Theben/Luxor ost


Im Gegensatz zu einer Kreuzfahrt auf dem Meer, wo meist mit einem Relaxtag begonnen wird, beginnt die Flusskreuzfahrt um 6.00 Uhr morgens mit Frühstück und Abfahrt zum ersten Ausflug um 7.00 Uhr. Vage beginnen meine Gehirnzellen zu arbeiten und ich erinnere mich darn, was der Reiseleiter gestern erklärt hat:

“ Schauen sie an der Tafel, in welcher Gruppe sie sind.“

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Schon entflammen die ersten Diskussionen von Gästen, die morgens auch noch einen Tunnelblblick haben: „Ich steh nicht drauf!“Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Die Gruppen werden aufgerufen, jeder bekommt einen Boardpass, damit niemand vergessen wird.

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Auch wenn wir mehrmals im Jahr nach Luxor fahren, bringt jeder Ausflug mit Reiseführer ein Stück Erinnerung aus dem Geschichtsunterricht aus den Tiefen des Unterbewusstseins hoch. Wer erinnert sich nicht an Theben? Dieser Name kam von den Griechen, ca. 300 v. Chr. Erst als die Araber 600 n. Chr. die Stadt übernahmen, nannten sie diese Luxor, die Stadt der hohen Häuser, die Tempel.

Wo die Sonne aufgeht, im Osten,  wird Luxor die Stadt der Lebenden genannt. Dort sind die Gebetstempel erbaut worden.

imageimageEingang karnak Tempel

Die größte Tempelanlage, die 1350 Jahre erbaut wurde, ist der Karnaktempel. Besonders zu empfehlen ist abends die Sound and Light Show, bei der man in die Geschichte mit Illumination der einzelnen Abschnitte und einer Erzählung eintaucht.

Nach etwa zwei Stunden ist der beeindruckende Besuch zu Ende und wir werden in einen Papyrusshop gefahren. Auch bei mir schrillen jetzt alle Alarmglocken: oh je, bin ich jetzt auf einer Kaffeefahrt, bei der ich genötigt werde, etwas zu kaufen?

Etwas skeptisch betrete ich den Laden. Zu meinem Erstaunen werden wir in eine Art Ausstellung geführt, die mit einer Erklärung der Herstellung von Papyrus beginnt und damit Endet, dass man einfach in Ruhe und ohne von jemanden angesprochen zu werden, die wunderschönen Bilder begutachten kann. Alle zu erwerbenden Teile sind in ägyptische Pfund ausgezeichnet. Vorher wurde uns noch erklärt, wie der aktuelle Wechselkurs ist, und dass man natürlich auch mit Kreditkarte zahlen kann. Wer gar kein Geld dabei hat, bezahlt auf dem Schiff. Die Preise bewegen sich zischen 10,00 € und 700,00€,  je nach Größe. Verpackt wird das ganze in einer Papprolle, Flugsicher. So kann man wirklich ein Souvenier für zu Hause kaufen, ohne Angst zu haben, einem willkürlichen Preis ausgeliefert zu sein. Und wer sich heute noch nicht entscheiden kann, hat am Ende der Kreuzfahrt noch einmal die Chance!

Als nächstes Highlight steht der Luxortempel auf dem Programm. Wir entscheiden uns, die Stunde für einen kleinen Abstecher in eine Shishabar zu machen. Natürlich werden wir sofort von einem Kutschenbesitzer angesprochen, mit ihm eine Fahrt zu machen. Mir geht es, wie vielen Touristen: Die Pferde sehen abgemagert aus und ich will ihnen die Last des Fahrens nicht antun. Doch andererseits, wenn niemand fährt, dann bekommen die Menschen und Tiere noch weniger.

Der Pferdekutscher bietet uns an, für 5 Pfund zum Cafeshop zu fahren.  Ich sage ja, Andreas läuft, doch  er lässt sich überreden, auch mit zu fahren. Es sind etwa 100 Meter, dann sind wir da. Unser Kutscher ist geschäftstüchtig, bestellt für uns Shisha und Tee, er bekommt natürlich auch einen. Er bleibt bei uns sitzen, so ist unsere Rückfahrt gesichert. Er erzählt uns, sein Pferd hätte seit 10 Tagen nichts zu essen bekommen. Entsetzt gebe ich ihm das Rückgeld bei der Bezahlung im Cafeshop als Trinkgeld und suche schon mal nach meinem Apfel, den ich mir statt Frühstück mitgenommen hatte. Als wir die 100 Meter zurückgefahren wurden, meint er, wo die Bezahlung sei, es wäre jetzt teurer, da er gewartet hatte. Schlitzohr, denke ich mir, doch was sind schon 15 Pfund? Also zücke ich nochmal 20 Pfund. Er grinst mich an und meint: „Und für das Pferd?“ Also, bekommt das Pferd auch 10 Pfund und den Apfel, den ich ihm sofort vor die Nase halte. Nun, für ein hungerndes Pferd hatte es wenig Appetitt, der Apfel wurde verschmäht. Ich lache und gebe den Apfel auch seinem Herrn und gehe mit einem guten Gefühl zum Bus. Ich hatte ein nettes Erlebnis für wenig Geld und er hatte ein wenig Umsatz, einen Tee und einige Zigaretten.

Die Hitze steigt auf über 40 Grad und wir freuen uns auf den klimatisierten Bus und die Fahrt zu unserem Schiff. Dort werden wir mit einem kühlem, nassen Tuch begrüßt und einem warmen Zitronensaft. Dieser ist besser, als aufgeheizt Kaltes zu trinken. Wir freuen uns auf unseren ersten „Seetag“

Freut euch mit!

Astrid und Andreas fairholiday

 

4 Gedanken zu „Theben/Luxor ost“

  1. Na ja. Luxor ist ja als Gangsterstadt mit viel Kultur bekannt. Wem wundert da das Verhalten vom Kutscher. Ich habe die Nilkreuzfahrt immer ohne Ausfluspaket gebucht. Man ist frei und es ist viel günstiger, lieber ein besseres Schiff buchen wie das Angebotene, z.b Möwenpick, Jaz oder Oberoi

    1. Hallo Peter, mir ist nicht bekannt, dass Luxor eine Gangsterstadt ist und ich kann das nicht bestätigen, oder willst du einen Kutscher der ums Überleben kämpft und von mir jetzt clever 5 € abgeluxt hat, als Gangster bezeichnen;-) ? Natürlich bekommst du die Ausflüge billiger, wenn du nur die Eintritte bezahlst, doch du erfährst nichts. Und wenn du dir einen Guide dazubuchst, bist du wieder auf dem gleichen Preis, also da sparst du nicht viel, schon gleich gar nicht um dafür ein Oberoi zu buchen, was am Tag über 100€ pro Person kostet. Und, wenn ich mir ein Oberoi leisten kann, dann buche ich alle Pakete mit! Doch, ist es nicht schön, dass es verschiedene Ansprüche gibt und dafür verschiedene Angebote?

    2. Ich finde es halt schrecklich egal wo ich bin mit einen Reiseführer durch die Gegend zu laufen und dann noch in Gruppen. Schrecklich. Oberoi ist nicht ganz so teuer wie sie schreiben, aber natürlich super besonders vom Essen und Publikum her. Aber Oberoi fährt momentan wohl nicht aufgrund des grossen Touristenbooms in Ägypten. Das Land sollte man vielleicht erst einmal wieder bereisen, wenn die Menschenrechte funktionieren. Also im Jahr……….?

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