Unsere erste Nilkreuzfahrt

Fahrt nach Luxor

OK, jetzt leben wir seit drei Jahren in Ägypten und starten heute unsere erste Nilkreuzfahrt! Ich werde täglich unsere Eindrücke und Erfahrungen hier berichten! Ich hoffe, ihr schaut jeden Tag rein!!!

 

Los ging es an einem Donnerstag. Unsere Freunde saßen um 10.00 Uhr in Düsseldorf in der von Sonnenklar gecharterten Sunexpress, wir in unserem Auto. Wir fahren 320 Kilometer. Erst geht es durch die arabische Wüste mit den Trockentälern, die von hohem Gebirge ein gezäumt sind,  bis wir in Qena an den Nil stoßen. Den folgen wir flußaufwärts bis Luxor. Wir sind in dem Schiff Royal la Terrasse untergebracht, eines der drei Premium Schiffe, entsprechen 4 Sternen. Sonnenklar.tv  bietet auch Schiffe in 5 Sternekategorie an, ein bisschen teurer.

Unser Schiff ist 10 Jahre alt, gepflegt und sauber. Um auf unser Schiff zu gelangen, müssen wir andere Kreuzfahrtschiffe, die alle hintereinander festgemacht haben, durchqueren. In Hochzeiten waren das häufig sechs bis acht Schiffe, heute liegen maximal noch vier hintereinander. Der Weg ist wie eine kleine Schleuse, die immer wieder durch die Lobbies der einzelnen Schiffe erhellt werden.

In unserer Lobby werden wir dann an der Rezeption empfangen und hier ist auch der zukünftige Treffpunkt für die Ausflüge. Ein Aufenthalt auf einem Flußkreuzfahrtschiff ist nicht für Rollstuhlfahrer geeignet, da es keine Aufzüge gibt und auch der Zugang über mehrere Schiffe nicht barrierefrei sein kann.  Unser Gepäck wird von einem Pagen deshalb zu Fuß aufs Zimmer in der 4. Etage gebracht, wodurch er sich ein Trinkgeld verdient hat.

Unser Schiff hat zwei Suiten, die großzügig mit Wohn- und Schlafbereich ausgestattes sind sowie einen Balkon, auf dem man auch sitzen kann und auf der Fahrt die Landschaft genießen kann. Wir haben eine der 48 Kabinen, die einen großzügigen Schlafbereich haben mit zwei Sitzmöglichkeiten, einem Schreibtisch, den ich zum Schmiktisch umfunktioniere da ein großer Spiegel mit Beleuchtung geradezu danach schreit. Der Fernseher ist gerade mal Laptop Größe, dafür überrascht es mich, mitten in Afrika deutsche Sender zu empfangen.

Unsere Kleidung für eine Woche hat gut in dem zweitürigen Kleiderschrank Platz, in dem sich auch ein Safe befindet. 99% der Passagiere haben den Safe nicht auf der Innenseite der Türe entsperrt, so dass sie diesen mit dem Code des Vorgängers verschlossen hatten. Ich gehörte auch dazu.

Auch die Größe des Bades hat uns mit etwa 9 qm Meter positiv überrascht. Eine Sitzkabine in der Dusche dürfte auch allen älteren Menschen die Angst nehmen, dort ausrutschen zu können.

Das Restaurant befindet sich in der untersten Etage, trotzdem noch über dem Wasserspiegel, was wir gut erkennen können, wenn wir unterwegs sind und es draußen noch hell ist.

Die Kabinen teilen sich von der zweiten bis vierten Etage auf, wo sich dann auch die Bar befindet. Auf den Weg dorthin geht man an den Shopbesitzern vorbei, die von alltäglichen Gebrauchsgegenständen wir vergessenen Zahnbürsten (ich habe eine geschenkt bekommen) bis hin zu echtem Schmuck oder Kleidung alles bieten. Besonders verkaufen sie die Sachen, die man bei jedem Ausflug von den fliegenden Händlern angepriesen bekommt und zwar günstiger, ohne zu handeln!!

Von der obersten Etage kommt man auf das Sonnendeck mit Pool und Außenbar mit Schatten, welche auf der Fahrt nach Assuan wirklich notwendig ist. Bereits jetzt, Ende Mai, klettern die Temperaturen bis über 40 Grad im Schatten.  Jetzt wird der Pool wirklich zum Lebensretter. Es ist so heiß, dass man beim Barfusslaufen ohne Schuhe das Gefühl hat, Brandblasen zu bekommen und auf dem Rand des Beckens bestimmt die morgendlichen Spiegeleier gebraten werden könnten. Die Handbrause wird deshalb nicht nur zum Abkühlen des Körpers genutzt, sondern auch des Beckenrandes, um ohne Verbrennung in den Pool zu gelangen. Der Pool ist in der Mitte 1,60 Tief um sich komplett einmal abzukühlen, der andere Teil wird dafür genutzt, um sich ins Wasser zu setzen.

Die Preise für die Getränke sind normal. Eine eineinhalb Liter Flasche Wasser für 15,00 LE, alkoholfreie Getränke in 0,2 Liter Dosen 15 LE. Alkoholische Getränke sind etwa so teuer wie in Deutschland: Das Bier in der 0,5 Liter Dose für 32 LE und ein Cocktail 70 LE. Der Bailys wir hier „Bells“ ausgesprochen und kostet 52 LE, aber original!

Tipp: Die Landeswährung sind ägyptische Pfund (LE), Kurs derzeit 1 zu 10, das bedeutet ein Euro entspricht 10 ägyptische Pfund. Man kann auf dem Schiff Euros in Landeswährung zu einem guten Kurs wechseln. Die Einkäufe auf der Reise kann man natürlich auch mit Euro bezahlen. Man hat den Vorteil, ein besseres Gefühl für den Preis zu haben. Doch dann bitte viele Fünf- und Zehneuroscheine mitnehmen, damit man das Geld passend und in Scheinen hat. Für das Trinkgeld zwischendurch sind Eindollarscheine, die man in Deutschland auf der Bank bekommt, sehr praktisch. Münzen können von den Ägyptern in Fremdwährung nicht eingetauscht werden, so dass man ständig gefragt wird, ob man in Scheine wechseln kann. Dies sollte man gerne machen, sich jedoch das Geld in die eigene Hand zählen lassen.

Ausflüge:

Das Ausflugspaket beinhaltet für knapp 190€ alle Transfers, deutsche Reiseleitung, alle Eintritte zu den Tempelanlage an allen Anlegeplätzen, in Luxor zum Tal der Könige und den Karnaktempel.

Fakultativ können noch die Temel in Abu simbel und Qena gebucht werden, was beides sehr empfehlenswert ist.

Außer Tempelanlagen wird noch ein Besichtigung mit der Kutsche in Luxor angeboten und eine Ballonfahrt.  Die Kutschenfahrt hat einen gewissen Charme und wer Tierlieb ist unterstützt die Pferde am meisten, wenn er eine Rundfahrt bucht.

 

Die Ballonfahrt zu Sonnenaufgang über Luxor ist inzwischen schon fast das moderne Markenzeichen von Luxor und ein wunderbarer Abschluss!

Persönlicher Hinweis:

In den Buchungsunterlagen wird darauf hingewiesen, dass jeder 35€ Trinkgeld vor Ort zu bezahlen hat. Diese werden von den Reiseleitern am zweiten Tag eingesammelt und ich finde es beschämend, wenn er dafür mit Gästen diskutieren muss. Gerne haben wir natürlich zusätzliches Trinkgeld bezahlt für Personal, was besonders aufmerksam war, dazu zählten natürlich das Zimmerpersonal, welches täglich zweimal das Zimmer gereinigt hat und sehr phantasievoll die Badetücher faltete. Dazu zählte auch der Reiseleiter, der von der Trinkgeldpauschale nichts bekommt. Leider wurden für die Busfahrer keine Sammelaktionen gemacht, so wie wir das kennen.

Die Ägypter sehen in uns Deutschen freundliche, lustige und großzügigen Touristen, die gerne willkommen geheißen werden.

Wir haben einige erlebt, die die Mentalität des modernen „Geiz ist geil“ angenommen haben, ständig was zum Nörgeln haben und  dann glauben, mit ein paar Kupfermünzen besonders großzügig zu sein. Die Ägypter sind ein stolzes Volk und können zwischen Almosen und von Herzen gegebenem Trinkgeld unterscheiden!

In diesem Sinne freuen wir uns, wenn wir kulturinteressierte Menschen auf eine Nilkreuzfahrt Laune gemacht haben!

Zu buchen über Sonnenklar.TV

http://www.sonnenklar.tv/promo/flusskreuzfahrten.html

Eure Ägyptenspezialisten

Astrid und Andreas Fairholiday

 

Astrid und Andreas

12 Gedanken zu „Unsere erste Nilkreuzfahrt“

  1. Wir sind gespannt auf die Berichte! Was mich aber interessieren würde: Normalerweise fährt man ja im Konvoi von Hurghada nach Luxor. Ihr seid ja anscheinend ganz alleine gefahren. Ist das nicht gefährlich? Zumindest dachte ich das immer…

    Liebe Grüße und danke schon mal!

    1. Hallo Marianne, das mit dem Konvoi ist schon lange Geschichte. Wir fahren mehrmals im Jahr mit dem eigenen Pkw nach Luxor. Die Straßen werden gerade neu ausgebaut, das ist die größte Gefahr. Da du am Luxor Checkpoint um 18.00 Uhr gewesen sein musst, fährst du nur kurze stecken bei Nacht, was auch nicht so angenehm ist, weil sehr anstrengend. Gefährlich wegen Überfällen empfinden wir es nicht, da die stecke doch von Bussen und LKWs befahren wird.

  2. Hallo Astrid,
    hast du sehr schön beschrieben, ich glaube es hat euch bestimmt gut gefallen.
    Schöne Zeit noch,
    liebe Grüße aus Schwandorf

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