI und BIG Xtra zur Sprache zu bringen. Das umfangreiche Kulturprogramm wurde mit dem uns bekannten Stolz der Ägypter erklärt und ich bin sicher, alle Gäste haben das Ausflugspaket gebucht. Dann schließt sich auch der Kreis, wo alle etwas gewonnen haben: Die Gäste haben einen günstigen Urlaub, die Reiseveranstalter volle Flugzeuge und alle Betten belegt und die Einheimischen verdienen an dem Trinkgeld, was Assir auch diplomatisch angesprochen hat, den Getränken, die bezahlt werden müssen und den gebuchten Ausflügen.

Sogar wir sind sehr gespannt auf die nächsten Tage und gehen angeregt mit vielen neuen Eindrücken und Erwartungen nach unten in das Restaurant.

Auf dem Büffet findet jeder der 100 Gäste Platz, wodurch die Verteidigung des Sitzplatzes durch einen, während die anderen sich am Büffet bedienen, ausfallen kann. So kann auch ich das Essen genießen, da man gleichzeitig aufstehen kann. Ich versuche alle Angebote: ägyptisches Shawerma, frisch am Büffet zubereitet, Fisch in Spinat mit viel Knoblauch und kleine Koftabällchen in Tomatensauce. Dazu die bestschmeckenden, ägyptischen Kartoffeln, Reis und Salat. Wer möchte, kann auch aus zwei Suppen wählen und natürlich krönnen frisches Obst und Süßspeisen das Menü ab.

Es ist halb zehn, so dass wir noch gelassen in die Stadt fahren können um am Nilufer der Innenstadt noch ein bisschen den Ausblick auf die illuminierten Berge und das Tal der Königinnen genießeb können.

Nach zwei Stunden bemerken wir, dass in sechs Stunden der Wecker läuten wird, um den Karnaktempel zu besichtigen. Ja, diese Woche wird richtig streßig!

So, jetzt ab ins Bett und gute Nacht! Astrid und Andreas

Astrid und Andreas

 

 

Unsere erste Nilkreuzfahrt

Fahrt nach Luxor

OK, jetzt leben wir seit drei Jahren in Ägypten und starten heute unsere erste Nilkreuzfahrt! Ich werde täglich unsere Eindrücke und Erfahrungen hier berichten! Ich hoffe, ihr schaut jeden Tag rein!!!

 

Los ging es an einem Donnerstag. Unsere Freunde saßen um 10.00 Uhr in Düsseldorf in der von Sonnenklar gecharterten Sunexpress, wir in unserem Auto. Wir fahren 320 Kilometer. Erst geht es durch die arabische Wüste mit den Trockentälern, die von hohem Gebirge ein gezäumt sind,  bis wir in Qena an den Nil stoßen. Den folgen wir flußaufwärts bis Luxor. Wir sind in dem Schiff Royal la Terrasse untergebracht, eines der drei Premium Schiffe, entsprechen 4 Sternen. Sonnenklar.tv  bietet auch Schiffe in 5 Sternekategorie an, ein bisschen teurer.

Unser Schiff ist 10 Jahre alt, gepflegt und sauber. Um auf unser Schiff zu gelangen, müssen wir andere Kreuzfahrtschiffe, die alle hintereinander festgemacht haben, durchqueren. In Hochzeiten waren das häufig sechs bis acht Schiffe, heute liegen maximal noch vier hintereinander. Der Weg ist wie eine kleine Schleuse, die immer wieder durch die Lobbies der einzelnen Schiffe erhellt werden.

In unserer Lobby werden wir dann an der Rezeption empfangen und hier ist auch der zukünftige Treffpunkt für die Ausflüge. Ein Aufenthalt auf einem Flußkreuzfahrtschiff ist nicht für Rollstuhlfahrer geeignet, da es keine Aufzüge gibt und auch der Zugang über mehrere Schiffe nicht barrierefrei sein kann.  Unser Gepäck wird von einem Pagen deshalb zu Fuß aufs Zimmer in der 4. Etage gebracht, wodurch er sich ein Trinkgeld verdient hat.

Unser Schiff hat zwei Suiten, die großzügig mit Wohn- und Schlafbereich ausgestattes sind sowie einen Balkon, auf dem man auch sitzen kann und auf der Fahrt die Landschaft genießen kann. Wir haben eine der 48 Kabinen, die einen großzügigen Schlafbereich haben mit zwei Sitzmöglichkeiten, einem Schreibtisch, den ich zum Schmiktisch umfunktioniere da ein großer Spiegel mit Beleuchtung geradezu danach schreit. Der Fernseher ist gerade mal Laptop Größe, dafür überrascht es mich, mitten in Afrika deutsche Sender zu empfangen.

Unsere Kleidung für eine Woche hat gut in dem zweitürigen Kleiderschrank Platz, in dem sich auch ein Safe befindet. 99% der Passagiere haben den Safe nicht auf der Innenseite der Türe entsperrt, so dass sie diesen mit dem Code des Vorgängers verschlossen hatten. Ich gehörte auch dazu.

Auch die Größe des Bades hat uns mit etwa 9 qm Meter positiv überrascht. Eine Sitzkabine in der Dusche dürfte auch allen älteren Menschen die Angst nehmen, dort ausrutschen zu können.

Das Restaurant befindet sich in der untersten Etage, trotzdem noch über dem Wasserspiegel, was wir gut erkennen können, wenn wir unterwegs sind und es draußen noch hell ist.

Die Kabinen teilen sich von der zweiten bis vierten Etage auf, wo sich dann auch die Bar befindet. Auf den Weg dorthin geht man an den Shopbesitzern vorbei, die von alltäglichen Gebrauchsgegenständen wir vergessenen Zahnbürsten (ich habe eine geschenkt bekommen) bis hin zu echtem Schmuck oder Kleidung alles bieten. Besonders verkaufen sie die Sachen, die man bei jedem Ausflug von den fliegenden Händlern angepriesen bekommt und zwar günstiger, ohne zu handeln!!

Von der obersten Etage kommt man auf das Sonnendeck mit Pool und Außenbar mit Schatten, welche auf der Fahrt nach Assuan wirklich notwendig ist. Bereits jetzt, Ende Mai, klettern die Temperaturen bis über 40 Grad im Schatten.  Jetzt wird der Pool wirklich zum Lebensretter. Es ist so heiß, dass man beim Barfusslaufen ohne Schuhe das Gefühl hat, Brandblasen zu bekommen und auf dem Rand des Beckens bestimmt die morgendlichen Spiegeleier gebraten werden könnten. Die Handbrause wird deshalb nicht nur zum Abkühlen des Körpers genutzt, sondern auch des Beckenrandes, um ohne Verbrennung in den Pool zu gelangen. Der Pool ist in der Mitte 1,60 Tief um sich komplett einmal abzukühlen, der andere Teil wird dafür genutzt, um sich ins Wasser zu setzen.

Die Preise für die Getränke sind normal. Eine eineinhalb Liter Flasche Wasser für 15,00 LE, alkoholfreie Getränke in 0,2 Liter Dosen 15 LE. Alkoholische Getränke sind etwa so teuer wie in Deutschland: Das Bier in der 0,5 Liter Dose für 32 LE und ein Cocktail 70 LE. Der Bailys wir hier „Bells“ ausgesprochen und kostet 52 LE, aber original!

Tipp: Die Landeswährung sind ägyptische Pfund (LE), Kurs derzeit 1 zu 10, das bedeutet ein Euro entspricht 10 ägyptische Pfund. Man kann auf dem Schiff Euros in Landeswährung zu einem guten Kurs wechseln. Die Einkäufe auf der Reise kann man natürlich auch mit Euro bezahlen. Man hat den Vorteil, ein besseres Gefühl für den Preis zu haben. Doch dann bitte viele Fünf- und Zehneuroscheine mitnehmen, damit man das Geld passend und in Scheinen hat. Für das Trinkgeld zwischendurch sind Eindollarscheine, die man in Deutschland auf der Bank bekommt, sehr praktisch. Münzen können von den Ägyptern in Fremdwährung nicht eingetauscht werden, so dass man ständig gefragt wird, ob man in Scheine wechseln kann. Dies sollte man gerne machen, sich jedoch das Geld in die eigene Hand zählen lassen.

Ausflüge:

Das Ausflugspaket beinhaltet für knapp 190€ alle Transfers, deutsche Reiseleitung, alle Eintritte zu den Tempelanlage an allen Anlegeplätzen, in Luxor zum Tal der Könige und den Karnaktempel.

Fakultativ können noch die Temel in Abu simbel und Qena gebucht werden, was beides sehr empfehlenswert ist.

Außer Tempelanlagen wird noch ein Besichtigung mit der Kutsche in Luxor angeboten und eine Ballonfahrt.  Die Kutschenfahrt hat einen gewissen Charme und wer Tierlieb ist unterstützt die Pferde am meisten, wenn er eine Rundfahrt bucht.

 

Die Ballonfahrt zu Sonnenaufgang über Luxor ist inzwischen schon fast das moderne Markenzeichen von Luxor und ein wunderbarer Abschluss!

Persönlicher Hinweis:

In den Buchungsunterlagen wird darauf hingewiesen, dass jeder 35€ Trinkgeld vor Ort zu bezahlen hat. Diese werden von den Reiseleitern am zweiten Tag eingesammelt und ich finde es beschämend, wenn er dafür mit Gästen diskutieren muss. Gerne haben wir natürlich zusätzliches Trinkgeld bezahlt für Personal, was besonders aufmerksam war, dazu zählten natürlich das Zimmerpersonal, welches täglich zweimal das Zimmer gereinigt hat und sehr phantasievoll die Badetücher faltete. Dazu zählte auch der Reiseleiter, der von der Trinkgeldpauschale nichts bekommt. Leider wurden für die Busfahrer keine Sammelaktionen gemacht, so wie wir das kennen.

Die Ägypter sehen in uns Deutschen freundliche, lustige und großzügigen Touristen, die gerne willkommen geheißen werden.

Wir haben einige erlebt, die die Mentalität des modernen „Geiz ist geil“ angenommen haben, ständig was zum Nörgeln haben und  dann glauben, mit ein paar Kupfermünzen besonders großzügig zu sein. Die Ägypter sind ein stolzes Volk und können zwischen Almosen und von Herzen gegebenem Trinkgeld unterscheiden!

In diesem Sinne freuen wir uns, wenn wir kulturinteressierte Menschen auf eine Nilkreuzfahrt Laune gemacht haben!

Zu buchen über Sonnenklar.TV

http://www.sonnenklar.tv/promo/flusskreuzfahrten.html

Eure Ägyptenspezialisten

Astrid und Andreas Fairholiday

 

Astrid und Andreas

El Gouna – das Ägypten von Morgen

Lässt man das Meer an der rechten Schulter und fährt aus Hurghada, dann ist man auf dem Weg nach El Gouna. Spätestens, wenn die Straße gut ausgebaut ist, keine Bodenwellen vorhanden sind und bei Nacht die Solarenergie betriebenen Straßenleuchten aus der Straße einen überlangen ICE macht, dann ist man kurz vor dem Haupteingang El Gouna.

Natürlich wird man hier, wie vor jeder Hotelanlage auch, vom  Security gefragt, wohin man möchte. Trotzdem empfende ich den oberflächlichen Blick in den Kofferraum sowie die Untersuchung des Unterbodens mit Spiegel eher eine Farce. Viel mehr vertraue ich auf die Menschenkenntis der Beamten und die internen Informationsmöglichkeiten, sowie auf Max, dem deutschen Schäferhund, der auf Drogen abgerichtet ist.

Ahlem we sahlem werden wir auf arabisch begrüßt. Wir fahren durch die Palmenallee auf einer geteerten Straße ohne Schlaglöcher. Rechts und links Wüste ohne blaue Müllsäcke oder übergroßen Maulwurfshügel, die durch wild abgelagertem Müll der mit Sand übezogen wurde in dem windreichen Region entstehen. Hier fühle ich mich wohl und ich wünsche mir, dass die Idee, El Gouna zur saubersten Stadt Afrikas zu machen, umgesetzt wird.

Rechts sieht man den kleinen Flughafen von El Gouna, an dem überwiegend von der Familie Samih Sawiris genutzt wird, die vor etwa 35 Jahren den Grundstein für El Gouna gelegt hatten.  Ursprünglich wollten sie für sich ein Haus abseits von Hurghada bauen. Durch Anfragen von Freunden und Bekannten wurde daraus eine kleine Siedlung und schnell erkannte der clevere Geschäftsmann darin die Chance und entwickelte eine in sich abgeschlossene Stadt. Aus einem Wüstenlandstrich wurde eine bauliche Meisterleistung:  eine Stadt, durchzogen von künstlich angelegten Wasserkanälen die durch drei Meereszuläufe mit natürlichem Salzwasser gespeist werden.

El Gouna ist sauber, innovativ und authark

Heute ist El Gouna eine Stadt mit vollständiger Infrastruktur und einem in Ägypten einzigartigen und  vorbildlichen Müllrecycling Konzept. Eigene Entsalzungsanlagen sorgen für Wasser, eigene Generatoren für Strom. In der eigenen Kelterei wird Wein hergestellt und in El Gouna steht die Abfüllanlage, in der stündlich 2600 Flaschen selbstgekelteter Wein abgefüllt und sogar Sekt nach traditionellem Gärverfahren wird hier hergestellt. El Gouna hat einen eigenen TV Sender und Radiosender.

In El Gouna haben die meisten Hotels den Grünen Stern,  eine Auszeichnung für Unternehmen die Müll reduzieren, Energie sparen und den Wasserverbrauch minimieren. Ab 2018 möchte El Gouna autofreie Zone sein, die Möglichkeit, Fahrräder zu leihen zu können, ist ein Vorbote.

Hier wird Ausbildung groß geschrieben und die Sawirith Foundation sorgt mit Stipendien für ein Studium in der TU Berlin und der Hotelfachschule dafür, dass Kinder ohne finanziellen Möglichkeiten hier eine fundierte Ausbildung bekommen können.

Und in Sachen Gesundheit kommen auch viele aus Hurghada bei Problemen nach El Gouna ins Krankenhaus. Tipp: Hier können auch Dialysepatienten behandelt werden, bitte vorab reservieren!

Die Stadtteile und deren Besonderheiten

Es gibt drei Einfahrten nach El Gouna, wobei Touristen nur im Haupteingang, den Mittleren, Einlass gewährt wird. Alle Hotels sind beschildert und die Straßenführung wird über Kreisel geregelt. Dadurch kann man schon einmal durcheinander kommen, da die Kreisel zumindest zu Beginn alle gleich aussehen. Deshalb sollte man sich merken, ob man nach Down Town möchte oder in die Abu Tig Marina. Das sind die beiden „Stadtteile“ und eignen sich zur ersten orientierung.

Down Town/El Kafr

Hier wird das alte Ägypten representiert mit dem Tamr Hena Platz als Herzstück. In diesem Restaurant kann man typische Gerichte aus Ägypten essen, Shisha rauchen, schwarzen Tee mit frischer Minze trinken und die Ägypter beim Domino oder Back Gamon (Tawla) spielen beobachten.

Rund um diesen Platz haben sich natürlich auch internationale Restaurants angesiedelt, Ausflugsanbieter, Banken und Kräuterläden. Um die Ecke gibt es auch die internationale Supermarktkette Best Way. Bei Cheers kan man neben dem in Ägypten angebauten Wein und Sekt auch Bier und Spirituosen kaufen.

Tipp

Als Fortbewegungsmittel nutzt man ein Tuctuc für etwa 60 Cent pro Person (13 LE) oder die Shuttles aus dem Hotel.

Wer hier ausgehen möchte, kann grundsätzlich in Euro bezahlen, kommt jedoch günstiger, wenn er an einem ATM Automat einfach Geld wechselt.

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Natürlich freut sich jeder Fahrer, wenn er sein El Gouna zeigen darf und deshalb bieten sie auch Rundfahrten für etwa 15 Euro an.

Im Clubhouse kann man El Gouna vom Wasser aus kennenlernen Hier startet die etwa einstündige Tour zwischen 10.00 Uhr und 15.00 Uhr oder man kann sich eine private Lagunentour buchen (etwa 10€). Wer selber fahren möchte, der mietet ein Elektroboot. Doch Vorsicht: Die Lagunen sind weit und verzweigt!

Man sieht die Hotels, wo Omar Sharif sein Haus hatte und die Villen der Schönen und Reichen. Die Tour geht bis zur Abu Tig Marina, der Teil der das moderne Ägypten representiert,

Abu Tig Marina

Hier zu sitzen und zu flanieren gibt einen das Gefühl in Nizza oder Can zu sein. Bei Tag schaut man die Yachten an, bei Nacht genießt man einen Cocktail und geht in einer der Bars zum Tanzen. Wo wann was angeboten wird, kann man übrigens in der Red Sea Bulletin nachlesen, ein Magazin für El Gouna und Hurghada, die alle zwei Monate neu gedruckt wird und in teilnehmenden Restaurants und Hotels ausgegeben werden.

Es erinnert mich immer an die Werbung: Mein Auto, mein Haus, mein Schiff!Große Namen wie der Sohn von Omar Sharif oder der Sohn des Sheihs von Saudi Arabien sind hier auch zu Hause. Wen wundert es dann, dass hier sogar die Wahl des Top Models 2017 präsentiert wurde?

dass man im Le-Garage-Gourmet-Burger einen  Gourmet –Burger sogar mit Blattgold essen kann?

Doch keine Angst, die Marina lädt mit den vielen Bars, Diskotheken und Restaurants zum Flanieren ein, ohne dass man Millionär sein muss. Egal, ob man bereits zum Frühstück im Captain’s In die Sonne und den Blick aufs Meer genießt, im Seven Stars Kaffee mit Kuchen oder im Moods eine Shisha, die Preise sind meist noch unter den Europäischen doch mit viel schönerem Ausblick!

 

 

Aktivitäten

Sportmöglichkeiten gibt es für alle Interessen: Durch den Wind steht natürlich das Kiten und Windsurfen ganz oben! Sogar die Kyte Weltmeisterschaften sind in El Gouna ausgetragen worden!

Viele, qualifizierte Tauchbasen Tauchbasen bieten erfahrenen oder auch interessierten Tauchern Spots an, die von Hurghada aus nicht angefahren werden. Eines der Höhepunkte dabei ist bestimmt das Wrack Thistlegorm!

Direkt gegenüber der TU Berlin hat ein Squash Center eröffnet, da auch im Jahr 2017 die international squash opening ausgetragen wurden.

Im nubischen Viertel kann man auf gepflegten Pferden einen Ausflug in die Wüste machen, eine natürliche Alternative zum Quat.

Und ich entdeckte eine Sportart, die in Ägypten noch nicht so verbreitet ist, aber die Voraussetzungen dafür gegeben sind! Eine Gruppe Triatleten war zu Gast in El Gouna!

Wer Wasserski fahren möchte, der geht in den Cablepark und zum Inlinerfahren ist der Golfplatz am Acient Sands prädistiniert.

Auch die Motorsportfans kommen auf ihre Kosten! Wie wäre es mit einer Runde Kart oder Motorbike?

 

Ich hoffe, jetzt Lust auf Urlaub gemacht und die wichtigsten Fragen beantwortet zu haben! Jetzt fehlt nur noch eines: DU! Denn der Flair von dieser Stadt wird durch jeden Besucher ein bisschen verschönert!

Euer Fair holiday Team aus Ägypten. Übrigens:  folge uns über Twitter und du erfährst immer als erstes, wo wir wieder Neuigkeiten in Erfahrung bringen!

Astrid und Andreas

Astrid und Andreas

Ich lerne von meinen Schülern

Eine Freundin rief mich ganz überrascht an und meinte: „Ich habe von der Mutter einer Mitschülerin meines Kindes DEINE Telefonnummer bekommen mit der Bitte, dich zu fragen, ob du ihrer Tochter Nachhilfe in Deutsch geben kannst.“ Mein Erstaunen darüber war mindestens genauso groß, hatte ich noch  nie einen Gedanken daran verschwendet, Nachhilfe zu geben. Und die Frage, woher sie meine Telefonnummer hatte, ist bis heute ungeklärt.

Da ich in Deutschland viele Jahre Schulungen gegeben hatte, traute ich mir Nachhilfe in Deutsch zu. Außerdem hatte ich jetzt die Gelegenheit, Kinder in Ägypten zu unterstützen.  Ich überlegte vor dem ersten Termin, wie ich mich mit der Kleinen unterhalten sollte. Mit meinen drei Brocken arabisch? Oder in Englisch? Schon bei der Begrüßung hatte sich diese Frage erledigt, ich wurde von der 10 jährigen Schülerin in fließendem Deutsch begrüßt.

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Die Mutter sprach englisch mit mir und meine naive Vorstellung, dem Kind etwas Deutsch beizubringen,  zerplatzte wie eine Seifenblase. „What should i teach her? She speaks fluently german?“, sprach ich meine Gedanken laut aus. Schnell kristallisierte sich der Grund heraus: Salma geht auf die Deutsche Schule Hurghada und beide Elternteile sind Ägypter und sprechen kein Deutsch. So ist es schwierig, bei den Hausaufgaben zu helfen oder auch mit ihr zu üben. Salma war damals in der 3. Klasse und ich traute mir noch zu, in diesem Level Unterstützung zu geben.  Schnell klärte mich die Mama von Salma auf, dass noch eine Mutter jemanden sucht, ob ich auch für diese Kinder Zeit hätte. Na, ob ich mir jetzt für ein Kind Gedanken mache, oder für zwei ist egal.

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Ich ließ mir die Schulunterlagen geben, um mich zu orientieren. Zwar hatten wir uns vor vier Jahren schon mit der Deutschen Schule auseinander gesetzt, da wir unsere Tochter auch auf diese Schule getan hätten, wenn sie mit ausgewandert wäre, doch wann hatte ich das letzte Mal Schulbücher in der Hand? Stoff der dritten Klasse: Präsens, Präteritum, Perfekt, Nomen, Verben, Adjektive, Prädikat, Subjekt, Objekt…. . Der Vorteil ist,  ich kann mich einlesen und frische mein Wissen wieder auf.

Bei der zweiten Familie werde ich dann wieder überrascht: es geht nicht nur um ein Kind –  nein drei süße Knirpse im Alter zwischen 5 und 10 Jahren warten auf mich. Galil, der kleinste, geht noch nicht zur Schule, sondern in den Kindergarten. Er schafft es geschickt, nicht zu reden, sondern lieber Zeichensprache zu entwickeln. Die neue Herausforderung: Tatsächlich die Sprache unterstützend beizubringen.

Cilia war in der ersten Klasse, so dass das Schreiben noch ein Auftrag ist. Schnell stelle ich fest, dass heute die Schreibschrift anders geschrieben wird als zu meiner Zeit. Also immer erst ins Übungsbuch schauen, bevor etwas vorgeschrieben wird. Ich möchte nicht noch einmal von meiner Schülerin korrigiert werden, weil ich etwas lustig aussehendes schreibe.

Kareem, Gott sei dank in der selben Klasse wie Salma, so dass ich da den gleichen Stoff bearbeiten kann. Ich brauche einige Stunden, um einen roten Faden zu entwickeln. Als Unterstützung hole ich mir Übungensaufgaben vom Internet und kaufe Übungshefte in Österreich, das war ein Zufall beim Besuch unserer Freundin. Doch in Österreich lernt man ja auch Deutsch :-).

Auch hier holt mich schnell die deutsche Rechtschreibreform ein, besonders bei der Regelung ß/ss oder die Silbentrennung muss ich manchmal in den Duden schauen.  Es macht Spaß und ich merke, wie schwierig meine Muttersprache ist.

Die Mitte, aber:  Ich stehe in der Mitte.

Der Tisch, aber: Der Teller steht auf dem Tisch.

Bus mit einem s, Kuss mit doppel s,

wissen und ich weiß

Und dann noch die Vergangenheit!

Ich begann, du??? ihr ???

Ich wuchs, du ???, Ihr???

Manchmal hört es sich so seltsam an, dass wir alle lachen müssen, weil wir uns fast die Zunge brechen.

Dann weitete sich das Spektrum aus:  Ein Test in Mathe muss vorbereitet werden.  Oh mein Gott, jetzt komme ich gerade mit den Fachbegriffen in Deutsch klar, jetzt beginnt das gleiche in den Grundrechnungsarten!

Wenn der Dividend 8 ist und der Quotient 2, wie heißt der Divisor?

Wie heißt das Produkt von 8 und 3?

Was ist die Differenz von 20 und 7?

Wenn der eine Summand 7 ist und die Summe 10, wie hoch ist der andere Summand?

Puh, da kommt man wieder ganz schön ins Schwitzen. Doch Gott sei Dank ist im Lehrbuch wirklich alles gut beschrieben, so dass ich schnell einmal nach blättern kann.

Last but not least kommt dann noch Sachkunde dazu. Die Himmelsrichtungen kenne ich ja noch.  Doch jetzt braucht Andreas sich nicht mehr mit mir zu streiten, wo Süden ist. Ich kenne in fast allen Lebenslagen die Bestimmung der Himmelsrichtungen!

Die Vogelhäuschen werden meist nach Osten aufgehängt (nicht zur Wetterseite)

Das Moos an Bäumen wächst meist im Westen hoch (Wetterseite)

Gebetet wird übrigens auch im christlichen Glauben nach Osten, somit sind die Altare Richtung Osten gebaut. Mekka liegt auch im Osten und damit man in die richtige Richtung beten kann, findet man an Flughäfen und Hotels in arabischen Ländern Hinweise.

Die Satelitenschüsseln zeigen Richtung Süden.

Ja, da staunt man, welche interessanten Dinge doch gelehrt werden!

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Inzwischen habe ich 8 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die von mir Hausaufgabenhilfe erhalten. Es macht Spaß und ich bin gespannt, bis zu welcher Klasse ich mithalten kann.

Warum gehen diese Kinder in die deutsche Schule, wenn keines der Eltern deutsch spricht? Die Eltern möchten eine gute Ausbildung für ihre Kinder und sind der Überzeugung, das die Europäischen Schulsysteme besser sind als die staatlichen von Ägypten, obwohl diese viel mehr kosten.  Da die Eltern sehr viel in ihre Kinder investieren, möchten sie auch möglichst gute Resultate.  Die Kinder gehen bis halb fünf in die Schule, kommen dann nach Hause und müssen nicht nur mit mir, sondern oft noch in weiteren Fächern abends und ein Teil am Wochenende lernen.  Dann und wann diskutiere ich dann mit den Eltern, das eine vier, also  ausreichend,  für ein Kind, was in einer fremden Sprache gelehrt wird, ein gutes Ergebnis ist.   Ich überlege mir, wie viele Kinder gehen in Deutschland auf eine internationale Schule? Überwiegend ist dies Akademiker- oder Diplomatenkindern vorenthalten. Hier bin ich in ganz normalen Familien, die ihren Kindern einen besseren Start ins Leben geben möchten. Und manchmal muss ich die Erwartungshaltung der Eltern etwas herunter schrauben.  Wenn sie sich gar nicht erweichen lassen, erzähle ich ganz ungeniert, dass ich auch nur Vierer hatte, und dann frage ich nach den Noten der Eltern. Spätestens jetzt dürfen die Kinder wieder etwas Kind sein und wir lassen in den Ferien wenigstens die eine oder andere Stunde ausfallen.

Übrigens: Ich überlege jetzt ernsthaft, selbst in der Schule die Bank zu drücken und mit den Kidds arabisch zu lernen!

 

 

 

 

 

Doha – eine Welt im Glanz

Ich folge meinem Kind überall hin auf der Welt, wenn sie ein Engagement hat. Dieses Mal war sie für vier Wochen in Doha, was nicht weit von uns entfernt ist. Über Egyptair bekomme ich einen Flug und genieße Service. Es hat einfach auch Vorteile, wenn ein Land ein bisschen hinterher hinkt. Hier bekommen wir noch das Auto betankt und im Flugzeug gibt es noch Essen und Trinken. Und wir sind 30 Minuten schneller gewesen, als geplant.

Relaxed und zufrieden steige ich deshalb nach insgesamt knappen 4 Stunden Flug, mit kurzem Stopp in Kairo, gerade genug Zeit um umzusteigen, in Doha am Flughafen aus. Ich halte meinen Pass bereit zur Einreise. Schnell ins Internet einloggen, damit ich Sarah schreiben kann, dass ich jetzt schon ausgestiegen bin. Sie ist ganz entsetzt, da sie nicht so früh mit mir gerechnet hat. Macht nichts, ich bin ja noch nicht draußen und die Wege sind länger und deshalb packe ich den Pass in meine Hosentasche, um die Hand für Iphone und Handgepäck frei zu haben. Ich weiß nicht warum, doch beim Anblick einer Toilette nach dem Flug  setzt bei mir automatisch Druck ein, obwohl ich fast nichts getrunken habe. Also gehe ich in die Behinderten Toilette, denn da bin ich erstens alleine, und zweitens habe ich genug Platz für meine Taschen.

 

Erleichtert laufe ich weiter auf Laufbändern und Rolltreppen bis ich die an dem Ende der Schlange stehe, um mein Visum zu bekommen. Meine Hand greift zur Hosentasche – leer. Prima, das hatte ich noch  nicht. Pass am Flughafen verloren. Ich versuche den Weg zurück zu gehen, denn ich bin mir sicher, diesen in der Behinderten Toilette zu finden. Schnell stehe ich vor einem roten Kreis mit weißem Balken und versuche dem Sicherheitspersonal zu erklären, dass ich meinen Pass auf dem Weg vom Flugzeuch zum Einreisestempel verloren habe. Ein kleines Elektromobil bleibt neben mir stehen und nimmt sich meiner an. Jetzt muss ich ihm erklären, dass ich die Toilette suche, die Behinderten Toilette. Es ist mir ein bisschen peinlich doch ich zeige auf mein Handgepäck und meine, da ist genug Platz. Ich wusste gar nicht, wie viele Toiletten auf dem Weg waren! Ich ging in jede, die von der äußeren Optik stimmte, um „meine“ zu finden. Nach bestimmt 10 Minuten fragte er nach meiner Flugnummer, damit wir geziehlt zum Gate fahren konnten. „You are confused! Relax, we will find your Passport!“, versuchte er mich zu beruhigen, da ich doch schon langsam Schnappatmung bekam, da ich sicher war, er fährt in die falsche Richtung! Doch tatsächlich: die nächste Behindertentoilette war meine. Die Wassertropfen am Boden waren immer noch nicht weg doch mein Pass schon. Enttäuscht kam ich raus und schüttelte mit dem Kopf. In der Zwischenzeit bimmelt es in meiner Hosentasche. Sarah schreibt mir, dass sie jetzt endlich da sei und wo ich wäre. Kurz informiere ich sie über die aktuelle Situation.

Der junge Mann fragt mich jetzt eindringlich, ob ich sicher sei, den Pass aus dem Flugzeug mitgenommen zu haben, sonst hätte ich tatsächlich ein Problem. Nein, ich bin sicher. Da strahlt er mich an: „No Problem, we will find your Passport! Don’t be afraid!!“ Nein, bin ich nicht. Wir schauen auf dem Weg zurück überall auf den Boden, doch durch die Laufbänder und Rolltreppen glaube ich nicht, ihn zu finden. „Where I have to bring a Passport, if I find one??“ Er nickt und wir fahren zum Qatar – Counter. Wir erklären das Dilemma und der Angestellte meint: “Ich habe jemanden gesehen, der einen Pass gefunden hat.“

Die beiden setzten mich auf einen Sessel an der Seite und ordern, hier zu warten. Jetzt nehme ich in Ruhe mal mein Iphon und kläre Andreas uns Sarah auf. Klar, es kommt kein Wort des Bedauerns. Andreas meint, man könne mich nicht alleine weglassen, Sarah meint, sie wartet unten, wir würden uns dann schon finden.

Da kommen meine beiden Helden freudestrahlend und nehmen mich mit zu einem Schalter, an dem mein Passport liegt. Ich muss nur noch den Empfang quittieren und die Rechtmäßigkeit als Besitzer beweisen, durch die Vorlage meines Passen und Dokumentation meiner Passnummer. Ich schaue den Mitarbeiter an und deute auf den Pass. Er grinst und schiebt ihn mir zu.

In zwischen ist die Schlange an den Einreiseschaltern so geschrumpft, das nur noch einer geöffnet ist. Freudestrahlend gehe ich hin. Der junge Mann scannt mich und möchte meine Kreditkarte. Fragend schaue ich ihn an. „Ich habe keine Kreditkarte!“

Wie ich mein Visum zahlen möchte, fragt er. Na nur bares ist wahres! Dann müsste ich zurück an den Bankschalter und dort mein Visum kaufen. Meine Güte, da hätte ich ja auch selber drauf kommen können. Also wieder zurück zum Bankschalter. Ich bezahle 35 Euro und bekomme ein Visum für 2 Jahre!! Prima, in Ägpten hätte ich das gerne!

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Jetzt geht es wieder zu dem Beamten, der versucht, das Visum, welches eine kleine Karte ist, durch zu ziehen. Nix geht. Ich glaube, die wollen mich nicht hier haben. Wir gehen zu einem anderen Schalter, nix, wir gehen zum nächsten – da klappt es endlich. Doha, ich bin da!!

Doch ich ahnte nicht, dass es mein billigster Urlaub jemals werden würde!!

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Als erstes sind wir zum Souk gefahren. Sarah erklärt mir, dass ganz Qatar neu gebaut ist, nach dem großen Vorbild Dubai. Tatsächlich ähneln sie sich stark, nur dass noch viele Kräne dort an den unfertigen Hochhäusern stehen. Es kommt Sturm auf, so dass wir beschließen, unsere Sightseeing Tour zu beenden und mit dem Taxi ins Hotel fahren. Ich lerne den Umrechnungskurz 1:4, also kostet das Taxi 10 €, was ich nicht unverschämt finde. Die Shisha hatte am Souk 5 € gekostet und der Zitronensaft 2,50€. Sarah erzählt mir, die teuerste Shisha versehentlich im Hotel bestellt zu haben: 40€! Da ist doch sogar die Schweiz ein Schnäppchen dagegen!

Sie hatte mich schon vorgewarnt, dass Essen und Trinken im Hotel extrem teuer sind: 40€ das Frühstück, 10€ der Tee oder Kaffee. Da wäre die Übernachtung mit 100 € ja verhältnismäßig günstig gewesen. Ich habe den Besuch bei ihr auch nur gemacht, da ich in Ihrem Zimmer mit übernachten darf. Essen kann Sarah drei Mal am Tag inclusive einem Softgetränk. Die Kontrolle ist gut,  jeder bekommt eine Rechnung zum Unterschreiben, bei Frühstück, Mittagessen und abends, so ist es nicht möglich, sich einfach „durchzuschmuggeln“, wie in vielen anderen Hotels.  Ich habe beschlossen, einfach wenig die Tage zu essen und dann außerhalb des Hotels.

Die erste Nacht sind wir im Nachbarhaus vom Hotel untergebracht. Sarah musst schon mehrmals umziehen, wenn das Hotel ausgebucht ist. Vorteil: man bekommt immer wieder einen  Obstteller ins Zimmer gestellt. Nachteil, man muss immer alles packen und die Mädels haben ja neben dem privaten Gepäck das Equipment für die Auftritte, was mehr Aufwand ist.

Das Apartment ist super groß mit Wohn- Esszimmer, zwei Schlafzimmer, kleine Einbauküche, Gäste WC, Bad mit WC. Da kann man es aushalten, doch wir sind ja nur eine Nacht da. Sie zeigt mir den Pool auf der Dachterasse, welchen wir wegen schlechtem Wetter jetzt nicht nutzen. Gegenüber ist ein Restaurant, was Sarah noch nicht besucht hat. Jetzt gehen wir über die Tiefgarage rüber ins Hotel. Wir betreten die Welt der Schönen und Reichen.

Die Gäste sind überwiegend aus dem Orient, Frauen schwarz gecouvert, Männer in weißen Gewändern mit der  typischen Kopfbedeckung die wir mit reichen Scheichs in Verbindung bringen. An jeder Türe steht ein Page in ordentlicher Kleidung und öffnet dir freundlich die Türe. Die Lobby ist opulent groß und ein Blumenbukett aus Rosen empfängt uns. Wir schlendern nach links wo mich ein Oldtimer fasziniert. Weiter geht es in eine Art Kaffee, wo ich sehnsüchtig nach einen Cappuccino schmachte, doch 10 € ist mir das nicht wert. Draußen im Freien sind Aschenbecher, so dass ich wenigstens den Nikotinentzug entgegenwirken kann. Sarah zeigt mir das Restaurant, in dem sie täglich ihre Mahlzeiten einnimmt. Wir schlendern von der anderen Seite jetzt wieder Richtung Lobby und machen uns auf den Weg zurück ins Apartment, denn eigentlich müsste sie heute Arbeiten. Ihr Arbeitsplatz ist auf der Dachterrasse und da es neben dem Sturm jetzt auch noch regnet, glauben wir nicht, dass etwas stattfindet.

Im Apartment ist jetzt auch ihre Kollegin. Die beiden richten sich zusammen, um  Essen zu gehen. Ich nehme meine Zigaretten und das Laptop und werde die Zeit zum Schreiben nutzen. Wir verabreden uns gegen halb elf wieder zu sehen.

Es regnet, deshalb kann ich mich nicht auf die Dachterrasse setzen sondern muss ins Restaurant. Vollkommen abgeschreckt wegen der hohen Preise verneine ich, als der Kellner mich fragt, ob ich was wollte. Doch ein Cappuccino wäre jetzt so schön. Ich lasse mir die Karte geben und beginne zu rechnen: Heinekenbier 15 Rial, 4 €; Cappuccino 10 Rial, 2,50 €, Wasser 10 Rial; dass sind ganz normale Preise!! Ich mache einen Luftsprung und frage, ob ich auch mit Euro zahlen kann, da ich kein Geld mitgenommen hatte, wußte ja nicht, dass es hier bezahlbar ist. Nein, kann man nicht und auch nicht aufs Zimmer schreiben. Mir egal, Cappuccino muss her und Wasser, dann muss Sarah halt kommen und mich ablösen.

Ein Genuß, den Schaum an den Lippen zu spüren. Ich packe meinen Laptop aus und merke, wie mein Handy vibriert. Erst noch die obligatorische Zigarette zum Kaffee, dann einen Blick aufs Display. „Hey Mama, du bist heute Abend eingeladen, komm zu uns ins Restaurant!“

Na, das ist ja eine freudige Überraschung, ich schaue auf mein volles Wasser und die Tasse Cappuccino. Das antworte ich Sarah, auch dass ich nicht bezahlen kann. Sie meint, ich hätte Zeit, da es bis elf Uhr abends Essen gibt. Ein Blick auf die Uhr, halb zehn. Also trinke ich meinen Kaffee, rauche noch eine Zigarette, rufe den Kellner und erkläre, dass ich später komme, um zu zahlen. Als Pfand lasse ich die volle Flasche Wasser und meinen Laptop da, der stört jetzt sowieso nur. Ich mache mich auf den Weg zum Restaurant.

Sofort finde ich die beiden in einer kleinen Nische des unspektakulär eingerichteten Restaurants. Die ganze Aufregung ist mir auf den Magen geschlagen, so dass ich keinen wirklichen Hunger empfinde. Doch wer braucht schon Hunger zum Essen?

Ich gehe ans Büffet und verstehe, warum es so teuer ist: frische Austern, Riesengarnelen, Roastbeef warm und kalt, Schokoladenbrunnen, Obst, Petifour, Käse, Suppen, orientalisches Essen …. Ich bin überwältigt. Ich nehme mir nur vom Besten, denn wenn ich schon keinen Hunger habe, möchte ich nicht noch das Essen, was ich sonst auch bekomme. Ich habe noch nie Austern ohne ein Glas Wein oder Champus gegessen, doch dieses Mal verkneife ich es mir. Es ist ein Gefühl, einfach nicht am richtigen Ort zu sein. Ich komme aus der Gastronomie und habe immer gesagt, wenn du dir das Hotel nicht leisten kannst, dann lass es lieber. So fühle ich mich jetzt, nur dass ich es mir nicht freiwillig ausgesucht hatte. Sarah weiß jetzt zumindest, auf was sie beim nächsten Vertrag achten muss: freie Getränke!

Wir gehen noch in die Jazzbar, wo eine Band spielt. Auch hier komm ich mir vor, wie mit 15 Jahren, als ich in der Disko war, und mir nur eine Cola leisten konnte. Nur mit dem Unterschied, dieses Mal nicht einmal die Cola. Die Mädchen sind schon bekannt, sie werden gar nicht nach Getränken gefragt. Ich Gott sei dank auch nicht, sonst wäre ich im Erdboden versunken, und dass kommt bei mir nicht oft vor! Die Band ist hervorragend, so dass ich meine missliche Situation vergesse und mich der Stimmung hingebe. Ich erfahre, dass diese Bar auch von Gästen außerhalb des Hotels besucht wird. Das finde ich eine gute Sache. Eintritt wird nicht verlangt, das amortisiert sich locker über den Getränkeumsatz, ist ja nicht jeder so dreist wie wir, uns essen nur die Nüsse ohne ein Getränk zu bestellen.

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Um viertel nach elf ist die Vorstellung zu Ende und ich erinnere Sarah daran, mich noch auslösen zu müssen. Wir laufen wieder zum Nachbarhaus und gehen in das Restaurant, wo ich stolz Sarah die Preise zeige. Sie ist tatsächlich seit drei Wochen hier und hat sich nicht die Karte hier angesehen. Dafür bestellen wir jetzt noch zum Wasser ein Bier, holen das Taula raus und spielen noch eine Runde.

Am nächsten Tag ist das Wetter nicht besser. Regen, trüb und kalt regt uns nicht an, großartig was zu unternehmen. Wir pendeln zwischen Hotel und Apartmenthaus, das wir immer wieder vertröstet werden, unser Zimmer sei in einer Stunde fertig. Also entscheiden wir uns, schon mal ins Fitnessstudio zu gehen. Wir ziehen die Trainingssachen an und nehmen Ersatzkleidung mit.

Nach dem wir uns an der Rezeption der Fitnessarea eingetragen haben, kommen wir erst einmal in einen großen, hellen Raum mit kleinen Sitzgruppen, Tageszeitungen, einer Bar zum Sitzen in der Mitte mit Äpfeln und Nüssen sowie eine kleine Küchenzeile mit Wasser im Kühlschrank und Heißwasserkocher mit verschiedenen Tees. Ich wusste gar nicht, wie gut so ein Apfel mit Walnüssen schmeckt. Die Nüsse waren Ruck Zuck leer und ich wusste, was ich die nächsten Tage frühstücken würde. Die kleinen Wasserfläschchen standen überall herum, so dass wir beruhigt unsere Tasche damit füllen konnten, so dass wir übern Tag genug zu trinken hatten.

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Wir gingen in die Umkleide. In jedem Spind befinden sich ein Bademantel, Badeschuhe und Badetuch. Doch erst wird trainiert. An der Anmeldung bekommt man auch Ohrhörer von Phillips zur Verfügung gestellt.  Langsam entwickele ich mich zum Kleptomanen und überlege, ob ich den wieder zurückgeben soll. Der eigentliche Fitnessraum ist so groß wie ein kleines Studio. Ich zähle 15 Geräte für die Ausdauer und 8 für Krafttraining. In jedem Gerät steckt eine Flasche Wasser und ein Schweißtuch. Der Ausblick ist grandios auf den Pool des Hotels und das daran angrenzende Meer. Da schlechtes Wetter ist, ist keine Liege belegt, doch ich freue mich schon auf unseren ersten Beachtag. Mit diesem Ausblick macht das Training fast schon Spaß und wir laufen 60 Minuten. Im Anschluss gehen wir natürlich in die Saune, die relativ klein ist. Doch wir waren die einzigen beim Training und somit auch in der Sauna. Drei große Duschen, eine Dusche mit eingebautem Steamer und eine riesige Dampfsauna runden das Angebot ab. Überall stehen Wasserflaschen, Handtücher, Saunatücher, Körperlotionen und natürlich Shampoo und Seife in der Dusche. Die Verführung ist schon groß, so ein Frotteetuch mit einzupacken. Gott sei Dank habe ich nur meinen Handkoffer dabei, der bereits voll ist. Ich glaube, ich hätte der Verführung nicht standgehalten.

Jetzt entdecke ich noch kleine Accessoires wie Nagelfeile, Rasierer, Ohrstäbchen, Zahnbürsten und Wattepads. Ich erinnere mich an den Standard, den ein fünf Sterne Hotel bieten muss. Nach der ausgiebigen Körperpflege sind wir sicher, dass unser Zimmer bezugsfertig ist. Denn irgendwann müssen wir auschecken. Also bestellen die Mädels, die beim Zimmerumzug jetzt schon Routine haben, ein Wagen geholt, der das Gepäck und uns rüberbringt und nehmen den Trolley selbst mit ins Zimmer, um die Sachen runter zu bringen. Es erscheint mir schon etwas dekadent, diese 20 Meter mit einem Jaguar zu fahren! Doch wir haben 7 Koffer und die Mädchen möchten ihre Utensilien nicht alleine lassen.

Als wir vorgefahren werden begrüßt man uns wie normale Hotelgäste und öffnet die Wagentüre. Ein Page holt die Koffer aus dem Auto und fährt sie im Kofferwagen ins Hotel. Da unser Zimmer immer noch nicht bezugsbereit ist, wird der Wagen gecovert, bekommt die Zimmernummer drangeklebt und bleibt hier so lange stehen, bis alles hoch gebracht werden kann. Da es nur noch trüb ist, entscheiden wir uns, die Touristenattraktion neben an zu besuchen, wo Sarah eine Woche lang bei dem Umzug und anschließender kleinen Show mit gemacht hatte.

Es ist eine Mischung aus Vergnügungspark für Kinder und Markt. Es wird fast alles angeboten, was man als Tourist nicht braucht: Essen und Trinken, Kleidung, Spielsachen, Honig, Nüsse, Gewürze, Schals … .

Wir schlendern durch und setzten uns auf ein Getränk mitten ins Geschehen mit unserem Taulaspiel. Wir schauen uns den Umzug an, der mit 10 Teilnehmern ziemlich übersichtlich ist. Wir entscheiden, die Showeinlage nicht abzuwarten sondern lieber einzuchecken. Das Zimmer müsste jetzt ja fertig sein.

Im Vergleich zu der Großzügigkeit des ganzen Hotels fallen die Zimmer richtig bescheiden aus. Auf etwa 40 qm hat man 2 Kingsize Betten, einen Schreibtisch, einen runden Tisch, eine Kofferablage, ein Sideboard mit Minibar und großem Fernseher. Gleich am Eingang ist gegenüber vom Bad der Kleiderschrank. Das Bad hat als Eingang zwei Schiebetüren aus Glas. In den bestimmt 15 qm ist ein Doppelwaschbecken, eine Badewanne und rechts eine separate Dusche und ein separates WC. Ich packe meinen Koffer aus und öffne die Türen des rechten Kleiderschrankes. Oben alles mit Fächern und unten sechs große Schubladen. Darin befinden sich auch 2 Kleidersäcke aus Stoff. Die, so erklärt mir Sarah, braucht sie, da sie täglich 7 Teile zur Reinigung geben darf. Das ist doch ein Service! Ich freue mich über den Safe und kann nun endlich meine wenigen Wertsachen einsperren. Nicht aus Angst, sie könnten geklaut werden, nein, damit ich sie wieder finde!

Der andere Kleiderschrank hat die Hängevorrichtung. Als ich mein erstes Teil platziere, geht wie von Zauberhand das Licht an. Bewegungsmelder im Kleiderschrank, hat schon was! Auf der Anrichte zwischen den beiden Schränken befindet sich ein Wasserkocher. Endlich kann ich mir morgens wieder meinen Kaffee machen! Schnell sind alle Schränke besetzt und das Zimmer belebt. Heute Abend ist das Wetter wenigstens trocken und nicht stürmig, so dass meine Kleine ihren Auftritt hat. Ruck Zuck sind die Betten mit der Künstlergardarobe belegt, Schuhe und Reifen stehen im Zimmer. Und wenn ich mich so umschaue, frage ich mich, von wem sie das nur hat!!

Sie geht um sieben zum Essen. Da ich heute keine Einladung erhalte, mache ich mich auf den Weg zu meinen Geheimtipp und gönne mir eine Pizza, da ich wirklich hungrig bin. Um 22.00 Uhr treffen wir uns im Zimmer, wo sich meine Tochter schon zur Diva verwandelt hat. Ich gehe mit ihr auf die Dachterrasse des Hotels und warte gespannt auf ihren Auftritt. Das St. Regis Hotel gehört tatsächlich zu einigen wenigen Hotels, der für ihre Gäste professionelle Künstler zur Unterhaltung engagieren.  Ich habe nirgends Werbung für diesen Abend entdeck und parallel dazu ist in der Jazz Bar genau neben an auch wieder Lifemusik, so dass ich mich nicht wundere, dass sich höchstens dreißig Leute in der Roof Bar befinden. Die Kälte lädt auch nicht wirklich zum Verweilen ein. Sarah hat hier eine Aufhängemöglichkeit für Kette, Seil und Reif mit Motorbetrieb. Schade nur, dass kein Techniker in der Nähe ist. Also wieder Warten, bis nach 15 Minuten der Mann mit dem Wissen, wie dieser Hebekran zu betätigen ist, auftaucht.  Zu meinem Erstaunen kommt Sarah einfach herein, ohne Ansage, ohne dass sich die Musik verändert. Sie improvisiert auf diese moderne Diskomusik und schafft es dennoch, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Es zücken die Handys für Film und Foto, die Menschen stehen auf und geben sogar Zwischenapplaus. Als Sarah nach etwa 5 Minuten fertig ist und ich stolz mit ihr rein gehe freut sie sich. „Heute haben die Zuschauer geklatscht! Das kommt ganz selten vor, dass sie sich begeistern lassen! Das hab ich nur letztes Mal auch mit den Ketten geschafft.“ Ja, das ist meine Tochter Sarah !

Sie macht noch weitere zwei Darbietungen im Abstand von je 40 Minuten. Ich werde müde, so dass ich sie zur letzten Nummer nicht mehr begleite sondern Bettfertig mache. Ich bin so tot, dass ich nicht einmal mehr mitbekomme, wann sie zurückkam.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir entscheiden, den Pool zu genießen. Der Anblick ist von oben schon berauschend. Das Schwimmerbecken hat 50 mal 20 Meter. Die Liegen um den Poos sind in Rattan Optik mit Auflagen und zwischen Meer und Pool sind so eine Art französische Betten.

Sarah geht frühstücken, ich packe schon mal meine Badesachen und gehe Richtung Pool. Zuvor noch einen Abstecher ins Fitnessstudio. Jetzt kenne ich mich ja schon aus. Ich erkläre, nur mal reinschauen zu wollen. Schnell an den Tresen, zwei Äpfel einpacken und Nüsse sowie vier Flaschen Wasser. Ich bedanke mich freundlich und gehe Richtung Pool. Auf dem Weg dorthin merke ich, wie verschwenderisch hier mit Platz umgegangen wird. Der Gang ist bestimmt 50 Meter lang und vier Meter breit. Und in den Nischen ist jeweils eine Sitzbank und ein riesen Bild darüber. Das ganze 5-mal! Dafür ist der Treppenabgang nur der Notausgang. Ich gehe zielstrebig zum Handtuchboy der mich überschwänglich begrüßt. Ich bekomme noch eine gekühlte Flasche Wasser und er begleitet mich zu meiner Wunschliege, die ich mir von oben schon ausgesucht habe. Es liegen auf jeder Liege bereits ein großes Badetuch zum unterlegen, eines bekommt man noch dazu zum Abtrocknen. Ja, Luxus kann sich auch gut anfühlen. Mit einem schnellen W-Lan kann ich meine Begeisterung schon mal im Netz verbreiten, bis Sarah auch schnell kommt. Es wird ein richtiger fauler Sonnentag mit schwimmen im Meer und im warmen Pool, Taula und viel Wasser mit Äpfel. Am Abend entscheide ich mich, nochmal das Hotelbüffet zu kosten. Ich weiß ja jetzt, was alles geboten wird und dafür zahle ich gerne 40 Euro. Und meine Süße meint, sie will mich unbedingt dazu einladen. Also machen wir den Deal: nach Sonne ins Training, dann hübsch machen, dann zusammen schlemmen gehen. Sarah hat jetzt frei, so lange ich noch da bin.

Ich genieße das gemeinsame Abendessen mit ihr und fühle mich seltsam, da ich von meinem Kind eingeladen werde. Heute kann ich das Büffet auch viel besser auskosten: Ich teste nochmal die Austern und Riesengarnelen, Oktopus Salat, Cocktailsauce und selbstgebackene Ciabatta. Zum Hauptgang nehme ein Stück Roastbeef im Chillimantel, versuche auch den Mixed Grill und den Safranreis. Zum Dessert teilen wir uns einen süßen Teller und eine Käseuhr.

Am nächsten Tag haben wir wieder Sonnenschein. Ich begutachte meinen Sonnenbrand vom Vortag und creme mich heute mit Sonnenschutzfaktor 30 ein. Wir wiederholen den Lazzy Tag von gestern, nur dass wir am Nachmittag ein bisschen an den Hafen gehen und uns das Kunstviertel gemeinsam ansehen. Sehr modern alles. Es ist wohl ein Event angesagt und wir fragen einen kleinen Scheich mit vielleicht acht Jahren, der uns im fließenden Englisch Auskunft erteilt.  Am nächsten Tag beginnt ein Fischerwettbewerb auf großem Holzschiffen, die wir bereits bestaunt haben. Deshalb auch die vielen kleinen Verkaufsstände. Wir spazieren in die Siedlung, die noch nicht fertig gestellt ist. Der ausgeschriebene Supermarkt steht noch im Rohbau. Doch dafür schauen wir uns eine Anti-Krieg-Ausstellung an und bewundern das Amphitheater.

Sarah möchte eine Shisha rauchen und wir haben ein hübsches, libanesisches Restaurant gesehen, die Shisha anbieten. Den Preis vom Souk im Kopf, setzen wir uns. Nach dem wir die Karte studiert haben, stehen wir wieder auf und gehen. 22 € für die Shisha und 10 € für den Kaffee gibt unser Budget einfach nicht her. Wir erklären es dem Kellner freundlich und gehen Richtung Terrassen Café.

Da es unser letzter gemeinsamer Abend ist, trinken wir jeder drei Bier, Essen beide eine Kleinigkeit und spielen Taula bis zum Abwinken. Um Mitternacht sind wir angetrunken und haben die nötige Bettschwere. Sie bezahlt genau 180 Rial, was wir auch für mein Essen im Hotel ohne Getränke bezahlt hätten.

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Am Nächsten Morgen noch einmal Fitness vor dem Flug, letzter Apfel mit Nüsschen. Die Handtücher habe ich liegen gelassen. Um elf Uhr haben wir ein Taxi bestellt. Zufällig ist es kein Limousinen Service, sondern wirklich ein Taxi, das doch um 5 € günstiger ist.

Am Flughafen checke ich dieses Mal ohne Zwischenfall ein und genieße einen Cappuccion, der zum erstren mal gündstiger ist, als außerhalb vom Airport. Nein, Doha ist definitiv nicht meine Schuhgröße, doch es war interessant, einmal die Luft von Glimmer und Luxus zu schnuppern.